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Grüne Tipps im August

August 2019 Der Erntemonat August ist der Lohn für die vielen Pflanz- und Pflegearbeiten. Die Arbeit kann aber auch Stress verursachen, wenn die Raupen schneller fressen, als der Kohl geschnitten wird, oder die Beeren noch vor dem Pflücken auf den Boden fallen. Holen Sie helfende Hände, bleiben Sie dran und nutzen Sie die Hochsommerwochen gleichzeitig, um mit weiteren Aussaaten und Pflanzungen für den Herbst und Winter vorzusorgen!


Vielfalt, soweit das Auge blickt – der Garten im Hochsommer
© Roth
Vielfalt, soweit das Auge blickt – der Garten im Hochsommer

nach obenZierpflanzen pflegen und pflanzen

Pflegeleicht und attraktiv: Zweijährige Pflanzen, wie Goldlack (Cheiranthus), Fingerhut (Digitalis), Königskerze (Verbascum olympicum), Nachtviole (Hesperis matronalis), Nachtkerze (Oenothera biennis) und Stockrosen (Alcea ficifolia und A. rosea), sind anspruchslos, säen sich immer wieder selbst aus und blühen über einen außergewöhnlich langen Zeitraum. Sie bilden im ersten Jahr eine Blattrosette und blühen erst im Folgejahr.

Einige der sich selbst vermehrenden Pflanzen haben einen starken Ausbreitungswillen, den Sie problemlos in den Griff bekommen, wenn Sie die noch heranreifenden Samenstände ausschneiden. Etwas Besonderes ist die Madonnen-Lilie (Lilium candidum) mit ihren stark duftenden, reinweißen trichterförmigen Blüten. Die Zwiebeln setzt man jetzt etwa 5 cm tief in einen gut wasserdurchlässigen, nahrhaften Boden. Diese Lilienart liebt einen sonnigen Platz und im Sommer Trockenheit.

Erfrischender Regen für den Purpursonnenhut (Echinacea purpurea)
© Roth
Erfrischender Regen für den Purpursonnenhut (Echinacea purpurea)
Aus der Zwiebel treibt noch vor dem Winter eine üppige Blattrosette, die dann im nächsten Frühsommer die Blüte hervorbringt. Junge Pflanzen sind für einen Winterschutz aus Nadelholzreisig dankbar. An einem ungestörten Platz breiten sie sich mit der Zeit horstartig aus.

Pflanzzeit ist auch für weitere Zwiebelblumen wie Herbstzeitlose (Colchicum), Riesen-Steppenkerze (Eremurus robustus) und im Herbst blühende Krokusse (Crocus speciosus, C. kotschyanus, C. sativa).

Trockenblumen halten im Winter Sommerträume wach. Damit Schafgabe (Achillea), Gelber Trommelstock (Craspedia globosa), Kugel-Amaranth (Gomphrena globosa), Lavendel, Strandflieder (Limonium sinuatum, L. latifolium) und Silberling (Lunaria annua) ihre leuchtenden Farben behalten, darf man sie erst voll aufgeblüht ernten. Ausgenommen sind Strohblumen (Helichrysum bracteatum), die rechtzeitig, noch mit geschlossener Blütenmitte, geschnitten werden.

Streifen Sie vor dem Trocknen die Blätter von den Stängeln. Dann bündeln Sie die Blumen zu kleinen Sträußen und hängen sie kopfüber an einem schattigen Platz zum Trocknen auf.

nach obenFrische Blätter für das Wohlbefinden

Frisch gepflückter Lavendel und Minzeblätter ergeben ein belebendes Kräuterbad, das nach einem heißen Sommertag die Lebensgeister neu motiviert.

Lecker schmeckt ein Tee aus Melissen-Blättern, der außerdem bei nervöser Unruhe oder Schlaflosigkeit helfen soll.

nach obenReifes Obst pflücken

Brombeeren sind reif, wenn einem die Früchte fast von selbst in die Hand fallen. Moderne, teilweise stachellose Sorten lassen sich problemlos im Garten an einem Spalier ziehen. Den kaum zu bändigenden wilden Wuchs alter Sorten haben sie längst abgelegt. Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr sowie von August bis Oktober.

Brombeeren brauchen einen jährlich Schnitt. Die abgeernteten Ruten früh reifender Sorten kürzen Sie sofort nach der Ernte, die späteren Sorten von Januar bis Februar direkt über dem Boden. Von den in diesem Jahr gewachsenen Ruten lassen Sie die vier bis sechs kräftigsten stehen und binden sie am Spalier fest. Weitere Bodentriebe schneiden Sie ab. An den Jungruten, die im nächsten Jahr zu Tragruten werden, bilden sich häufig in den Blattachseln Seitentriebe. Diese kürzen Sie alle auf ein bis zwei Blätter.

Bei den im Sommer tragenden Himbeeren schneiden Sie die abgeernteten Ruten dicht über dem Boden ab. Das schafft Platz für den Nachwuchs. Acht bis zehn kräftige Jungruten je laufendem Meter reichen aus.

Schneiden Sie die Ruten der Tafeltrauben 30 bis 50 cm hinter den Trauben ab, damit die Nährstoffe den Trauben und nicht dem Triebwachstum zugutekommen. Kurze und dicht stehende Triebe sowie überzählige Trauben entfernen Sie komplett. Meistens genügt eine Traube je Rute. Entfernen Sie zudem Blätter, welche die Trauben beschatten.

Auch die langen, lediglich beblätterten Ranken der Kiwi kürzen Sie auf 50 cm Länge, damit sie im nächsten Jahr in diesem Bereich fruchten.

Außerdem beginnt die Erntezeit von Äpfeln und Birnen. Wenn Sie die Früchte nicht gleich verzehren wollen, pflücken Sie sie einige Tage vor der Vollreife, damit sie nicht so schnell mehlig werden. Kernobst reift nach.

Stein- und Beerenobst dagegen entfaltet sein volles Aroma erst im letzten Reifestadium. Die optimale Erntezeit ermitteln Sie am besten durchs Schmecken, denn die Ausfärbung der Früchte ist kein zuverlässiges Merkmal.

Rhabarber kann viele Jahre am selben Ort verbleiben. Wenn dann irgendwann doch der Ertrag schrumpft, werden die alten Wurzelstöcke mehrfach geteilt und in ein neues Beet gepflanzt. Weil Rhabarber nahrhafte Erde mag, tut ihm eine Portion Komposterde (2 l/m2) bei der Pflanzaktion sehr gut.

nach obenGemüse säen und ernten

Asiasalat ist eine Mischung aus herzhaft schmeckenden und schnell wachsenden Blattsalaten. Ausgesät wird von Frühjahr bis Herbst. Nach vier Wochen lohnt schon die erste Ernte. Dann schneiden Sie den Salat entweder entlang der Reihe so hoch über dem Boden ab, dass die Herzblätter stehen bleiben und sich weiterentwickeln können. Oder Sie pflücken die äußeren Blätter, damit die Pflanzen rasch nachwachsen. Bei der dritten Erntemöglichkeit werden zu dicht stehende Pflanzen herausgezogen, um anschließend in die Küche zu wandern. Von Asiasalaten gibt es winterharte Mischungen, die auch im unbeheizten Gewächshaus gedeihen.

In der ersten Augustwoche sind noch Aussaaten von Chinakohl, Herbstrüben (Brassica rapa), Pak-Choi, Lauchzwiebeln, Mangold, Spinat, Pflück- und Romanasalat möglich. Für die Saat von Feldsalat, Radieschen, Rettich und die überwinternden Gemüsearten bleibt noch Zeit bis Ende des Monats.

Anfang August ist der letzte Pflanztermin für Grünkohl. Etwas später können Sie noch Chinakohl, Kopf-, Eisberg- und Romanasalat, Kohlrabi, Radicchio, Winterendivien und Winterwirsing setzen.

Die optimale Zeit für die Ernte von Zuckermais zu treffen, ist gar nicht so einfach. Den ersten Hinweis geben die sich braun färbenden Samenfäden, die, ähnlich einem Bart, aus den Kolben wachsen. Einen präzisen Hinweis erhält man aber erst beim Einritzen einiger Maiskörner. Tritt dabei ein weißer Milchsaft aus, ist der Zeitpunkt perfekt. Für diesen Test müssen Sie zuvor ein Stück des Kolbens entblättern.Zuckermais ist nur kurze Zeit lagerfähig und schmeckt am besten frisch geerntet.

Wenn bei Kürbissen der Fruchtansatz ausbleibt, kann ein Wetterumschwung die Ursache sein. Folgt auf eine Phase kühler, regnerischer Witterung eine anhaltende Schönwetterlage mit hohen Temperaturen, dann löst das bei Kürbispflanzen zuweilen Stress aus. Daraufhin bilden sie mehr männliche und weniger weibliche Blüten. Wer während der Hitzewelle ausreichend gießt, wirkt dem Stress entgegen.

Die Früchte der Tomaten brauchen von der Blüte bis zur Reife etwa sechs Wochen. Daher hat nur noch der Fruchtansatz, der sich bis Mitte August bildet, eine Chance auszureifen. Nachfolgende Blütenrispen und weiterhin wachsende Geiztriebe brechen Sie besser aus.

Wachsen die Tomaten im Gewächshaus, dann sollten die Triebspitzen ebenfalls Mitte August eingekürzt werden. Stutzen Sie nicht tiefer als drei Laubblätter oberhalb der letzten Traube. Diese Maßnahmen begünstigen die Luftzirkulation im Gewächshaus und verbessern das Klima.

Das A und O für gesunde Tomatenpflanzen sind trockenes Laub und eine gleichmäßige Wasserversorgung.

nach obenStickstoff frei Haus

Geschickt gewählte Gründüngungs-Pflanzen liefern den Stickstoff direkt ins Beet. Alle Arten, die zur Familie der Schmetterlingsblütler gehören, wie Bohnen, Erbsen, Klee, Lupinen und Wicken, leben mit Knöllchen-Bakterien in Symbiose. Die Bakterien filtern den Stickstoff aus der Luft und lagern ihn im Erdreich ab.

Zu den bekannten Stickstoffsammlern unter den Gründüngungs-Pflanzen zählen Ackerbohne, einige Lupinenarten, Inkarnatklee, Luzerne, Platterbse, Seradella, Sommer- und Winterwicke.

Alle Arten, die keinen Frost vertragen, säen Sie Anfang August, damit ihnen genügend Zeit zum Wachsen bleibt.

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Asiasalat, Brombeeren, Goldlack, Himbeeren, Lavendel, Minze, Nachtkerze, Nachtviole, Stickstoff, Stockrosen, Tafeltrauben, Trockenblumen, Zuckermais, ausschneiden

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