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Ein Hausbaum für’s Kleinklima

März 2022 Ein schöner Hausbaum darf in keinem Garten fehlen – nicht ohne Grund wurde in einer schon langen Tradition zu jedem Haus ein Baum gepflanzt. Leider gerät dies heutzutage in Vergessenheit und in vielen Neubaugebieten wird dieser schöne Schattenspender durch ein multifunktionales Sonnensegel ersetzt. Doch während ein künstlicher Sonnenschutz nur vor der Einstrahlung schützt, kann ein Baum zudem die Luft aktiv abkühlen.


Laubbaum zur Beschattung der Südseite eines Wohnhauses
© Breidbach
Laubbaum zur Beschattung der Südseite eines Wohnhauses
Der Klimawandel und seine Folgen sind allgegenwärtig, auch ein eher feuchter Sommer 2021 kann nicht darüber hinwegtäuschen. Betonierte, gepflasterte und asphaltierte Flächen heizen die Umgebung auf, durch die hohe Speicherfähigkeit der Materialien kommt es zudem nur zu einer geringen nächtlichen Abkühlung. Das gilt auch für die leider sehr beliebten Schotterflächen in den Vorgärten. Die intensive Sonneneinstrahlung und die hohen Temperaturen sind dann nicht nur im Garten, sondern auch im Haus zu spüren. Umso wichtiger ist es, mit einer entsprechenden Anpflanzung eines Baumes oder mehrerer Bäume für Linderung zu sorgen.

Denn Bäume sind tatsächlich in der Lage, ihre Umgebungstemperatur vor allem durch zwei Faktoren zu reduzieren: Verdunstung und Beschattung. Durch die Verdunstung wird nicht nur die Luftfeuchtigkeit in Baumnähe erhöht. Zum Verdunsten, also für den Übergang von flüssigem Wasser zu Wasserdampf, wird Wärme benötigt. Diese Wärme wird der Umgebungsluft entzogen, die Luft innerhalb der Baumkrone kühlt sich ab und da sie schwerer ist, sinkt sie nach unten. Je größer die Baumkrone und die Blattflächen, umso stärker ist die Kühlwirkung. Immerhin können große Bäume bis zu 400 l Wasser am Tag verdunsten. Auch die Grünfläche unter dem Baum spielt eine Rolle. Da die Pflanzen ebenfalls Wasser verdunsten, wird der Kühlungseffekt zusätzlich verstärkt (im Fachjargon auch als Verdunstungskälte bezeichnet). Die Wirkung einer Beschattung entsteht durch die Reflexion der Strahlung von der Blattoberfläche. Dadurch wird verhindert, dass ein Teil der Strahlung bis zum Boden vordringen kann. Neben der sichtbaren Strahlung kann besonders bei dichten Baumkronen die hautschädigende UV-Strahlung um bis zu 90 % reduziert werden. Zusammengenommen wirken beide Faktoren wie eine gute Klimaanlage – Untersuchungen zeigen, dass unter einem Baum die Temperauren um bis zu 10 °C niedriger liegen als in der unbegrünten Umgebung.

Neben diesen beiden Aspekten schaffen Bäume für viele Menschen eine angenehme Atmosphäre, die positive Wirkung von grünem Laub auf Psyche und Gesundheit ist vielfach beschrieben. Sie produzieren Sauerstoff und binden dabei das klimaschädliche CO2, sie wirken als Feinstaub- und Schadstofffilter, und sie dienen als Nahrungsquelle und Unterschlupf für viele Insekten und Vögel.

VWE-Folder "Böume für kleine Gärten"
© VWE
VWE-Folder "Böume für kleine Gärten"
Welche Bäume für kleine Gärten geeignet sind und welche mit den Folgen des Klimawandels gut klarkommen, können Sie in dem Folder Bäume für kleine Gärten und auf unserer Website nachlesen (www.gartenberatung.de/on235312).

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Haubaum, Insekten, Klimaanlage, Luftfeuchtigkeit, Sauerstoff, Verdunstung, Vögel
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