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Grüne Tipps im Dezember

Dezember 2019 Keine Hetze. Gartenarbeiten können jetzt warten. Der ­Garten bietet Ruhe und ist gar nicht so langweilig. Da leuchten die roten Steinfrüchte der Stechpalme, die violett glänzenden Beeren des Liebesperlenstrauchs und seit September die Laternen der Lampionstaude. Und jedes Jahr aufs Neue faszinieren die frischen Blüten der Christrose, das Gelb des Winterjasmins und die bizarren Blüten der Zaubernuss.


nach obenZierpflanzen: Blüten und Stecklinge

Treue Begleiter in der dunklen Jahreszeit sind die leuchtenden Laternen der Lampionstaude (Physalis alkekengi var. franchetii).
© Roth
Treue Begleiter in der dunklen Jahreszeit sind die leuchtenden Laternen der Lampionstaude (Physalis alkekengi var. franchetii).
Wenn Sie der Tradition folgend am Barbaratag, den 4. Dezember, Kirschzweige schneiden und in die Vase stellen, werden zur Weihnachtszeit zarte Blüten erscheinen. Auch die Zweige aller anderen Obstgehölze, sowie Steinweichsel und Japanische Quitte treiben willig Blüten. Besonders einfach gelingt es mit dem Goldglöckchen (Forsythia × intermedia), das bei milder Witterung bereits im Freien zu Weihnachten blüht. Geeignet sind kräftige Zweige, die mit vielen Knospen besetzt sind. Bevor Sie die Zweige in die Vase stellen, fördert ein einmaliges, mehrstündiges Bad in warmem Wasser, sowie das erneute Anschneiden der Zweige bei jedem Wasserwechsel das Aufgehen der Blütenknospen.

Gehölze selber vermehren bereitet Freude und spart Geld. Einige Ziersträucher können Sie im Dezember und Januar durch Steckholz vermehren. Diese Methode gelingt leicht bei Goldglöckchen, Hartriegel (Cornus alba und C. Stolonifera), Hoher Sternchenstrauch (Deutzia magnifica), Liebliche Weigela (Weigela florida), Pfeifenstrauch (Philadelphus mehrere Arten) und Sommerflieder (Buddleia davidii).

Steckhölzer sind etwa bleistiftlange Teilstücke, die aus einjährigen, unbelaubten sowie verholzten Trieben geschnitten werden. Damit später beim Stecken die Basis nicht mit dem oberen Ende vertauscht wird, führen Sie den unteren Schnitt schräg unterhalb einer Blattknospe und den oberen waagerecht über einer Blattknospe aus. Am einfachsten ist es, wenn Sie die fertig geschnittenen Steckhölzer direkt in humusreiche, leicht feuchte Gartenerde stecken. Optimal ist ein etwas schattiger und geschützter Ort, damit sich im Frühjahr, bei noch unzureichender Bewurzelung, der zarte Austrieb ungestört entfalten kann. Falls die Erde schon hart gefroren ist, können Sie die einjährigen Triebe kühl und mit feuchtem Sand bedeckt, bis zum Frühjahr aufbewahren.

Magisch – die Blüten der Chinesischen Zaubernuss (Hamamelis mollis). Leuchtend gelbe Petalen überragen violettbraune Kelchblüten.
© Roth
Magisch – die Blüten der Chinesischen Zaubernuss (Hamamelis mollis). Leuchtend gelbe Petalen überragen violettbraune Kelchblüten.

nach obenObstbäume pflanzen und pflegen

Falls Sie noch vor dem Winter Obstgehölze pflanzen möchten, ist Eile geboten: Zum einen, weil die sinkende Bodentemperatur die Wurzelbildung hemmt und die Gehölze langsamer anwachsen und zum anderen, weil ein hart gefrorener Boden das Pflanzen unmöglich macht.

Wenn Sie Obstgehölze an gleicher Stelle ersetzen möchten, ist wegen der Bodenmüdigkeit ein Wechsel der Fruchtart erforderlich. Bei Obstbäumen sollte als Nachpflanzung von Kernobst (Apfel, Birne, Quitte) Steinobst (Kirsche, Pflaume, Pfirsich) folgen. Auch bei Beerenobst ist das Ausweichen auf andere Arten zweckmäßig.

Elegant aber auch zerbrechlich muten die Blüten der Christ- oder Schneerose (Helleborus niger) in der sonst so blütenarmen Jahreszeit an.
© Roth
Elegant aber auch zerbrechlich muten die Blüten der Christ- oder Schneerose (Helleborus niger) in der sonst so blütenarmen Jahreszeit an.
Um das Ausbreiten von Krankheiten zu minimieren, sollten eingelagerte Äpfel und Birnen öfter auf Fäulnis kontrolliert werden. Je niedriger die Raumtemperatur ist und je intensiver gelüftet wird, desto besser halten die Früchte. Auch das Gas Äthylen, das u.a. Kartoffeln und Gemüse ausscheiden, verkürzt die Haltbarkeit. Deshalb sollten Sie Früchte und Gemüse in getrennten Räumen aufbewahren.

Walnüsse werden nicht selten von Schimmelpilzen befallen. Damit das nicht geschieht, lagert man sie flach ausgebreitet an einem trockenen Ort. Wenn Sie die Walnüsse in einem Jutesack aufbewahren, dann sollten Sie die Nüsse zur Kontrolle mindestens einmal monatlich umfüllen. Schimmelpilze können Aflatoxine bilden, die aufgrund ihrer krebserzeugenden Wirkung zu den stärksten natürlichen Giften zählen.

nach obenObstbäume brauchen auch im Winter Pflege

  • Der Rückschnitt von Kernobst-Bäumen kann im Dezember oder den kommenden Wintermonaten erfolgen. Warten Sie trockenes und frostfreies Wetter ab.
  • Eine hoch infektiöse Krankheitsquelle sind Fruchtmumien. Diese sollten, egal ob sie noch am Baum hängen oder auf dem Boden liegen, restlos mit dem Bioabfall entsorgt werden.
  • Entfernen Sie Schnüre, Drähte oder Etiketten, bevor sie beginnen einzuwachsen.
  • Den Stamm junger Bäume schützen Sie mit einer Kunststoffmanschette oder einem engmaschigen Drahtgeflecht vor hungrigen Wildtieren. Gegen Wildverbiss helfen auch frische, auf den Boden gelegte Zweige, die bevorzugt angefressen werden, sowie Wildvergrämungsmittel.
  • Wühlmäuse meiden offene Flächen. Große, unkrautfreie Baumscheiben schrecken sie eventuell ab. In der nahrungsarmen Jahreszeit können Wühlmäuse mit Fallen oder Giftködern bekämpft werden.
  • Ein Kalkanstrich schützt die Rinde vor extremen Temperaturunterschieden und somit vor Frostrissen.

nach obenGemüse überwintern

Bei entsprechender Sortenwahl sind Wintergemüse wie Endivie, Feldsalat, Porree, Radicchio, Winterportulak, Grün-, Palm- und Rosenkohl „hart im Nehmen“, wenn es um frostige Temperaturen geht. Unter dem Schutz von Gartenvlies kann Wintergemüse bis zur Ernte im Garten bleiben. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass sich bei hoher Luftfeuchtigkeit Pilzinfektionen ausbreiten. Durch mehrfaches Kontrollieren ist ein frühzeitiges Eingreifen möglich. In der Regel genügt es, wenn zu Beginn der Infektion die erkrankten Blätter entfernt werden. Wenn Sie gefrorenes Gemüse ernten, entstehen Druckstellen, die beim Auftauen wässrig werden und ein rasches Verarbeiten erfordern.

Auch Haferwurzel (Tragopogon porrifolius), Hammelmöhre (Pastinaca sativa subsp. sativa), Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) und Topinambur (Helianthus tuberosus) überwintern im Beet. Damit die Ernte des Wurzelgemüses jederzeit möglich ist, muss der Boden vor dem Gefrieren geschützt werden. In der Regel genügt eine dicke Laub- oder Strohabdeckung. Aber Vorsicht, auch Mäuse fühlen sich dort wohl, zumal sie direkt an der Futterquelle sind.

Eine vielseitig zu nutzende Pflanze ist Topinambur, auch Indianer-Kartoffel genannt. Die Knollen werden roh oder gekocht − auch als Diabetikerkost − zubereitet und schmecken angenehm nussig. Die Erntezeit beginnt, wenn die oberirdischen Pflanzenteile im Herbst abgestorben sind und endet vor dem Neuaustrieb im März.

Topinambur ist zugleich eine dekorative Zierpflanze, die mit leuchtend gelben Blüten zahlreichen Insekten Nahrung bietet. Sie ist eine langlebige Staude, die jedes Jahr erneut austreibt, in allen Gartenböden gedeiht, sowie sehr robust gegen Krankheiten und Schädlinge ist. Topinambur beansprucht Platz, wird über zwei Meter hoch und breitet sich durch Wurzelausläufer langsam aus. Im Erwerbsgartenbau wird sie einjährig als Gemüse kultiviert. Pflanzzeit ist im März und geerntet werden die Knollen im Herbst.

Vermeiden Sie bei den Winterkulturen im unbeheizten Gewächshaus oder Frühbeet hohe Luftfeuchtigkeit, die zu Fäulnis führt und lüften Sie, sobald das Wetter es zulässt. Mögliche Kulturen sind Feldsalat (Valerianella locusta) oder Postelein ­(Claytonia perfoliata, Syn. Montia perfoliata). Mit einer Vliesabdeckung übersteht dieses Gemüse auch starken Frost.

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Alle früh blühenden Zwiebelblumen (wie die Krokusse) sind auf einen erneuten Wintereinbruch eingestellt.
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Schlagworte dieser Seite:

Apfel, Einlagern, Forsythia, Gewächshaus, Goldglöckchen, Kalkanstrich, Rückschnitt, Walnuss, Wildverbiss, Wintergemüse, Wühlmaus

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