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gartenberatung.de − Ihre Garten-Fragen!

März 2019 Unserem Aufruf nach Gartenfragen sind viele Leser gefolgt. In dieser Ausgabe beantworteten die Fragen Martin Breidbach (MB), Bundesgartenberater und Gartenberater Verband Wohneigentum Hessen, sowie Sven Görlitz (SG), Gartenberater Verband Wohneigentum Baden-Württemberg.


nach obenVerflixter Sauerklee

Seit einigen Jahren habe ich große Probleme mit dem Unkraut Sauerklee in meinem Garten. Die Vermehrung geht rasant voran, ich bekomme das Problem auch mit Unkrautvernichtern nicht in den Griff. Über einen Rat zur Bekämpfung würde ich mich freuen. H. B.

Die Bekämpfung des Sauerklees: Generell sollte man versuchen, die Pflanzen samt Ihrer tiefliegenden Pfahlwurzel auszugraben und zu entfernen.
© Sven Görlitz
Die Bekämpfung des Sauerklees: Generell sollte man versuchen, die Pflanzen samt Ihrer tiefliegenden Pfahlwurzel auszugraben und zu entfernen.
SG: Dem Sauerklee im Garten ist in der Tat sehr schwierig beizukommen, er profitiert sehr stark von der heißen Witterung im Sommer. Mit seinen tiefgehenden Wurzeln kann er sich auch noch bei großer Trockenheit gut mit Wasser versorgen und hat so einen großen Standortvorteil gegenüber Rasen. Da er sich sowohl über Samen als auch über Ausläufer ausbreitet, kann er sich sehr rasch verbreiten. Mit Unkrautvernichtern wird man hier dauerhaft keine Chance haben, da sich an dem optimalen Standortbedingen für den Klee dadurch nichts ändert

Bekämpfung: Generell sollte man versuchen, die Pflanzen samt Ihrer tiefliegenden Pfahlwurzel auszugraben und zu entfernen. Junge Keimlinge entfernen Sie bereits vor der Blüten und Samenbildung. Eine Samenkapsel kann ca. 70 Samenkörner bis zu einem Meter weit schleudern.

Im Rasen muss den Rasengräsern immer ein Standortvorteil verschafft werden. Dazu ist die richtige Versorgung mit Nährstoffen sehr wichtig. Der Nährstoffbedarf lässt sich durch eine Bodenuntersuchung ermitteln. Den Rasen im Frühjahr gemäß der Untersuchungsergebnisse düngen – möglichst organisch. Rasenflächen bei Trockenheit durchdringend alle paar Tage wässern. Mähen Sie den Rasen sehr oft, aber lassen Sie ihn mindestens 4 cm hoch stehen. Tieferes Mähen schwächt den Rasen und fördert Unkrautwachstum.

Auf Beeten sollte man die Erde möglichst mit Mulchschichten, z. B. aus Rasenschnitt und Laubhäcksel, bedecken. Die Keimung wird so erschwert und Keimlinge lassen sich besser entfernen.

Plattenbeläge möglichst mit Pressfuge auf Splitt verlegen. Fugen mit Brechsand ausfugen.

Trotz aller Bemühungen ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie diese Pflanze nicht mehr komplett loswerden, sie ist einfach sehr gut an Wetterextreme angepasst. Vielleicht sollte man sich deshalb (an manchen Stellen) mit ihr anfreunden, immerhin gilt sie auch als Zierpflanze und die Insekten freuen sich über die nektar- und pollenhaltigen Blüten.

nach obenVersponnener Rotdorn

Mein 12-jähriger Rotdorn bereitet mir Sorge: Als wir Mitte Mai aus dem Urlaub kamen, waren im Geäst unzählige feine weiße Gespinste mit vielen Raupen. Nach kurzer Zeit waren nur noch leere Gespinste da, die Blätter sind vertrocknet und die Zweige sehen abgestorben aus. Was muss ich unternehmen, um den Baum zu retten? H. R.

Bei den Gespinsten handelt es sich die Fäden der Gespinstmotte, ein kleiner, heller Falter von ca. 1 cm Länge.
© H. Reichelt
Bei den Gespinsten handelt es sich die Fäden der Gespinstmotte, ein kleiner, heller Falter von ca. 1 cm Länge.
MB: Bei den Gespinsten handelt es sich die Fäden der Gespinstmotte, ein kleiner, heller Falter von ca. 1 cm Länge. Die weißen Flügel sind auffällig schwarz gepunktet. Nach vollendeter Larvenentwicklung verpuppen sich die Tiere innerhalb des Gespinstes. Die Falter schlüpfen im Juli und legen ihre Eier an Zweigen ab. Die Junglarven überstehen den Winter unter einer schützenden Sekretschicht. Im Frühjahr beginnen sie dann mit ihrer Fraßtätigkeit. Im Garten treten Gespinstmotten erfahrungsgemäß eher selten auf, sodass auf eine Bekämpfung verzichtet werden kann, zumal ein Befall meist erst bei Kahlfraß entdeckt wird. Stellt man rechtzeitig erste Gespinstbildung durch die Larven fest, reicht ein Entfernen der Gespinste mit der Schere. Zudem regenerieren die Sträucher sehr gut. Leider war der Befall in den Gärten, aber auch in der freien Landschaft, 2018 besonders stark. Dies muss aber nicht heißen, dass es auch in Zukunft wieder zu einem starken Befall kommt.

Schneiden Sie die befallenen Triebe bis ins gesunde Holz zurück – das kann auch im Herbst gemacht werden – und achten Sie im kommenden Frühjahr auf einen erneuten Befall. Je früher Sie durch ein manuelles Entfernen kleiner Gespinste reagieren, desto eher können Sie ein Ausbreiten und damit ein Absterben einzelner Zweigpartien verhindern.

nach obenVermooste Wiese

Ich bekomme ein bestimmtes Unkraut in meinem Garten nicht in den Griff, daher wende ich mich vertrauensvoll an Sie. Es handelt sich um eine krautförmige Pflanze, die sich moosförmig auf der Wiese und in den Beeten ausbreitet und jedes Jahr wiederkommt. Ich muss dazu sagen, dass mein Garten sehr schattig liegt – die Sonne hat es also schwer, überall vorzudringen. Was empfehlen Sie mir? F. B.

SG: Bei dem Moos in Ihrem Garten handelt es sich um ein Lebermoos. Diese Moosart kommt vor allem dort vor, wo der Boden verdichtet, völlig beschattet und dauerhaft feucht ist. Daher wird es auch nach einer Entfernung immer wieder neu nachwachsen.

Folgende Maßnahmen könnten helfen: Den verdichteten Boden auflockern und Sand aufbringen (mindestens 2–3 cm). Dadurch trocknet der Boden oberflächlich schneller ab, was für das Lebermoos ein Problem ist. Wenn möglich, sollten Sie außerdem dafür sorgen, dass mehr Sonnenlicht auf die Fläche kommt.

Da der Rasen aber im Schatten immer große Probleme haben wird, würde ich Ihnen empfehlen, an diesen schattigen Stellen bodendeckende Stauden oder Gehölze zu pflanzen.

nach obenVerwühlter Rasen

Ich habe hinter dem Haus einen Ziergarten, zu dem eine Rasenfläche von ca. 80 m2 gehört. Auf dieser Fläche haben sich vermutlich Wühlmäuse niedergelassen, die den Rasen mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit zerwühlt haben. Auch ein Maulwurf hat sich noch dazu gesellt, durch den die Fläche noch weiter in eine Berg- und Tal-Landschaft verwandelt wurde. Bekannte gaben mir den Rat, die Wühler zu verjagen, indem ich Grillanzünder in die entstandenen Erdlöcher stecke – aber leider ohne Erfolg. Ich habe bereits daran gedacht, die gesamte Fläche umzugraben. Vielleicht haben Sie noch einen besseren Rat für mich? J. B.

SG: Zunächst ist es wichtig herauszufinden, was da Ihren Garten zerwühlt. Es kann gut sein, dass sich zu den Wühlmäusen auch der Maulwurf gesellt, der manchmal das gleiche Gangsystem nutzt. Zur Unterscheidung: Wenn Sie die Gänge der Wühlmaus aufgraben, werden diese innerhalb weniger Stunden wieder verschlossen, der Maulwurf lässt diese in der Regel offen. Die Gänge der Wühlmaus sind hoch-oval, die des Maulwurfs quer-oval.

Der Maulwurf ist geschützt und darf nicht bekämpft, sondern lediglich vertrieben werden. Was beide Tiere nicht mögen ist häufige Bodenbearbeitung und wenn der Garten viel genutzt wird (spielende Kinder). Der Maulwurf darf lediglich mit Duftstoffen, Schalwellen, Vibration etc. vertrieben werden. Hier gibt es allerdings keine gesicherte Erkenntnis über die Wirksamkeit einzelner Mittel. Wandert ein Maulwurf z. B. über eine angrenzende Wiese immer wieder zu, kann eine Barriere aus Drahtgitter Abhilfe schaffen.

Die Bekämpfung von Wühlmäusen sollte am besten mit Schlagfallen erfolgen. Die herkömmlichen Drahtbügelfallen sind recht schwierig in der Handhabung. Besser geeignet sind Schlagfallen, die beködert und von oben in den Gang eingesetzt werden können. Bei dauerhafter Zuwanderung am Feldrand kann auch eine Barriere in Erwägung gezogen werden.

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