Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Gartenjahr > Grüne Tipps im September
← vorheriger BeitragGrüne Tipps im August
nächster Beitrag → Grüne Tipps im Oktober

Grüne Tipps im September

September 2019 Die Auswahl der Pflanzen in Ihrem Garten hat einen großen Einfluss auf die dort lebende Tierwelt: Je vielfältiger die Flora, desto mehr Arten finden ein Zuhause. Der September mit seinem idealen Pflanzklima bietet gute Voraussetzungen, um Ihr Angebot für die Gartenbesucher etwas zu erweitern.


Eine für Insekten attraktive Staude ist die Glattblatt-Aster ­?(Aster novi-belgii), die im September und Oktober blüht.
© Roth
Eine für Insekten attraktive Staude ist die Glattblatt-Aster ­(Aster novi-belgii), die im September und Oktober blüht.

nach obenZierpflanzen pflegen und neu pflanzen

Haben Sie noch Platz für auffällige Blumen im Garten? Dann wäre die Riesen-Steppenkerze (Eremurus robustus) eine Überlegung wert. Die fleischigen Knollenwurzeln der über 2 m hohen Staude haben Anfang September ihre Pflanzzeit. Zur Gruppe der Steppenkerzen gehören mehrere Arten, die nicht alle so hohe Blütenstände entwickeln, aber immer ein Blickfang sind. Wenn Sie Steppenkerzen ungestört wachsen lassen und die Wurzeln im Winter mit Komposterde oder verrottetem Stallmist vor großer Kälte schützen, bereiten Ihnen die Pflanzen viele Jahre Freude.

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) zählt zu den heimischen, langlebigen Zwiebelblumen, die kaum Pflege beanspruchen. Vorsicht: Alle Pflanzenteile sind giftig!
© Roth
Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) zählt zu den heimischen, langlebigen Zwiebelblumen, die kaum Pflege beanspruchen. Vorsicht: Alle Pflanzenteile sind giftig!
Zu den Zwiebelblumen, die ebenfalls bereits Anfang September gesetzt werden, gehören Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) und Schachbrettblume (Fritillaria meleagris). Mit den Frühlingsblühern, wie Schneeglöckchen, Märzbecher und Narzissen, können Sie sich dagegen noch bis in den Spätherbst Zeit lassen. Als Faustregel für die Pflanztiefe gilt: Setzen Sie die Zwiebeln dreimal so tief, wie sie hoch sind.

Der September gilt ebenfalls als optimale Pflanzzeit für früh blühende Stauden wie Kaukasus-Gämswurz (Doronicum orientale), Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), Schlüsselblume (Primula veris) und Kissenprimel (Primula vulgaris). So bleibt den Gewächsen ausreichend Zeit, um noch vor dem Winter genügend Wurzeln für den Start im zeitigen Frühjahr zu bilden.

Mit dem Pflanzen sommerblühender Stauden können Sie sich bis Oktober Zeit lassen.

Gartenbambus und Rasengräser haben ähnliche Nährstoffansprüche. Eine kaliumbetonte Düngung im September macht sie fit für den Winter. Kalium schafft stabile Zellen, senkt die Frostanfälligkeit und erhöht die Widerstandskraft gegenüber Pilzinfektionen. Die speziellen Herbstdünger dafür erhalten Sie im Fachhandel.

Gras ist lichthungrig und nutzt jeden Sonnenstrahl, um sich für den Winter zu wappnen. Harken Sie Falllaub also regelmäßig ab.

Falls der Rasen im Sommer größere Trockenschäden erlitten hat, lassen diese sich durch eine Nachsaat ausbessern. Verwenden Sie eine Rasenmischung mit einem hohen Anteil an Weidelgras: Es ist besonders durchsetzungsfähig und kann sich in der bestehenden Grasnarbe behaupten.

Außerdem ist gerade die optimale Zeit für die Neuanlage eines Rasens. Wählen Sie eine Grasmischung, die zu Ihrem gewünschten Verwendungszweck (Spiel- oder Zierrasen) und Ihren Standortverhältnissen (sonnig oder schattig) passt. Damit der Rasen über viele Jahre attraktiv aussieht, braucht er einen guten Start. Das setzt eine gründliche Bodenvorbereitung mit entsprechender Düngung und pH-Wert-Regulierung voraus. Danach wird der Boden planiert, das Saatgut gleichmäßig ausgebracht, flach eingeharkt, gewalzt und durchdringend gegossen. Nach sieben bis zehn Tagen ist das erste Grün sichtbar. Gemäht wird erst im nächsten Frühjahr.

Die Alternative zur Aussaat ist der Rollrasen. Er ist einfach zu verlegen, von Beginn an grün, unkrautfrei und bereits nach wenigen Tagen begehbar.

Eine hübsche Nachfolgerin für die etwas müde gewordene Sommerbepflanzung in Kübeln und Schalen ist die winterharte Besenheide (Calluna vulgaris). Sie lässt sich gut mit anderen Herbstpflanzen wie Blau-Schwingel (Festuca cinerea), Kissen-Aster (Aster dumosus) oder Topfchrysanthemen kombinieren.

nach obenKompost, der kostenlose Dünger

Was darf, und was sollte nicht kompostiert werden?

Giftige Pflanzenteile oder Giftpflanzen können Sie bedenkenlos kompostieren, weil mit der Pflanze auch die Giftstoffe mineralisiert werden. Bei Samenunkräutern sind schon eher Bedenken angebracht, nämlich dann, wenn sie bereits reife Samen tragen. Es ist sowieso zweckmäßig, Samenunkräuter im Jugendstadium zu jäten. Wurzelunkräuter sind harmlos, wenn sie ausgetrocknet auf den Kompost kommen. Nur langsam verrottendes Laub von Eiche und Walnuss sollte zuvor mit dem Rasenmäher zerkleinert und eventuell mit Rasenschnitt gemischt werden. Ob kranke Pflanzenteile auf den Kompost gehören, wird kontrovers diskutiert. Zumindest solche mit Bakteriosen, kranke Wurzeln und befallenes Holz gehören keinesfalls auf den Kompost. Der sichere Weg ist jedoch, alle kranken Pflanzenteile mit dem Bio- bzw. Restmüll zu entsorgen.

nach obenObst ernten und Rückschnitt

Rückschnitt bei Obstbäumen
© PantherMedia/Sylvia Horst
Rückschnitt bei Obstbäumen
In vielen Gärten ist der Höhepunkt der Obstbaumernte erreicht. Für jede Art gilt: Geerntet werden alle Früchte, auch die kranken, die Sie wegen der Infektionsgefahr sofort über den Restmüll entsorgen. Krankes Fallobst aufzusammeln und zu vernichten gehört gleichermaßen zu den unverzichtbaren Hygienemaßnahmen.

Um den optimalen Zeitpunkt für die Ernte von Äpfeln zu bestimmen, die nicht gleich verzehrt werden sollen, bedarf es Fingerspitzengefühl. Die „Kipp-Probe“ gibt einen guten Hinweis. Bei diesem Test wird der Apfel um 90 Grad zur Seite gekippt. Wenn sich der Stiel leicht vom Ast löst, ist die Pflückreife erreicht. Bei lang- und dünnstieligen Sorten muss der Zeigefinger mithelfen, damit sich der Stiel nicht von der Frucht, sondern vom Ast trennt. Werden die Äpfel vorzeitig gepflückt, entwickeln sie nicht das volle Aroma, während ein zu später Termin die Haltbarkeit beim Lagern verkürzt.

Zwei Apfelschädlinge, der Kleine Frostspanner und der Apfelwickler, auch „Obstmade“ genannt, lassen sich jetzt bekämpfen.

Leimringe verhindern, dass die flugunfähigen Frostspanner-Weibchen in die Baumkrone kriechen und dort ihre Eier ablegen. Im Frühjahr würden aus den Eiern gefräßige Raupen schlüpfen, die bei Massenvermehrung für Kahlfraß sorgen. Legen Sie die Leimringe zum Monatsende fest um Baumstämme und -pfähle.

Die Raupen des Apfelwicklers versteckten sich unter Rindenschuppen. Von September bis Ende Oktober hilft ein biologisches Pflanzenschutzmittel mit Nematoden, z. B. „nemapom“. Die Nematoden werden mit Wasser und einem Netzmittel auf die Baumstämme und Äste gesprüht.

Mit diesem Monat beginnt zudem der Rückschnitt der Obstbäume. Bei Steinobst ist dafür ohnehin gleich nach der Ernte der beste Termin. Aber auch in Apfel- und Birnbäume können Sie zum letzten Erntegang die Säge mitnehmen, um zugleich die Äste mit unerreichbaren Früchten zu entfernen.

Bei stark wachsenden Bäumen sollten spätestens jetzt die noch belaubten Wasserreiser abgeschnitten werden.

Um das „Bluten“ bei Walnussbäumen zu vermeiden, schneidet man möglichst wenig, und wenn, dann im belaubten Zustand. Die ideale Zeit ist von Juni bis Ende September.

nach obenGemüse ernten, säen, Boden vorbereiten

Für einige Aussaaten ist es noch nicht zu spät: Postelein (Claytonia perfoliata – auch Tellerkraut, Winterportulak oder Kubaspinat genannt), Radieschen, Salatrauke (Eruca sativa), Asia- sowie Feldsalat.

Küchenkräuter, wie Kerbel, Petersilie, Kümmel und Winterkresse bzw. Barbarakraut (Barbarea vulgaris), können gesät werden. Kerbel ist schnellwüchsig. Die Ernte beginnt nach etwa sechs Wochen und dauert über den Winter an.

Petersilie entwickelt sich langsamer und wird wohl erst im Frühjahr soweit sein.

Kümmel und Winterkresse sind Lichtkeimer, deren Samen angedrückt, aber nicht mit Erde bedeckt wird. Ferner zählen beide zu den „zweijährigen Pflanzen“, die erst im kommenden Jahr blühen. Kümmel sät man üblicherweise im Frühjahr. Der Termin im September verkürzt die Kulturzeit und spart somit Platz im Garten. Kümmel ist im Juli erntereif, sobald sich die Blütenstände braun verfärben.

Im September ausgesäte Winterkresse bildet noch vor dem Winter erntefähige Blattrosetten, die würzig und leicht pfeffrig schmecken. Aus den nicht geernteten Blattrosetten treiben im nächsten Frühjahr hohe Blütenstiele mit gelben Blüten, deren Samen sich von alleine verbreiten.

Leere Gemüsebeete sind der Witterung schutzlos ausgeliefert. Gründünger beschirmen den Boden, verhindern Nährstoffverluste durch Auswaschung und reichern die Erde mit organischer Substanz an. Zu den Gründüngern, die über den Winter stehen bleiben, zählen Dinkel, Roggen, Winterwicke (Vicia villosa) und Winterraps (Brassica napus).

Abgeerntete Sommergemüse im Gewächshaus schaffen Platz für dessen Nutzung im Winter. Dafür eignen sich zum Beispiel Aussaaten von Feldsalat, Radieschen, Salatrauke und Spinat. Auch das Pflanzen von Petersilie, Endiviensalat und Winter-Kopfsalat ist einen Versuch wert.

Mediterrane Kräuter, wie Thymian, Currykraut und Rosmarin, sind weniger kälte- als nässeempfindlich. Deshalb überwintern sie gerne im Gewächshaus. Bei tiefen Minusgraden decken Sie die Pflanzen auch hier zusätzlich mit Gemüsevlies ab. 

nach obenTipp: Saatgut von eigenen Tomaten

Geeignet sind samenfeste Sorten, aber keine F1-Hybriden, weil deren Nachkommen nicht mehr die gleichen Eigenschaften haben. Zur Samengewinnung halbieren Sie eine gesunde, vollreife Frucht, entnehmen die Samen und geben sie in ein mit Wasser gefülltes Glas. Nach 2 Tagen hat sich das Fruchtfleisch von den Kernen gelöst und lässt sich in einem Sieb mit Wasser abspülen. Die getrockneten Samen bewahren Sie kühl und dunkel auf.

← vorheriger BeitragGrüne Tipps im August
nächster Beitrag → Grüne Tipps im Oktober
Sobald die Sonnenbraut (Helenium × cultorum) verblüht ist, lohnt ein starker Rückschnitt, um sie zu einem neuen Blütenflor anzuregen.
Grüne Tipps im Juli
Bild 1
Gartenberatung: Garten-Experten antworten
Mit der neuen frux Pflanzfaser den Boden nachhaltig verbessern

Schlagworte dieser Seite:

Kaiserkrone, Kompost, Küchenkräuter, Rasenerneuerung, Rasengräser, Rückschnitt, Sommerbepflanzung, Steppenkerze, Tomaten, Trockenschäden, Zwiebelblumen, pflanzen, pflegen

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de