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Grüne Tipps im Februar

Februar 2020 Die ersten Blüten der Schneeglöckchen und Winterlinge locken jetzt in den Garten und verführen zu ersten Arbeiten. Aber solange noch Wintereinbrüche wahrscheinlich sind, sollten wir derartige Aktivitäten zügeln und noch entspannt abwarten.


nach obenZiergarten: Teilung und Pflegeschnitt

Dort, wo der Boden bereits aufgetaut ist, können Gräser und Stauden, die im Sommer oder Herbst blühen, durch Teilung vermehrt werden. Dazu graben Sie die Pflanze aus und teilen den Wurzelstock in mehrere Stücke. Je nach Größe und Beschaffenheit des Wurzelballens gelingt das Zerteilen vorsichtig mit den Fingern oder kraftvoll mit einem Messer oder gar mit dem Spaten. Die Teilstücke sollten dann an einem anderen Platz eingepflanzt und kräftig angegossen werden. Das Teilen dient neben der Vermehrung auch der Regeneration alter, blühunwilliger Stauden.

Eine strahlende Schönheit ist die Lenzrose (Helleborus purpurescens). Dieser anpassungsfähigen Gartenstaude sagt ein ungestörter Platz im Halbschatten besonders zu.
© Roth
Eine strahlende Schönheit ist die Lenzrose (Helleborus purpurescens). Dieser anpassungsfähigen Gartenstaude sagt ein ungestörter Platz im Halbschatten besonders zu.
Lenzrose (Helleborus purpurescens).
© Roth
Lenzrose (Helleborus purpurescens).
Für viele Ziersträucher, die ab dem Frühsommer blühen, ist die Zeit für einen Pflegeschnitt im Februar und Anfang März günstig. Um den Neuaustrieb nicht zu schwächen, erledigen Sie die Rückschnitt, noch bevor der Saftstrom intensiv fließt.

Aus Gründen des Vogelschutzes besteht vom 1. März bis 30. September ein Schnitt- und Rodeverbot für Gehölze. Das gilt aber nicht für den Formschnitt von Hecken, den Pflegeschnitt bei Gartensträuchern oder den Rückschnitt von Obstgehölzen, wie bspw. den Sommerschnitt.

Je nach Sorte blüht die Winter- oder Schneeheide (Erica carnea) von November bis April. Damit ihr kompaktes Aussehen und der dichte Wuchs über viele Jahre erhalten bleiben, ist jährlich gleich nach der Blüte ein leichter Rückschnitt erforderlich. Dadurch verhindern Sie nicht nur das Vergreisen der Pflanze, sondern fördern auch die Blütenbildung. Nur sehr flach und schwach wachsende Sorten werden nicht geschnitten.

Schneeglöckchen (Galanthus spp.) sind unkomplizierte Frühlingsboten. Sie beanspruchen einen ruhigen Ort, an dem die Erde unbearbeitet bleibt.
© Roth
Schneeglöckchen (Galanthus spp.) sind unkomplizierte Frühlingsboten. Sie beanspruchen einen ruhigen Ort, an dem die Erde unbearbeitet bleibt.
Wenn die vertrockneten Blütenstände der Gartenhortensie (Hydrangea macrophylla) stören, können sie oberhalb des ersten Knospenpaares abgeschnitten werden. Achtung, falls Sie die Schere bei alten Sorten tiefer ansetzen, schneiden Sie den diesjährigen Blütenansatz gleich mit weg. Bei einigen neuen Züchtungen kann das nicht mehr passieren, denn die blühen auch an den diesjährigen Trieben.

Im Winter ist der Rasen empfindlich. Betreten Sie ihn möglichst nicht, denn gefrorenes Gras bricht bei Belastung. Außerdem verdichtet sich die feuchte Erde mit jedem Schritt ein bisschen mehr. Auch aufgehäufter Schnee ist für den Rasen eine drückende Last.

In Gärtnereien oder im Gartencenter verbreiten die bunten Blüten der Primeln, Ranunkeln und Hornveilchen sowie eine Vielzahl von Zwiebelblumen Frühlingslust. Da die Blumen in Gewächshäusern vorgezogen wurden, reagieren sie auf Temperaturen unter 0 °C empfindlich. Decken Sie die Pflanzen in Frostnächten mit Vlies oder einigen Seiten Zeitungspapier ab. Oder Sie rücken die Blumen ganz dicht an eine geschützte Hauswand oder nehmen sie vorübergehend mit ins Haus.

Nach dem Abblühen lohnt das Auspflanzen ins Gartenbeet. Zumindest bei den Zwiebelblumen ist es einen Versuch wert.

nach obenObstgehölze pflegen

Entfernen Sie beim Auslichten der Obstbäume die Fruchtmumien, das sind von der Monilia-Fruchtfäule befallene Früchte, gleich mit.
© Roth
Entfernen Sie beim Auslichten der Obstbäume die Fruchtmumien, das sind von der Monilia-Fruchtfäule befallene Früchte, gleich mit.
Wenn Sie noch Obstgehölze auslichten wollen, wählen Sie einen trockenen Tag mit Temperaturen über –5 °C. Denn Schneiden und Sägen bei großer Kälte kann zu starken Verletzungen der Gehölze führen, während Nässe die Übertragung von Pilzsporen begünstigt.

Ist der Boden frostfrei und einigermaßen abgetrocknet, kann mit dem Pflanzen der Obstgehölze begonnen werden. Heben Sie die Pflanzgrube großzügig aus, damit die Gehölze es beim Einwurzeln und Weiterwachsen in der Anfangszeit leicht haben. Obstbäume sollten nur so tief gesetzt werden, dass die Oberfläche des Beetes und des Wurzelballens auf gleicher Höhe sind. Johannis- und Stachelbeersträucher können hingegen etwas tiefer gesetzt werden.

Schwere Ton- und Lehmböden lassen sich durch Einmischen von Kies oder Sand aufwerten. Leichte Sandböden können durch Zuschläge von Tonmineralen wie Bentonit verbessert werden. Das Beimischen von verrottetem Kompost zur Pflanzerde ist immer vorteilhaft.

Bei der Auswahl der neuen Gehölze sollten Sie unbedingt deren Standortansprüche berücksichtigen. Denn nur Pflanzen, die sich in ihrer Umgebung wohl fühlen, entwickeln ihre ganze Kraft und sind widerstandsfähig gegenüber Krankheiten.

Die Kräuselkrankheit kann großen Schaden an Pfirsich-, Aprikosen- und Nektarinenbäumen anrichten. Blasenartige Verdickungen mit weißlich- oder rot-bräunlicher Verfärbung an den Blättern sind eindeutige Anzeichen dieser Pilzinfektion, die mit Blattverlust endet. Bei jährlich wiederkehrenden Symptomen wird der Baum total geschwächt.

Wenn Sie mit einem Spritzmittel behandeln wollen, müssen Sie es frühzeitig, mit dem Beginn des Knospenschwellens, einsetzen. Das kann bereits im Februar erforderlich sein, wenn an einigen Tagen die Temperatur über 10 °C steigt.

Im Dienstleistungszentrum Rheinpfalz (DLR) konnte eine deutliche Befallsreduktion mit dem Pflanzenstärkungsmittel „Neudo-Vital Obst Pilzschutz“ erzielt werden. Eine vorbeugende Wirkung hatten auch Präparate auf der Basis von Meeralgen. Es ist auch ein Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Difenoconazol, zum Beispiel „Duaxo Universal Pilz-frei“ amtlich zugelassen.

Wer nicht spritzen möchte, sollte unbedingt alle erkrankten Blätter entsorgen.

nach obenSind alle Gartengeräte einsatzbereit?

Damit die kommende Gartensaison voller Freude genossen werden kann und vor allem unfallfrei verläuft, sollten Sie zuvor die Sicherheit der Leitern und der (motorisierten) Gartengeräte überprüfen. Immerhin passieren jährlich in Deutschland 200.000 Unfälle bei der Gartenarbeit. Fast die Hälfte davon sind Verletzungen durch scharfe oder spitze Gegenstände, gefolgt von Stürzen von Leitern.

nach obenGemüse

Die ersten Sonnentage verleiten zu voreiligen Aussaaten im Freien. Wen es gar zu sehr in den Fingern kribbelt, der kann Ende des Monats Puff- oder Saubohnen (Vicia faba), Feldsalat und Spinat aussäen. Vorausgesetzt, die Erde ist soweit abgetrocknet, dass ein feinkrümeliges Saatbett hergerichtet werden kann. Decken Sie das Beet zum Schutz vor Kälte und hungrigen Vögeln mit einer doppelten Lage Gartenvlies ab.

Sicherer ist die Jungpflanzenanzucht auf der heimischen Fensterbank. Ideal für die Aussaat von Paprika ist Mitte Februar. Bei einem früheren Termin ist die natürliche Lichtintensität noch zu gering und bei der Aussaat im März wird die Zeit für die lange Entwicklungsphase knapp.

Mit der Anzucht von Tomaten können Sie noch warten. Aussaaten im März entwickeln sich schnell zu kräftigen Pflanzen und holen früher ausgesäte Pflanzen bis zum Sommer ein.

Kürbis und Zucchini genügen vier bis sechs Wochen für die Anzucht. Wenn die Jungpflanzen um den 20. Mai ins Beet gesetzt werden sollen, ist Anfang bis Mitte April die passende Zeit für die Aussaat.

Verwenden Sie für die Aussaaten Anzuchterden und achten Sie auf die optimale Keimtemperatur von 22 bis 25 °C. Die heranwachsenden Jungpflanzen sollten hell und bei 16 bis 20 °C stehen.

Das Abdecken mit Gemüsevlies schützt überwinterndes Blattgemüse wie Porree, Rosenkohl, Spinat und Feldsalat vor Frost- und Trockenschäden. Selbstverständlich ist die optimale Zeit längst verstrichen, aber es ist besser, es jetzt nachzuholen, als es ganz zu unterlassen. Besonders gefährdet sind Pflanzen, bei denen das Blattgewebe tagsüber auftaut und nachts wieder gefriert. Deutlich weniger Stress verursachen gleichbleibende Minusgrade, selbst wenn sie unter –10 °C sinken.

Wenn frostfrei eingelagertes Wurzelgemüse und Zwiebeln beginnen grün auszutreiben, wird es Zeit für die Verwertung in der Küche. Denn mit dem Austrieb werden Inhaltsstoffe mobilisiert, die den Geschmack und den Gehalt des Gemüses mindern. Verwenden Sie das Grün gleich mit. In der Regel ist es zart und voller frischer Aromen.

nach obenTipp:

Rhabarber treibt vorzeitig zarte Stiele, wenn Sie nach der Schneeschmelze einen schwarzen Eimer über die Staude stülpen.

nach obenOrganisch oder mineralisch düngen?

Das vielfältige Angebot an Düngemitteln ist verwirrend. Der erste Schritt zum passenden Dünger ist die Wahl zwischen organischen und mineralischen Produkten.

Organische Düngemittel brauchen Zeit, bevor sie wirken, denn sie müssen erst durch Mikroorganismen aufgeschlossen (mineralisiert) werden. Das dauert je nach Bodentemperatur etliche Wochen. Die Anwendungszeit sollte daher vor dem Beginn der Vegetation liegen. Organische Volldünger wirken nachhaltig und sind sehr pflanzenverträglich.

Mineralische Dünger sind wasserlöslich und deshalb sofort für die Pflanzen verfügbar. Wegen der schnellen Wirksamkeit sollen sie erst dann ausgebracht werden, wenn sich die Pflanzen im Wachstum befinden. Mineralische Düngemittel sind nur bedingt nachhaltig.

Eine spezielle Variante der mineralischen Volldünger sind Depot- oder Langzeitdünger. Auch sie benötigen keine längere Startzeit, geben aber die Nährstoffe kontinuierlich über eine lange Zeitspanne ab. Sie beträgt, je nach Konzeption des Düngemittels, bis zu neun Monate oder sogar noch länger.

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Erica, Jungpflanzenanzucht, Kräuselkrankheit, Langzeitdünger, Pflegeschnitt, Rasen, Schneeheide, Teilung, Tomaten, Zucchini, auslichten, düngen

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