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Grüne Tipps im Oktober

Oktober 2020 Unser Herbstgemüse kann mittlerweile länger draußen blei-ben, und bei entsprechender Sortenwahl überdauern viele Gemüsearten den Winter. Das sind deutliche Folgen des Klimawandels. Auch Zierpflanzen blühen länger, Rosen sogar bis Weihnachten.


Passend zum Goldenen Oktober: die Blüten des Sonnenauges (Heliopsis scaba)
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Passend zum Goldenen Oktober: die Blüten des Sonnenauges (Heliopsis scaba)

nach obenDas steht an bei Zierpflanzen

Im Vormonat ließen die Blüten der Dahlien und Herbstastern den Garten in vielen Farben leuchten. Jetzt sind es die bunt gefärbten Blätter und Beeren, die uns mit Herbstfarben erfreuen.

Frühjahrsblüher verbreiten gute Laune. Bis November ist Pflanzzeit für Zwiebeln, Knollen & Co. Qualitätsware fühlt sich fest an, ist trocken und frei von Schimmel und Faulstellen. Klein aber fein ist die Vorfrühlings- oder Balkananemone (Anemone blanda), die mit ihren strahlenförmigen Blüten im März bis April einen dichten Blütenteppich bildet. Wenn sie ungestört wachsen können, breiten sie sich durch Samen und Wurzelwachstum üppig aus.

Der Rasen wächst noch immer und muss sicherlich noch mehrere Male gemäht werden. Er sollte aber nicht ganz kurz geschoren in die Winterruhe gehen. Eine kaliumreiche Düngung im Herbst macht den Rasen fit für die kalte Jahreszeit. Im Fachhandel werden Rasendünger speziell für die Anwendung im Herbst angeboten.

Strauch- und Kletterrosen und mit etwas Glück auch Edel- und Beetrosen lassen sich durch „Steckholz“ vermehren. Dazu schneiden Sie einjährige, gerade gewachsene und verholzte Triebe in bleistiftlange Teilstücke. Diese Steckhölzer werden entblättert und sollten über mindestens drei, besser fünf Blattknospen, auch „Augen“ genannt, verfügen. Stecken Sie dann die Steckhölzer an einem separaten Ort so tief in die gelockerte Erde, dass nur das oberste Auge zu sehen ist. Schützen Sie die Steckhölzer mit Nadelholzreisig vor Frost und lassen Sie den Boden bis zum nächsten Herbst, wenn aus den Trieben Jungpflanzen geworden sind, nicht mehr austrocknen.

Die Samenstände der Stauden und Ziergräser geben dem Garten auch im Winter Struktur und kleinen Tieren Unterschlupf und Nahrung. Ein Rückschnitt ist erst im Frühjahr notwendig, um für den neuen Austrieb Platz zu schaffen.

Stauden – farbenfroh auch im Oktober
© Roth
Stauden – farbenfroh auch im Oktober

nach obenFür Obst ist Pflanzzeit

Trockenes Wetter im Oktober ist zum Pflanzen von Obstgehölzen ideal. Bei diesem frühen Termin bleibt den Pflanzen genügend Zeit, um noch vor dem Winter einzuwurzeln. Die Entscheidung für die „richtige“ Obstart und Sorte ist bei der großen Auswahl nicht einfach.

Was vor dem Kauf zu bedenken ist:

  • Die überwiegende Art der Verwendung: zum Naschen, Lagern, Einfrieren oder Mosten
  • Welche Wuchsform ist zweckmäßig? Bei Johannisbeeren & Co: Stämmchen oder Strauch und bei Obstbäumen: Spalier, Säulenform, Spindelbusch oder Hochstamm.
  • Resistenzen und Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten.
  • Decken sich die örtlichen Gegebenheiten mit den Ansprüchen des Wunschgehölzes? Relevant sind u. a. Klima, Bodenart, Sonne und Schatten.

Je später die Jahreszeit, desto knapper werden die Futterquellen für Insekten. Viel Nektar und Pollen bietet die Oktobermargarite (Chrysanthemum serotinum).
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Je später die Jahreszeit, desto knapper werden die Futterquellen für Insekten. Viel Nektar und Pollen bietet die Oktobermargarite (Chrysanthemum serotinum).
Noch kann geerntet werden. Äpfel und Birnen sind empfindlich wie rohe Eier. Damit keine Druckstellen entstehen, greifen Sie die Frucht einzeln mit der ganzen Hand und knicken sie am Zweig um 90 Grad ab. Sollte sich dabei der Stiel nicht vom Baum lösen, ist die Frucht wahrscheinlich noch zu unreif. Sammeln Sie das Fallobst nach der Ernte restlos auf, damit sich keine Krankheiten und Schädlinge ausbreiten. Ein weiterer Nutzen ist, dass Feld- und Wühlmäuse kein Futter finden und fernbleiben.

Die Erntezeit der großfruchtigen, behaarten Kiwis (Actinidia deliciosa) steht Ende des Monats an. Die Früchte vertragen Temperaturen bis – 4 °C. Sie sind bei der Ernte meistens noch hart und ungenießbar und brauchen Zeit zum Nachreifen. Die kleinfruchtigen Kiwis (A. arguta), die mit der Schale verzehrt werden, reifen früher und sollten vor dem Frost gepflückt werden.

Einfach ist die Ernte von Walnüssen, denn die fallen von allein herab. Sammeln Sie die Nüsse täglich auf und legen Sie die Früchte, nachdem die fleischige Schale entfernt wurde, ausgebreitet zum Trocknen aus. Während der etwa zweiwöchigen Trocknungszeit sollten die Nüsse täglich mehrmals gewendet werden.

Um die Baumstämme und Stützpfähle gelegte Leimringe gelten als besonders umweltfreundliche Pflanzenschutzmaßnahme. Sie schützen aber nur vor den gefräßigen Raupen des Frostspanners, einem kleinen Schmetterling. Die flugunfähigen Weibchen erklimmen mit dem Eintreten der ersten Nachtfröste die Baumkronen von Obst- und anderen Laubbäumen. Nach der Hochzeit mit den flugfähigen Männchen heften sie die befruchteten Eier, aus denen im Frühjahr Raupen schlüpfen, an Äste und Zweige. Leimringe versperren wirkungsvoll den Zugang zur Baumkrone, allerdings nur für „Fußgänger“ und das sind unter den vielen Schädlingsarten einzig die Weibchen des Frostspanners.

nach obenRichtig kompostieren

Ideales Ausgangsmaterial für wertvolle Komposterde sind bunt gemischtes Falllaub, Erntereste, Schnittgut von Gehölzen, Rasen oder Stauden sowie ungekochte pflanzliche Küchenabfälle. Die Rotte verläuft schneller, je kleiner, womöglich geschreddert, die Zuschlagstoffe sind. Diese sollten miteinander vermischt oder einzeln in dünnen Lagen aufgeschichtet werden. Kompostieren Sie Samen bildende Unkräuter nur, wenn sie vor der Samenreife gejätet wurden. Heikel sind auch Wurzelunkräuter, die dem Kompost nur vollständig getrocknet zugesetzt werden sollten. Um die Rotte zu beschleunigen, können Sie die Mikroorganismen mit Hornmehl, Guano, Gartenkalk und Gesteinsmehl fördern.

nach obenDer Gemüsegarten ruft

Ernten macht glücklich und dankbar
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Ernten macht glücklich und dankbar
Kürbisse sind erntereif, wenn die Stiele eingetrocknet oder verholzt sind und das Klopfen gegen die Frucht hohl klingt. Ernten Sie unbedingt vor dem Frost und schneiden Sie so, dass ein Stück Stiel an der Frucht verbleibt. Zur Nachreife werden Kürbisse für einige Tage trocken bei etwa 16 °C und zur Aufbewahrung bis zum Winter kühl, aber frostfrei gelagert. Legen Sie schwere Früchte auf Wellpappe, damit sich keine Druckstellen bilden.

Frisch geernteter Schnittlauch im Winter steigert die Vorfreude auf den kommenden Gartensommer. Topfen Sie den ausgegrabenen Wurzelstock des Schnittlauchs und graben Sie ihn zusammen mit dem Topf wieder ein. Besonders geeignet sind Tontöpfe, weil sie die umgebende Feuchtigkeit aufnehmen. Nachdem das Grün abgestorben ist und der Schnittlauch einige Wochen lang dem Frost ausgesetzt war, kann er zum Treiben auf die Fensterbank gestellt werden.

Beete, in denen Grünkohl, Mangold, Porree und anderes Wintergemüse wächst, sollten Sie mit einer Mulchschicht vor dem Durchfrieren und vor Erosion schützen. Zum Mulchen eignen sich Herbstlaub, kleingehäckseltes Stroh und ungesiebte Komposterde. Das Material kann einzeln oder als Mischung ausgebracht werden.

nach obenHerbst und Winter im Klimawandel

Was ist zu tun, wenn der Herbst länger anhält und der Winter erst im neuen Jahr beginnt:

  • Späte Kulturen wie Radicchio, Zuckerhut, Chinakohl oder Rettich können noch im Spätsommer gepflanzt und dann im November geerntet werden.
  • Für alle Fälle sollte Gartenvlies griffbereit sein, denn nach wie vor drohen im Oktober Frostnächte.
  • Tomaten und anderes Fruchtgemüse sollten Sie zum gewohnten Termin abernten, denn es verträgt keinen Frost, auch nicht mit Vliesbedeckung.
  • Die Saison für Samenunkräuter verschiebt sich bis ins Frühjahr.
  • Lassen Sie den Boden nicht unbedeckt überwintern. Gründünger schützt vor Nährstoffverlust durch Auswaschung.
  • Wenn erforderlich, graben Sie die Beete erst im zeitigen Frühjahr um. Denn die fein-krümelige Struktur der Erde durch Frosteinwirkung wird in den milden Wintern nicht mehr entstehen.

nach obenHeinzelmännchen im Garten

Die oberste Schicht unserer Gartenbeete wird von einer kaum wahrgenommenen, überwiegend unsichtbaren Lebensgemeinschaft besiedelt. Diese Gemeinschaft ist so zahlreich, dass in einem Teelöffel Erde milliardenfaches Leben steckt. Bodenorganismen, bestehend aus Bakterien, Fadenpilzen, Grünalgen, Protozoen und kleinsten Tieren, sind wie die Heinzelmännchen in der Sage für uns tätig und sorgen für die Fruchtbarkeit der Gartenerde. Sie zerlegen und zerkleinern Falllaub, Stallmist und alle anderen organischen Materialien. Am Ende des Prozesses bleiben einzelne Mineralien in der Größe von Molekülen übrig, die von den Pflanzen als unverzichtbare Nährstoffe aufgenommen werden. Die Bodenorganismen erhöhen ferner den Humusgehalt, lockern die Erde und stabilisieren die Bodenstruktur nachhaltig. Damit die „Heinzelmännchen“ auch mit voller Kraft arbeiten können, benötigen sie organisches Material. Zum Glück gibt es davon im Herbst mehr als genug.

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Apfel, Birne, Frostspanner, Frühjahrsblüher, Kiwi, Kompost, Kürbis, Leimring, Rasen, Schnittlauch, Walnuss, ernten

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