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Der richtige Schnitt

November 2020 Gehölze müssen von Zeit zu Zeit geschnitten werden. Den Schnitt sollten Sie möglichst schonend ausführen. Wichtig ist dabei die richtige Schnittführung. Wenn Äste entnommen werden müssen, sollte das mit dem Schnitt auf Astring oder mit dem Ableiten geschehen.


Der Astring wird auch Astkragen genannt. In dieser wulstartigen Verdickung befindet sich Wundgewebe. Wenn Sie einen Ast am Stamm oder an anderer Stelle entnehmen, sollten Sie unbedingt den Astring belassen. Denn so kann das Wundgewebe mit der Zellteilung beginnen, um die Wunde zu schließen.

Sauber ausgeführter Ableitungsschnitt
© Verband Wohneigentum NRW e. V.
Sauber ausgeführter Ableitungsschnitt
Astringschnitt: Die Linie zeigt den Schnitt an. Die Verdickung (Astring) neben der Linie muss stehen bleiben.
© Verband Wohneigentum NRW e. V.
Astringschnitt: Die Linie zeigt den Schnitt an. Die Verdickung (Astring) neben der Linie muss stehen bleiben.

nach obenÜberwallung und Abschottung

Das Gewebe, das die Wunde von außen erkennbar schließt, wird als Kallus bezeichnet. Dieser Prozess der äußeren Wundschließung ist die Überwallung. Der innerlich stattfindende Prozess wird Abschottung genannt.

Für eine zügige Überwallung und Abschottung sollten Sie:
  • den Schnitt an der richtigen Stelle ausführen.
  • die Schnittwunden möglichst klein halten.
  • den Schnittzeitpunkt, wenn möglich, in die Vegetation verlegen.

Wenn Sie schwere Äste entnehmen, sollten Sie vor dem Schnitt auf Astring einen Entlastungsschnitt durchführen (siehe Videoempfehlung unten). So verhindern Sie ein Einreißen der Rinde.

nach obenAbleiten

Ableitungsschnitt an Felsenbirne
© Verband Wohneigentum NRW e. V.
Ableitungsschnitt an Felsenbirne
Mit der ableitenden Schnittführung können Sie Höhe und Seiten schonend reduzieren. Sie erhalten so den natürlichen Wuchscharakter der Pflanze. Dabei schneiden Sie einen längeren Trieb (Ast/Zweig) dort ab, wo ein kürzerer entspringt. Bei der Ableitenden Schnittführung ist in der Regel kein Astring vorhanden.

Beim Ableiten sollten Sie beachten, dass:
  • die Schnittwunde auf der Unterseite liegt.
  • der verbleibende Trieb mindestens 1/3 des Durchmessers des zu entnehmenden Triebes aufweist.
  • der verbleibende Trieb steil genug steht.
  • der Schnitt leicht schräg vom verbleibenden Trieb ausgeführt wird.

Wenn Sie Gehölze schneiden, sollten Sie immer darauf achten, dass Sie
  • die Schnittwunden sauber ausführen, also Einreißen der Rinde und Ausfransen vermeiden.
  • scharfe und geeignete Werkzeuge verwenden, wie Zugsägen und Bypass-Rosenscheren.
  • die Schnittmaßnahmen nicht bei unter –5 °C durchführen!
  • die aus pflanzlicher Sicht besten Schnittzeitpunkte, i. d. R. von Mai bis September, wählen.

Wir haben alle wichtigen Informationen in unserem Video Schnittführung und Werkzeug auf unserem YouTube-Kanal zusammengefasst. Naturschutzgesetz und evtl. Baumschutzsatzungen beim Schnitt beachten!

Hier das Video:
https://www.youtube.com/watch?v=wz8U7lec2ow
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Baumschnitt, Schnitt, Schnittführung, Schnittzeitpunkte, Wundschließung, gartenberatung.de
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