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Klein, aber oho

Januar 2020 Selbst wenn Ihnen für den eigenen Garten nur wenig Fläche zur Verfügung steht, können Sie sich Ihre Gartenträume erfüllen. Mit diesen Gestaltungstipps kommen kleine ­Gärten groß raus.


Vom Strauch in den Mund: Naschpflanzen wie Erdbeeren wachsen in Töpfen, zum Beispiel von elho, prächtig.
© elho
Vom Strauch in den Mund: Naschpflanzen wie Erdbeeren wachsen in Töpfen, zum Beispiel von elho, prächtig.
Gemüse wie Grün- oder Palmkohl setzen im Blumenbeet essbare Akzente.
© Judith Starck
Gemüse wie Grün- oder Palmkohl setzen im Blumenbeet essbare Akzente.
Gemüse auf kleinstem Raum ist in einem Hoch- oder Tischbeet möglich (hier: Grow Table von elho).
© elho
Gemüse auf kleinstem Raum ist in einem Hoch- oder Tischbeet möglich (hier: Grow Table von elho).
Geschwungene Rasenflächen, die von höheren Pflanzen eingerahmt werden, erzeugen mehr Weite als gerade Flächen.
© Judith Starck
Geschwungene Rasenflächen, die von höheren Pflanzen eingerahmt werden, erzeugen mehr Weite als gerade Flächen.

Gerade im kleinen Garten ist eine gute Planung wichtig. Machen Sie sich vorher ein Konzept, dann können Sie den Platz maximal nutzen und sich viele Wünsche erfüllen. Auf kleiner Fläche haben Sie jedes Detail viel stärker im Blick und sind nah dran am Gartengeschehen. Planungsfehler fallen somit mehr ins Gewicht und sind deutlicher spürbar. Nehmen Sie sich also lieber vorher Zeit. Egal, ob Sie sich selbst an die Gestaltung wagen oder einen Fachmann damit beauftragen: Ein paar grundlegende Dinge sollten Sie sich anschauen, bevor es losgeht.

nach obenEine Bestandsaufnahme machen

Der erste wichtige Schritt ist Ihre Gartenfläche kennenzulernen und einzuschätzen. Für die richtige Auswahl und die gesunde Entwicklung von Pflanzen sind beispielsweise der Boden sowie die Licht- und Schattenverhältnisse entscheidend. Eine lichthungrige Pflanze wird im Schlagschatten einer Mauer verkümmern und eine Staude mit empfindlichen Wurzeln auf einem zur Staunässe neigenden Boden keinen Fuß fassen. Um festzustellen, welche Bodenart Sie haben, können Sie leicht angefeuchtete Erde mit den Fingern zerreiben oder rollen. Bleibt die Erde an den Händen kleben und lässt sie sich leicht zu einer relativ stabilen Rolle formen, handelt es sich um Tonboden. Sandboden krümelt, rieselt schnell durch die Finger und lässt sich nicht rollen. Lehmboden klebt nur wenig an den Händen, lässt sich gut rollen, zerfällt bei geringem Druck jedoch wieder. Wer es genauer wissen möchte, kann bei vielen Gartenfachmärkten oder bei der Landwirtschaftskammer seine Bodenprobe analysieren lassen.

Beobachten und notieren Sie die sich im Tages- und Jahresverlauf verändernden Licht- und Schattenverhältnisse. Die Sonne wandert von Nordost am Morgen nach Nordwest am Abend. Im Sommer steht sie zudem höher und erreicht Ecken, die im Winter vielleicht im Schatten bleiben. Wer also ein Frühstück in der Morgensonne bevorzugt, legt seinen Sitzplatz auf einem nach Osten ausgerichteten Platz an. Auch der Schattenwurf von bestehenden Gebäuden, Mauern, Bäumen oder Hecken ist zu berücksichtigen.

Abgesehen vom gemäßigten Klima unserer Breiten herrscht im Garten ein spezielles Kleinklima, das ebenfalls wichtig ist. Beeinflusst wird dies von Lage, Boden, Licht, Feuchtigkeit, Wind- und Lärmverhältnissen. Nutzen Sie Sonderstandorte, zum Beispiel feuchte, schattige Bereiche, für einen Teich oder nach Süden ausgerichtete Hänge für einen trockenen Steingarten. Der Vorteil im kleinen Garten ist, dass schon wenige Veränderungen wie Höhenabstufungen oder Sichtschutzelemente große Wirkung haben.

Um ein Konzept zu entwickeln, sammeln Sie erst mal die Wünsche aller Familienmitglieder. Auswahlkriterien sind Nutzung, Pflegeaufwand und Kosten. Stellen Sie sich folgende Fragen: Was ist Ihr Hauptanliegen (zum Beispiel Spielfläche für Kinder, Obst und Gemüse ernten, feiern, entspannen)? Wie viel Zeit kann oder will ich in die Pflege investieren? Welche Pflanzen mag ich, welche Materialien und welcher Stil gefallen mir? Dann ordnen Sie die Wünsche nach Priorität und schauen, ob die Ideen auch praktisch umsetzbar sind.

nach obenDen Garten einfallsreich strukturieren

Im kleinen Garten ist es wichtig, verschiedene Gartenräume zu schaffen, vergleichbar mit den unterschiedlichen Zimmern in einem Haus. Den Bereichen können Sie dann unterschiedliche Nutzungen oder Themen zuordnen. Das macht den Garten interessant und abwechslungsreich. Wenn man die kleine Fläche sofort überblicken kann, bleibt der Garten langweilig. Für die Abtrennung der Bereiche voneinander nutzen Sie feste Elemente wie begrünte Rankgerüste, Zäune, Mauern oder Pergolen. Die andere Variante sind lebendige Trennungen aus Pflanzen wie eine geschnittene Hecke oder hochwachsende Gräser. Ein „Fenster“ in der Hecke oder ein Durchblick im Sichtschutzelement verleihen dem Ganzen wieder Leichtigkeit und Transparenz und erzeugen Neugier auf das, was dahinter liegt. Den Übergang von einem Zimmer zum nächsten können Sie zusätzlich mit einem hübschen Torbogen oder flankierenden Kübelpflanzen betonen.

Sehr wirkungsvoll sind Abstufungen im Höhenniveau. Das muss gar nicht viel sein, oft reichen schon 15 bis 30 cm, um ein anderes Flair zu kreieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einem abgesenkten Sitzplatz? Dort fühlt man sich besonders geborgen und geschützt. Ein leicht erhöhtes Pflanzbeet rückt Stauden & Co. mehr ins Blickfeld. Es ist leicht zu bearbeiten und eine kleine Mauer als Beetbegrenzung kann gleichzeitig als Sitzfläche dienen. Das Kleinklima lässt sich ebenfalls durch Erhöhungen und Senken beeinflussen. In einem Hochbeet bekommen Gemüse & Co. mehr Licht, da sie näher an der Sonne sind, während in einer Senke kühleres Kleinklima herrscht.

nach obenDen Garten einrichten

Das Grundgerüst des Gartens wird durch Wege vervollständigt. Diese verbinden die einzelnen Gartenbereiche. Auch für die Wegegestaltung ist eine gewisse Spannung notwendig. Sie sollten nicht komplett überschaubar sein oder immer wieder unterbrochen werden. Geradlinig verlaufende Wege sind kürzer, direkt und somit platzsparend, können aber auch schnell langweilig wirken. Lassen Sie den Weg zum Beispiel zu einem Blickfang (Skulptur, Gartenbank, besondere Pflanze) führen, unterteilen Sie ihn durch flankierende Trennelemente (Torbogen, Kübelpflanzen), weiten Sie ihn an einer Stelle etwas auf oder verwenden Sie unterschiedliche Beläge. Ein wirkungsvoller Trick im kleinen Garten sind diagonale oder geschwungene Wege, deren Verlauf nicht auf Anhieb erkennbar ist. Eine solche Wegführung täuscht mehr Raum und Tiefe vor. Auch hier gilt, dass der Wegverlauf „Sinn machen muss“. Schlängelt sich ein Weg dahin ohne „Hindernis“ oder einen Grund für die Biegung, wird schnell abgekürzt.

Bei der Auswahl der Materialien, die im Garten verwendet werden, gilt das Motto: Weniger ist mehr! Ein starker Materialmix bei befestigten Flächen wie Wegen und Sitzplätzen wirkt zu unruhig. Ist alles aus einem Guss, wird ein harmonisches Ganzes draus. Naturstein passt fast zu allen Gärten. Er ist zwar teurer als Betonstein, hat aber einen unverwechselbaren individuellen Charme. Verwenden Sie Gesteinsarten, die in Ihrer Gegend vorkommen, bleiben die Anschaffungskosten geringer und die Lieferzeiten kürzer. Holzdecks haben eine freundliche und wohnliche Ausstrahlung. Hier ist aber regelmäßige Holzschutzpflege notwendig. Kies- oder Rindenmulchdecken eignen sich eher für Nebenwege oder temporäre Sitzecken mit einem Klappstuhl oder Ähnlichem.

Halten Sie bei der Auswahl des Mobiliars und der Einrichtung Ausschau nach platzsparenden Varianten oder nach Produkten, die einen Mehrfachnutzen bieten. Auf einer Gartenbank finden auf gleicher Fläche mehr Personen Platz als auf einzelnen Stühlen. Eine Aufbewahrungstruhe kann Stauraum für Gartenwerkzeug oder Polster und gleichzeitig eine Sitzgelegenheit sein. Stapelbare Stühle sind platzsparend aufzubewahren, und wenn Besuch kommt, kann die Runde schnell erweitert werden. Ebenfalls eine gute Wahl für einen flexiblen Einsatz: Klapptische und -stühle, am besten aus leichten Materialien wie Kunststoff oder Aluminium.

nach obenDie dritte Dimension nutzen

Praktisch und schnell aufgehängt – bepflanzbare Taschen (hier von Woolly Pocket)
© greenbop.de/WoollyPocket
Praktisch und schnell aufgehängt – bepflanzbare Taschen (hier von Woolly Pocket)
Im kleinen Garten ist horizontale Fläche eher Mangelware. Deshalb gilt: Ab in die Luft und die Vertikale begrünen. Als erstes fallen einem dazu natürlich die einjährig oder mehrjährig wachsenden Kletterer ein. Mit Klematis, wildem Wein, Kletterrose, Glockenrebe & Co. lassen sich Wände, Mauern, Zäune, Torbögen oder Pergolen in grüne Oasen verwandeln. Mit freistehenden Kletterhilfen wie Obelisken oder Säulen können Sie auch im Beet vertikale Blickpunkte setzen. Mit Pflanzregalen, -treppen oder -etageren erweitert sich der zu bepflanzende Raum ebenso. Hier werden Topfpflanzen arrangiert.

Mittlerweile gibt es im Gartenfachhandel zahlreiche Produkte und Systeme, die speziell fürs vertikale Gärtnern entwickelt wurden, zum Beispiel hängende Pflanztaschen, stapelbare Pflanzgefäße oder begrünte Wandmodule. Viele sind auch mit integrierter Bewässerung erhältlich, damit wird die Pflege zum Kinderspiel. Auch Hochbeete liegen im Trend, vor allem für Gemüse und Kräuter, und sind für kleine Gärten gestalterisch und praktisch gesehen sehr gut geeignet. Sie ermöglichen eine rückenschonende Bewirtschaftung, zum ersten Befüllen kann Schnittgut, das im Garten angefallen ist, verwendet und somit dem natürlichen Kreislauf wieder zugeführt werden. Wer Lust hat, kann selbst kreativ werden und einfache Beete aus Holz oder Palettenaufsätzen bauen.

nach obenLebendiges Grün

Bei der Bepflanzung gilt ebenfalls: Nicht zu viele verschiedene Arten und Farben verwenden. Wählen Sie die Pflanzen passend zu Ihren Standortbedingungen, denn nur, wenn sie sich wohlfühlen, wachsen sie problemlos.

Gehölze bleiben Ihnen jahrelang erhalten und sollten deshalb besonders sorgfältig gewählt werden. Am besten passen Sträucher, die das ganz Jahr attraktiv sind, zum Beispiel Felsenbirne, Hartriegel oder Gewöhnlicher Schneeball. Bäume mit rundlich wachsender Krone wie Kugel-Robinie oder Kugel-Trompetenbaum sowie säulenförmig wachsende Sorten (zum Beispiel Säulen-Hainbuche, -Eberesche) bleiben von vornherein klein und brauchen nicht viel Platz.

In Staudenrabatten können Sie mit den Blütenfarben das Raumempfinden beeinflussen. Der Garten erscheint größer, wenn kalte Farben wie Blau, Weiß oder Silber verwendet werden, denn diese treten optisch zurück. Warme Farben von Rot bis Gelb bewirken eine optische Verkleinerung, da sie optisch in den Vordergrund rücken. Spielen Sie auch mit unterschiedlichen Höhen im Blumenbeet.

Obst und Gemüse: Ein Obstspalier erfüllt gleich zwei Anforderungen auf einmal: Es ist ein hübsches Trennelement und man kann leckere Früchte ernten. Für den kleinen Garten gibt es zudem spezielle kleinwüchsige Obstzüchtungen, die sogar im Topf funktionieren. Erkundigen Sie sich nach Spindelbäumen oder „Obstzwergen“. Auch viele Gemüsearten gedeihen in Gefäßen und können so im Garten integriert werden. Oder Sie pflanzen nach dem Prinzip der Mischpflanzung und kombinieren Nutz- und Zierpflanzen. Salat und Palmkohl sehen auch im Blumenbeet gut aus.

Grüner Teppich: Eine beruhigende flächige Pflanzung tut auch im kleinen Garten gut. Es muss aber nicht immer Rasen sein, denn der ist pflegeintensiv. Wie wäre es mit bodendeckenden Stauden (zum Beispiel Immergrün, Elfenblume) oder Gehölzen (zum Beispiel Teppich-Hartriegel, Kriechspindel)? Sind diese erst mal eingewachsen, drängt sich kein Unkraut mehr durch.

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Blickfang, Bodenart, Garten, Gehölz, Höhenniveau, Jahresverlauf, Klematis, Mauern, Pergola, Pflanztaschen, Planung, Rankgerüst, Schatten, Spielfläche, Staude, Staudenrabatten, Topfpflanze, Trennelemente, Zäune

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