Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Gartenjahr > Grüne Tipps im Juni
← vorheriger BeitragGrüne Tipps im Mai
nächster Beitrag → Grüne Tipps im Juli

Grüne Tipps im Juni

Juni 2019 In keinem anderen Monat ändert der Garten so rasch sein Aussehen wie im Juni. Die langen Tage und der hohe Stand der Sonne geben allen Gewächsen bei uns enorme Schubkraft.


Die Wildform der Bauern-Pfingstrose (Paeonia officinalis) hat den Weg von den Südalpen in die hiesigen Gärten gefunden. Auf ihrem Weg sind durch Züchtung und Auslese viele Sorten entstanden.
© Roth
Die Wildform der Bauern-Pfingstrose (Paeonia officinalis) hat den Weg von den Südalpen in die hiesigen Gärten gefunden. Auf ihrem Weg sind durch Züchtung und Auslese viele Sorten entstanden.

nach obenZierpflanzen

Rhododendron-Sträucher erhalten eine besonders harmonische Wuchsform, wenn Sie verwelkte Blütenstände gleich ausbrechen. Dadurch haben die neuen Triebe Platz und entwickeln sich gleichmäßig.

Zur weiteren Pflege gehört die Düngung, am besten in zwei Gaben pro Jahr: eine Anfang April und die zweite Ende Juni. Zur Düngung verwenden Sie z. B. eine Mischung aus mineralischem Volldünger und Hornspänen zu gleichen Teilen. Die Aufwandmenge hängt von der Pflanzengröße ab. Ein 100 cm breiter und hoher Strauch benötigt Anfang April 100 g, und nach der Blüte Ende Juni eine weitere Gabe mit der halben Menge. Rein organische Volldünger eignen sich ebenfalls.

Rhododendren gehören zu den durstigen Pflanzen und müssen bei anhaltender Trockenheit unbedingt gegossen werden. Eine 3 cm starke Mulchschicht aus feinem Rindenmulch oder Rindenkompost hält den Boden länger feucht.

Regelmäßiges Ausputzen verwelkter Blüten bei Beet-Rosen und Sommerblumen ist eine Garantie für lange Blühdauer. Bei einigen Stauden lohnt es sich, sie nach der Blüte etwa eine Handbreit über dem Boden zurückzuschneiden, um einen zweiten Blütenflor anzuregen. Das klappt beispielsweise bei Flockenblumen (Centaurea-Arten), Brennender Liebe (Lychnis chalcedonica), Feinstrahl-Aster (Erigeron-Speciosus-Hybriden), Garten-Lupine (Lupinus polyphyllus), Garten-Margerite (Leucanthemum maximum), Rittersporn (Delphinium), Katzenminze (Nepeta) und Trollblume (Trollius chinensis, T. europaeus).

Steckhölzer von Blütensträuchern, die im Winter zur Vermehrung in die Erde gesteckt wurden, haben vielleicht schon Wurzeln geschlagen und einen langen Austrieb gebildet. Auch wenn es schmerzt: Kürzen Sie den Trieb um zwei Drittel seiner Länge. Die junge Pflanze verzweigt sich daraufhin optimal.

Wohin mit dem Rasenschnitt? Er ergibt, mit gröberen Pflanzenresten vermischt, ein hochwertiges Material für die Kompostierung. Sie können ihn genauso gut als dünne Mulchschicht ausbringen. Aber Vorsicht: Schnecken werden von dem feuchten Milieu angezogen!

Bei warmem, trockenem Wetter vermehren sich Blattläuse gerne epidemieartig. Zu Beginn der Massenvermehrung reicht eine mechanische Gegenmaßnahme aus. Dafür zerdrücken Sie die Blattlauskolonien mit den Fingern oder schwemmen sie mit einem Wasserstrahl von den Pflanzen. Auch das Besprühen mit Schmierseifen-Lösung (20 ml/l Wasser) hilft. Chemische Pflanzenschutzmittel treffen oft nicht nur die Blattläuse, sondern beeinträchtigen gleichermaßen Nützlinge.

Gegenspieler der Blattläuse sind Marienkäfer und deren Larven, Schlupfwespen, Raubwanzen, Spinnen, Vögel sowie die Larven der Schweb- und Florfliegen.

nach obenObst

Speziell für Obstgehölze gibt es Insekten-Schutznetze im Fachhandel. Bei Sträuchern und kleinkronigen Bäumen wehren sie die unterschiedlichsten Insekten ab.

Bevor sich die Kirschen gelb färben, schützt das Einnetzen vor der Kirschfruchtfliege (madige Früchte) und während der Reife vor der Kirschessigfliege.

Bei Apfel und Birne halten Sie damit „Obstmaden“ fern, die Larven von Wicklerarten. Die Eiablage der erwachsenen Falter beginnt drei Wochen nach der Blüte und endet Anfang August. Sind auch Wespen unterwegs, muss das Netz bis zur Ernte bleiben.

Bei Pflaume und Zwetsche schützt das Einnetzen – von der Blüte bis zur Ernte – vor der „Obstmade“ (Pflaumenwickler), Sägewespe und Kirschessigfliege.

Möchten Sie Vögel daran hindern, von Johannis- und Stachelbeeren zu naschen, verwenden Sie ebenfalls ein Insekten-Schutznetz. Anders als bei Vogelschutznetzen können sich die Tiere darin kaum verfangen.

Besonders nach einem starken Rückschnitt im Winter bilden Obstbäume sogenannte Wasserschosse, also senkrecht in die Höhe wachsende Triebe. Der Baum braucht sie nicht, außerdem behindern sie die Durchlüftung der Baumkrone und verzögern somit das Abtrocknen der Blätter und Äste, was die Erreger von Pilzkrankheiten begünstigt. Die weichen, noch nicht verholzten Triebe können Sie beim Kernobst mit der Hand ausreißen. „Juniriss“ nennen Obstbauern diese Pflegemaßnahme. Beim empfindlicheren Steinobst greifen Sie besser zur Baumschere.

Mit diesem Monat verbinden Fachleute einen weiteren Begriff, den „Juni-Fruchtfall“. Bei übermäßigem Fruchtbehang werfen Obstbäume im Juni einen Teil ihrer Früchte ab, als Selbstschutz gegen Überforderung.

Wer große Früchte in guter Qualität ernten möchte, kümmert sich, falls nötig, selbst um die optimale Anzahl: Ein Apfel (bzw. eine Birne) braucht mindestens 20 Laubblätter, um ausreichend versorgt zu werden. Das entspricht sieben bis acht Früchten pro Meter Zweiglänge. An kleinen, bis 2,50 m hohen Apfelbäumen, sollten nur 80 bis maximal 100 Äpfel reifen. Bei Pfirsichen reicht ein faustbreiter Abstand zwischen den Früchten, bei Aprikosen drei fingerbreit.

Pflücken Sie verschimmelte Erdbeeren frühzeitig, damit sich die gesunden nicht anstecken. Ernten Sie die Früchte immer mitsamt der Kelchblätter, auch das vermindert die Infektionsgefahr.

nach obenGemüse

Vorsicht: Im Juni ist ein Kälteeinbruch nicht ungewöhnlich. Die Schafskälte, um den 11. Juni herum, zählt zu den häufigeren Wetterereignissen. Deshalb warten Sie – zumindest in kalten Lagen – mit dem Pflanzen wärmebedürftiger Gemüsearten, wie Freilandgurken, Kürbissen, Paprika, Tomaten und Zucchini, bis Anfang Juni. Noch wärmebedürftiger sind Melonen und Süßkartoffeln (Pomoea batatas). Halten Sie für alle Fälle schützendes Gartenvlies bereit!

Für Herbst- und Wintergemüse beginnt jetzt die optimale Pflanzzeit. Dazu zählen Knollensellerie, Porree, Grün-, Kopf- und Rosenkohl. Ferner bringen Blumenkohl, Brokkoli und Kohlrabi noch gute Erträge, wenn man sie in diesem Monat pflanzt.

Die ersten abgeernteten Gemüsebeete bieten wieder Platz für Neues. Die Auswahl an Gemüsearten, die Sie noch aussäen können, ist erheblich: Busch- und Stangenbohnen, Kohlrabi, Lauchzwiebeln, Mairüben, Mangold, Möhren, Pastinaken, Radieschen, Rettiche, Rote Bete, Stielmus, Spinat, Winterporree sowie Blattsalate.

Kräftig im Geschmack mit angenehm bitterer Note sind Zichoriensalat (Cichorium intybus, auch als Zuckerhut bekannt) sowie Endivie (Cichorium endivia). Die Aussaatzeit verläuft von Mitte Juni bis Ende Juli. Sicherer als die Direktsaat ist die Anzucht von Setzlingen, die Sie ab Anfang August ins Beet pflanzen.

Weitere Pflegearbeiten:

Das Anhäufeln von Bohnen, Erbsen und Kopfkohl sichert deren Standfestigkeit. Beim Porree nimmt dadurch zusätzlich der gebleichte (weiße) Anteil zu.

Bei Stabtomaten brechen Sie die aus den Blattachseln wachsenden Geiztriebe wöchentlich aus. Dadurch erhält die Pflanze einen lockeren Wuchs, die Früchte bekommen viel Sonne und das Laub kann ggf. rasch abtrocknen. Buschtomaten, die häufig als Terrassenpflanzen in Gefäßen wachsen, braucht man nicht auszubrechen.

Die erste Blüte der Paprikapflanze, die Königsblüte, muss entfernt werden, damit sich die Seitentriebe schnell und kräftig entwickeln. Sie können unter der Last großer Früchte dennoch einmal brechen. Bringen Sie also vorsorglich Stützstäbe an.

Das Gewächshaus intensiv lüften und eventuell schattieren, denn Pflanzen vertragen keinen Hitzeschock.

Kürbisgewächse, wie Gurken, Speisekürbisse und Zucchini, können ausnahmsweise giftige Bitterstoffe enthalten. Diese Cucurbitacine verursachen Durchfall, Kopfschmerzen oder Herzrasen und sind manchmal sogar tödlich. Heute gebräuchliche Sorten entwickeln nur sehr selten Bitterstoffe. Das lässt sich meistens auf ungünstige Wachstumsbedingungen zurückführen wie Hitzeperioden, oder auf selbst gewonnene Samen, die aus einer Befruchtung durch Pollen von Zierkürbissen stammen.

Ein Geschmackstest bringt Klarheit. Bei Gurken beginnt der bittere Teil am Stielansatz. Probieren Sie die Früchte vor der Zubereitung. Das ist gefahrlos, wenn Sie das Bittere sofort ausspucken.

nach obenGründünger fördert die ­Bodenfruchtbarkeit

Ein unbestelltes Gartenbeet ist nicht nur unproduktiv, es verliert auch an Fruchtbarkeit. Überbrücken Sie die Zeit bis zur nächsten Kultur lieber nutzbringend, indem Sie Gründünger-Pflanzen einsäen. Gründünger steigert den Humusgehalt, bringt zusätzliche Nährstoffe in den Boden, verhindert deren Auswaschung, lockert den Unterboden, unterdrückt Unkräuter und bringt Abwechslung in die Fruchtfolge. Zusätzlich bereichern einige Gründünger-Arten den Garten mit leuchtenden Blütenfarben. Folglich sind sie für viele Insekten eine willkommene Futterquelle.

Die verschiedenen Gründünger-Arten haben ­unterschiedliche Eigenschaften:

StickstoffbindungKleearten, Lupine, Sommerwicke
TiefenlockerungLupine, Luzerne (Alfalfa), Ölrettich
UnkrautverdrängungBuchweizen, Phacelia, Senf, Seradella
gegen NematodenStudentenblume
WinterbegrünungWinterroggen, Winterraps

← vorheriger BeitragGrüne Tipps im Mai
nächster Beitrag → Grüne Tipps im Juli
Rasenflächen düngen
Wie wird ein Hausrasen richtig gepflegt?
Das Salatsortiment für den geschützten Anbau wird immer umfangreicher und farbiger.
Das Kleingewächshaus im Februar
Maulwurfshaufen im Rasen sind ganz schön lästig.
Tipps - Rasenprobleme

Schlagworte dieser Seite:

Ausputzen, Düngung, Erdbeere, Gewächshaus, Gründünger, Kürbisgewächse, Pflaume, Pflegearbeiten, Rasenschnitt, Rhododendron, Schutznetze, Wasserschoss

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de