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Grüne Tipps im April

April 2020 Immer noch Hochsaison und Pflanzzeit. Wenn Spätfrost droht, müssen Sie schnell sein und Ihre Beete mit Flies abdecken.


Die strahlend weißen Blüten der Süßkirsche locken zahlreiche Insekten an.
© Roth
Die strahlend weißen Blüten der Süßkirsche locken zahlreiche Insekten an.

nach obenPflanzen und teilen

Für Farne, Ziergräser und Stauden ist Pflanzzeit. Auch für das Teilen und Umpflanzen von Stauden ist die Zeit günstig, ausgenommen diejenigen, die im Frühjahr blühen. Die Auswahl an Pflanzen, die sich an schattigen Standorten wohl fühlen, ist sehr eingeschränkt. Einen Versuch wert ist das Pflanzen von Farnen wie Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium), Rippenfarn (Blechnum spicant), Schildfarn (Polystichum-Arten) und Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris).

Ab Mitte des Monats können die Knollen von Gladiolen, Montbretien (Crocosmia spp.) und Tigerblumen (Tigridia pavonia) gepflanzt werden. Dahlien, Freesien, Sommerhyazinthen (Galtonia candicans) sowie Sterngladiolen (Acidanthera bicolor) folgen drei Wochen später.

Dahlien blühen früher und dadurch über einen längeren Zeitraum, wenn sie vorgezogen werden. Dazu topfen Sie die Knollen jetzt ein und treiben sie an einem frostfreien, hellen Platz vor. Nach den Eisheiligen werden die Dahlien dann ausgetopft in den Garten gepflanzt.

Wenn Stauden unverzweigt in die Höhe wachsen, können Sie durch das Ausbrechen der Triebspitze die Bildung von Seitentrieben anregen. Dadurch sehen die Pflanzen buschiger und kompakter aus. Für das Ausbrechen brauchen Sie in der Regel kein Werkzeug, es genügen die Fingernägel von Daumen und Zeigefinger. In Gärtnereien wird dieser Eingriff oft praktiziert und „Pinzieren“ genannt.

Zwei beliebte Frühblüher, das Mandelbäumchen (Prunus triloba) und die Hänge-Kätzchenweide (Salix caprea), sollten gleich nach der Blüte stark zurückgeschnitten werden, um die Bildung junger, kräftige Triebe mit starkem Blütenansatz zu fördern. Ein weiterer Vorteil des Rückschnitts ist, dass junge, vitale Zweige widerstandsfähiger gegen Pilzkrankheiten sind als alte.

nach obenDuftende Obstgehölze

Auch für Obstgehölze ist die Zeit zum Pflanzen ideal. Selten gepflanzt werden Quittenbäume. Dabei haben die Früchte ein ganz eigenes, kräftiges Aroma und eignen sich zur Herstellung feiner Marmeladen, Gelees, Säfte und von Quittenbrot. Quittenbäume werden auch geschätzt, weil sie langsam wachsen und klein bleiben. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie erst Ende Mai blühen und deshalb nicht frostgefährdet sind. Quittenbäume mögen einen geschützten Standort, aber keinen nassen und sehr kalkhaltigen Boden.

Pflanzzeit ist auch für immertragende Erdbeersorten, deren Erntezeit von Juni bis Oktober dauert. Im Gegensatz dazu beginnt der Pflanztermin für einmaltragende Erdbeersorten Mitte Juli und hört Ende August auf. Sollten sie im Frühjahr gepflanzt werden, würde die diesjährige Ernte nur gering ausfallen.

Das Rindenpfropfen ist eine gängige und einfach durchzuführende Veredlungsmethode, um dem Apfelbaum eine weitere Sorte hinzuzufügen. Das Schneiden der Veredlungsreiser und die Vorbereitung des Baumes wurden in „Grüne Tipps im Januar“ beschrieben.

Sobald sich die Rinde durch den gestiegenen Saftdruck vom Holz lösen lässt, wird veredelt. Das ist Ende April oder Anfang Mai der Fall. Um eine frische Schnittfläche mit intakter Rinde zu bekommen, sägen Sie von dem im Winter eingekürzten Ast 10 bis 20 cm ab. Ferner werden alle Seitenäste bis auf einen entfernt. Dieser „Zug-Ast“ hält zukünftig den Saftstrom für die Versorgung der Veredlung aufrecht.

Unmittelbar vor dem Veredeln schneiden Sie am vorbereiteten Astende die Rinde in Längsrichtung mit einem scharfen Messer ein. Es entsteht ein Spalt mit zwei „Rindenflügeln“, die sich mit dem Messerrücken aufklappen lassen. In diesen Spalt wird dann das Edelreiser so eingeschoben, dass seine Schnittfläche auf dem Holz des Astes aufliegt.

Zuvor wird das Veredlungsreis gefertigt. Dazu schneiden Sie das Reis Ihrer Wunschsorte in Teilstücke mit 3 bis 5 Knospen. Dann wird nur noch das untere Ende eines Teilstücks mit einem langen Kopulationsschnitt schräg angeschnitten und mit der Schnittfläche, wie oben beschrieben, eingeschoben. Zum Schluss wird die Veredlungsstelle mit einem elastischen Veredlungsband fixiert und mit Veredlungswachs verstrichen. Je Astende finden zwei Edelreiser Platz.

Himbeere, Johannisbeere und alle anderen Strauchbeeren sind Flachwurzler. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Rindenmulch schützt die Wurzeln vor extremen Wettereinflüssen und hält den Boden länger feucht. Besonders geeignet ist Komposterde, weil sie zusätzlich Nährstoffe liefert.

nach obenGemüse säen

Zusätzlich zu den Gemüsearten, die schon im März ausgesät werden konnten, folgen Mangold, Mark- und Zuckererbsen, Rote Bete, Sommerzwiebeln und Küchenkräuter wie Blattkoreander, Bohnenkraut, Borretsch und Dill.

Tipps, damit die Aussaat gelingt:

  • Voraussetzung ist ein unkrautfreies Saatbeet mit tief gelockerter Erde und einer feinkrümeligen Beetoberfläche.
  • Die Samen keimen erst, wenn der Boden eine gewisse Mindesttemperatur erreicht hat: Möhre 5 °C, Petersilie 6 °C, Porree und Zwiebel 8 bis 10 °C, Bohne 10 bis 12 °C sowie Gurke über 12 °C.
  • Es lohnt, hochwertiges Saatgut zu kaufen. Die Sorten der verschiedenen Gemüsearten müssen zum Aussaattermin passen und möglichst widerstandsfähig gegenüber Pflanzenkrankheiten und Schädlingen sein.
  • Das Verwenden von eigenem Saatgut ist bei F-1-Hybriden nicht sinnvoll, weil aus den Samen Pflanzen mit unterschiedlichen und nicht vorhersehbaren Eigenschaften wachsen.
  • Bei Gemüsearten mit einer langen Keimdauer (Möhre, Petersilie, Porree, Zwiebel) ist es zweckmäßig, einige schnell keimende Samen (Radies, Spinat) mit auszusäen. Das markiert die Reihen und hilft beim Hacken.
  • Die Saatrille wird, mit wenigen Ausnahmen, bis zur dreifachen Stärke der Samen mit Erde bedeckt. Für den perfekten Bodenschluss der Samen drücken Sie abschließend die Abdeckerde mit dem Rücken einer Harke fest.

In Deutschland gehört die Petersilie zu den am meisten verwendeten Kräutern. Frisch geerntet ist sie besonders gehaltvoll. Die Anzucht im eigenen Garten ist manchmal problematisch, denn sie ist mit sich und allen anderen Arten aus der Familie der Doldenblütler (Dill, Fenchel, Möhre, Pastinake und Sellerie) unverträglich. Das bedeutet, dass mindestens vier Jahre vergehen müssen, bevor dort, wo Gemüse aus der Familie der Familie der Doldenblütler wuchs, wieder Petersilie gesät oder gepflanzt werden kann. Für die Aussaat ins Beet ist der April ideal, weil die Samen in dem leicht erwärmten Boden zügig keimen. Verwenden Sie frisches Saatgut mit voller Keimkraft. Auch das Heranziehen von Jungpflanzen ab März auf der Fensterbank ist möglich.

Jetzt können Sie vorgetriebene Puffbohnen (Vicia faba), Grünspargel, Kopfsalat, Knoblauch, Steckzwiebeln, Topinambur und mehrjährige Küchenkräuter pflanzen. Geschützt unter Gartenvlies gedeihen auch Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Kopfkohl. Steckzwiebeln entwickeln sich schneller , wenn sie vor dem Stecken eine Nacht in Wasser gelegen haben.

Kartoffeln benötigen eine Bodentemperatur von über 9 °C. In den meisten Regionen wird diese Temperatur Mitte bis Ende April erreicht sein. Legen Sie die Kartoffeln in Pflanzlöcher mit reifem Kompost und nicht tiefer als die Knolle dick ist. Der Abstand von Reihe zu Reihe beträgt 75 cm und in der Reihe 30 bis 35 cm. Wenn die Pflanzen zehn Zentimeter groß geworden sind oder wenn Nachtfrost droht, wird das erste Mal angehäufelt. Das Anhäufeln wird in Abständen wiederholt, bis ein möglichst großer Damm entstanden ist.

Gewürzpflanzen mit verholzenden Trieben wie Bergbohnenkraut, Lavendel, Rosmarin, Salbei, Thymian und Ysop werden jedes Jahr stark zurückgeschnitten, damit sie kräftig austreiben und fürs Ernten viele junge Triebe bilden.

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Aussaat, Farne, Gladiolen, Knollen, Obstgehölze, Petersilie, Quitten, Rindenpfropfen, Stauden, Ziergräser

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