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Grüne Tipps im August

August 2018 Urlaub ganz ohne Reisestress? Im eigenen Garten ist das keine Utopie. Genießen Sie die Sonne im Liegestuhl, oder kosten Sie die erfrischende Kühle unter dem Blätterdach eines Obstbaumes aus. Im August ist der Garten besonders attraktiv: Selten blühen so viele unterschiedliche Blumen gleichzeitig, und ebenso selten reift eine derart große Fülle an verschiedene Früchten heran.


Das milde Licht der Augustsonne lässt viele Blüten, wie auch diese Sonnenblume, in warmen Farben strahlen.
© Roth
Das milde Licht der Augustsonne lässt viele Blüten, wie auch diese Sonnenblume, in warmen Farben strahlen.

nach obenZierpflanzen

Der vertraute Garten wirkt gleich ganz anders, sobald Sie ein paar neue Gewächse in die Beete setzen. Nun beginnt die Pflanzzeit für Laubgehölze wie Rosen und einige Zwiebelblumen. Dazu gehören Herbst-Zeitlosen (Colchicum-Arten und -Sorten), Madonnenlilien ­(Lilium candidum), Riesen-Steppenkerzen (Eremurus robustus) und herbstblühende Krokus-Arten. Auch Stauden, deren Blütezeit in diesem Jahr bereits vorüber ist, wachsen jetzt pro­blemlos an oder lassen sich durch Teilung vermehren.

Winterblüher sind eine Rarität. Wenn Sie im August Christ- und Lenzrosen (Helleborus) pflanzen, werden diese, je nach Art und Sorte, von Dezember bis April blühen. Sie gedeihen an einem leicht schattigen und ungestörten (kein Hacken oder gar Graben) Ort mit humusreichem, kalkhaltigem Boden.

Lavendel (Lavandula angustifolia) behält seine buschige, kompakte Form, wenn Sie ihn jedes Jahr gleich nach der Blüte zurückschneiden. Dadurch kann die Pflanze ihre gesamte Kraft in das Wachstum stecken und muss keine Energie für die Samenbildung aufbringen. Schneiden Sie nicht zu tief, sondern lediglich die Blütenstiele und Triebspitzen.

Während Hitzeperioden trocknen nicht nur die Beete aus: Auch aus dem Gartenteich verdunstet Wasser. Füllen Sie den Teich nicht auf einmal wieder auf, sondern portionsweise. So stören Sie das biologische Gleichgewicht am wenigsten.

In einigen Teichen verdrängen wuchernde Pflanzen ihre schwach wachsenden Nachbar-Arten. Damit diese eine Chance haben, holen Sie Teile der üppig wachsenden Pflanzen heraus. Gehen Sie auch hierbei behutsam vor, um die Wasserökologie möglichst wenig durcheinanderzubringen.

Nährstoffe, die in den Teich gelangen, verschlechtern die Wasserqualität und fördern Algen. Dem beugen Sie vor, indem Sie abgestorbene Pflanzenteile aus dem Wasser entfernen, die Fische sparsam füttern und aufpassen, dass Erde nicht in den Teich geschwemmt werden kann, z. B. durch Starkregen.

nach obenObst

Gleich nach der Ernte braucht Beerenobst Pflege. Die Pflanzen profitieren dann von einem Rückschnitt, durchdringendem Gießen bei Trockenheit, flachem Lockern der Bodenkrume sowie von einer Mulchdecke, z. B. aus Rasenschnitt.

Entfernen Sie an Johannisbeersträuchern alle überzähligen Triebe direkt über dem Boden. Der perfekte Strauch besteht aus acht bis zwölf Gerüstästen, die ein bis drei Jahre alt sind. Sobald er nach der Pflanzung ausreichend Gerüstäste hat, schneiden Sie jedes Jahr drei oder vier der ältesten heraus. Als Ersatz wählen Sie ebenso viele kräftige, junge Triebe. Alle übrigen Schösslinge schneiden Sie bodennah ab.

Ein dichter Stachelbeerstrauch macht bei der Ernte keinen Spaß. Außerdem bleiben die Triebe nach Niederschlägen länger feucht – gute Bedingungen für Pilzkrankheiten wie Stachelbeermehltau. Schaffen Sie Luft im Gehölz, indem Sie jedes Jahr drei bis vier alte Gerüstäste (dunkle Rinde) möglichst tief an der Strauchbasis herausnehmen. Wie bei den Johannisbeeren beschrieben, nehmen entsprechend viele Jungtriebe deren Stelle ein. Schneiden Sie außerdem alle nach innen wachsenden und nach unten geneigten Seitenäste ab.

Ideale Heidelbeersträucher bestehen aus sechs bis acht Trieben, die jeweils nicht älter als drei Jahre sind. Ältere Triebe nehmen Sie heraus.

Bei einmaltragenden Himbeeren schneiden Sie alle abgeernteten Ruten so tief wie möglich ab. Dadurch bekommen die neuen Triebe genügend Raum, um sich gesund zu entwickeln. Wählen Sie etwa zwölf der neuen Triebe je laufendem Meter aus und binden Sie diese an das Spalier. (Mehr dazu: Die Himbeeren sind startklar!)

Für einmaltragende Erdbeer-Sorten beginnt die optimale Pflanzzeit am 20. Juli und endet am 20 August. Je früher sie in die Erde kommen, desto größer fällt die Ernte im kommenden Jahr aus.

Die Pflanzsaison von Erdbeer-Sorten, die von Juni bis Oktober Früchte tragen, erstreckt sich vom Frühling bis Ende September.

Wenn Äpfel, Birnen und Pflaumen zu früh vom Baum fallen, stecken häufig Obstmaden darin. Eigentlich handelt es sich hierbei um die Raupen des Apfel-, Birnen- bzw. Pflaumenwicklers. Sammeln Sie das Fallobst regelmäßig auf und entsorgen Sie es über die Mülltonne. Damit dämmen Sie die Vermehrung der Insekten ein.

Wildobst liegt im Trend. Vielleicht ist die Kornelkirsche (Cornus mas) etwas für Sie: Der Strauch eignet sich für kleine Gärten, ist anspruchslos und einfach zu pflegen. Seine besonderen Stärken sind die im März erscheinenden gelben Blüten sowie die leckeren, vielfältig verwendbaren roten Früchte.

nach obenGemüse

Tomaten mögen Wärme und gleichmäßig feuchte Böden, verabscheuen aber, wenn sich Temperatur oder Feuchtigkeit abrupt ändern. Die Reaktion darauf können Sie an den Früchten erkennen.

Ein zuerst brauner, dann schwarz werdender Fleck gegenüber dem Stielansatz, also dort, wo einst die Blüte war, ist auf einen unzureichenden Calcium-Transport in der Pflanze zurückzuführen. Blütenendfäule heißt dieses Phänomen, das nicht durch Schädlinge verursacht wird. Diese Krankheit hat nichts mit der Kraut- und Braunfäule zu tun. Als Auslöser stehen hohe Stickstoff- und Kaliumgehalte im Boden sowie schwankende Bodenfeuchtigkeit im Verdacht.

Typisch für den Grünkragen ist das grün oder gelb bleibende, nicht nachreifende und harte Fruchtfleisch am Stielansatz. Besonders betroffen sind Pflanzen im Kleingewächshaus, in dem bei starker Sonneneinstrahlung hohe Temperaturen entstehen.

Extreme Wetterwechsel verursachen, dass die Früchte ringförmig aufplatzen. Bei allen drei physiologischen, also nicht durch Schaderreger verursachten Störungen können Sie die Früchte bedenkenlos essen, nachdem Sie die befallenen Stellen entfernt haben. Tomatenfrüchte brauchen von der Befruchtung der Blüte bis zur Reife etwa sechs Wochen. Daher hat nur noch der Fruchtansatz, der sich vor Mitte August bildet, eine Chance zu reifen. Blütenrispen, die später entstehen, brechen Sie aus, damit sie der Pflanze keine Kraft rauben.

Späte Gemüse-Arten, wie Grün-, Rosen- und Kopfkohl, Möhren, Pastinaken, Porree, Rote Bete und Sellerie, die erst im Herbst oder Winter erntereif sind, legen in den nächsten Wochen stark an Gewicht zu. In dieser Wachstumsphase brauchen sie viele Nährstoffe und Wasser. Deshalb wirkt es sich positiv auf den Ertrag aus, wenn Sie im August einen Volldünger geben, bei anhaltender Trockenheit gießen und die Bodenkrume häufig lockern.

Achten Sie auf gefräßige Raupen an Kohlpflanzen. Drei Schmetterlings-Arten sind bis in den Herbst hinein aktiv: Die Raupen der Kohleule lassen manchmal nur die Herzblätter übrig oder fressen Löcher in den Kohlkopf. Die kleinen Raupen der Kohlmotte hinterlassen in den Blättern Löcher, die Fenstern ähneln. Als bedeutendste Kohlschädlinge gelten die Raupen des Kohlweißlings, die oft nur noch die Blattrippen übrig lassen. Das Abdecken mit Kulturschutznetzen ist eine sichere Möglichkeit, die Schmetterlinge an der Eiablage zu hindern. Ansonsten hilft es, die Eier zu zerdrücken und Raupen abzusammeln. Im Notfall helfen zugelassene Pflanzenschutzmittel.

Wenn Sie in der kalten Jahreszeit Frisches aus dem Garten ernten möchten, säen Sie Anfang August Chinakohl, Fenchel, Rote Bete, Radieschen, Winterendivien, Zichoriensalat und Petersilie aus.

Für die Winterkultur eignen sich Lauch- oder Bundzwiebeln (Aussaat 15. bis 25. August), Knoblauch (Pflanzzeit September und Oktober), Spinat (Aussaat September), Winterblumenkohl (Pflanzzeit bis 10. August) sowie Winterkopfsalat (Aussaat 15. August bis 15. September). Verwenden Sie für die Winterkultur frostunempfindliche Sorten, und schützen Sie die Pflanzen mit Gärtnervlies vor Kahlfrösten.

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Kurz vor der Ernte werden noch einmal ungeeignete Früchte entfernt. Im Bild beispielsweise bei der Frucht mit dem Frostring.
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Beerenobst, Gartenteich, Grünkragen, Himbeere, Johannisbeersträucher, Kornelkirsche, Lavendel, Lenzrose, Obstmade, Raupe, Stachelbeersträucher, Tomate, Urlaub, Winterblüher, Winterkultur

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