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Wohngesund? Aber natürlich! / Seite 2

Januar 2018


nach obenRenovieren mit nachhaltigen Baustoffen

Viele Dämmungen aus Naturfasern schneiden bei einer ökologischen Gesamtbewertung gut ab.
© Thermo Natur/Schwäbisch Hall
Viele Dämmungen aus Naturfasern schneiden bei einer ökologischen Gesamtbewertung gut ab.
Hoch im Kurs stehen daher bei Bauherren Baustoffe aus natürlichen Materialien, die sich positiv auf das Raumklima auswirken und wenige Schadstoffe enthalten. Trockenbauplatten, unbehandeltes Holz, Putze aus Kalk oder Lehm, die feuchtigkeitsregulierend wirken und damit Schimmel den Nährboden entziehen; die Auswahl an Materialien für ein gesundes Wohnklima ist groß.

Ziegelgebäude sind nachhaltig und eine sichere Wertanlage für nachfolgende Generationen.
© djd/Deutsche Poroton
Ziegelgebäude sind nachhaltig und eine sichere Wertanlage für nachfolgende Generationen.
Wenn diese Baustoffe auch noch aus der Region stammen, beziehungsweise aus einheimischen, natürlichen Materialien hergestellt werden, ist das noch besser für das Hausbesitzer-Gewissen. Denn was beim Lebensmittel-Einkauf für viele schon selbstverständlich ist – regionale Produkte, möglichst in Bio-Qualität, erhalten den Vorzug – hat auch bei Baustoffen Zukunft: Bau- und Dämmstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die regional verfügbar und leicht zu recyceln sind, werden immer beliebter. Und auch ein vermeintlich höherer Preis stellt hier kein Hindernis dar: Denn bei genauerer Betrachtung relativiert sich dieser bei vielen Baustoffen, wenn man die Lebenszeit betrachtet. So sind beispielsweise aus Ton gebrannte Dachziegel und Mauerziegel Traditionsbaustoff und Trend zugleich: Sie punkten mit natürlichen Inhaltsstoffen, langer Lebensdauer und einfachem Recycling.

nach obenSiegel geben Sicherheit

Doch wie erkennt man diese unbedenklichen Produkte? Henning Bloech: „Gütesiegel und Zertifizierungen machen die Baustoff-Auswahl leichter. Verlässliche Aussagen liefern in der Regel die Zertifizierungen unabhängiger Institute.“ Sie geben wichtige Informationen zu den Themen Ökologie und Wohngesundheit. Aber was genau bedeuten die einzelnen Siegel und wer vergibt sie? Hier finden Sie eine Auswahl von Zertifikaten und Gütesiegeln:

  • Orientierung bietet etwa der bekannte „Blaue Engel”. Dieser kennzeichnet Möbel, Farben oder Lacke, die auf gesundheits- und umweltschädliche Stoffe geprüft wurden. Produkte, die die Anforderungen einhalten und den Blauen Engel tragen, verursachen im Vergleich zu herkömmlichen Produkten weniger Emissionen.
  • Sehr strenge Anforderungen müssen Produkte mit dem natureplus-Siegel erfüllen. Die zertifizierten Baustoffe bestehen nicht nur zu mindestens 85 Prozent aus nachwachsenden oder nachhaltig gewonnenen Rohstoffen, sondern sind auch garantiert schadstoff- und emissionsarm und damit wohngesund. Durch diese strengen Vorgaben gehen Bauherren mit natureplus-zertifizierten Materialien auf Nummer sicher in Sachen Wohn­gesundheit.
  • Strenge Vorgaben macht auch das Kölner eco-Institut. Es untersucht Baustoffe und Materialien für die Wohnungseinrichtung auf Schadstoffe, Geruch und Inhaltsstoffe. Das eco-INSTITUT-­Label erhalten nur solche Produkte, die strenge Grenzwerte erfüllen und besonders emissions- und schadstoffarm sind. Dieses Siegel können Bauherren gut als Entscheidungskriterium für ihre Auswahl nutzen.
  • Das GuT-Signet der „Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden“ wird an gesundheitlich unbedenkliche und umweltfreundliche Teppiche vergeben. Dass die Richtlinien eingehalten werden, kontrollieren Prüfinstitute wie das Textiles and Flooring Institute (TFI) in ­Aachen.
  • Die Qualität eines Bodenbelags hängt auch vom verwendeten Kleber ab. „Auch hier gilt es, auf ein schadstoff- und emissionsarmes ­Produkt zu achten“, so der Experte Henning Bloech. Das Emicode-Siegel steht für schadstoffarme Produkte rund um die Verlegung von Boden­belägen – Grundierungen, Spachtelmassen oder Klebstoffe beispielsweise. Wählen Sie am besten Produkte, die das „Emicode EC 1 plus“-Zeichen tragen, das bedeutet, das das Material als sehr emissionsarm eingestuft wurde. Das Prüfzeichen für Umwelt- und Innenraumhygiene wird seit 1997 durch die GEV, Gemeinschaft ­Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e. V., vergeben.

  • Ebenso rät der TÜV Rheinland zu unabhängig getesteten Baustoffen: In Kooperation mit dem Sentinel Haus Institut wurde in 650 Einfamilienhäusern festgestellt, dass Eigenleistungen der Bauherren zu einem großen Prozentsatz zu hohen und bedenklichen Schadstoffkonzentrationen führen. Das Fazit des TÜV Rheinlands: „Letztlich lassen sich schädliche Ausdünstungen in Wohn- und Arbeitsräumen nur verhindern, wenn neben der richtigen Vorgehensweise durch Planer und Handwerker, beim Bauen, Renovieren und Einrichten vor allem schadstoffarme Materialien zum Einsatz kommen. Auch als ‚ökologisch' deklarierte Produkte sind nicht zwangsläufig schadstoffarm.“ Auch die annerkannten Produkt-Kennzeichen für schadstoffarmes Bauen vom TÜV Rheinland, die Prüfzeichen „Schadstoffgeprüft“, „Emissionsgeprüft“ und „Allergiker geeignet“, bieten eine gute Orientierung.

© TÜV Rheinland
Und: Begutachten Sie Ihre Räume vor der Renovierung genau: Es nützt beispielsweise nichts, die Wände mit Biofarbe zu streichen, wenn der Bodenbelag oder der Kleber darunter ausdünstet.




Lesen Sie weiter:

Wohngesund? Aber natürlich! / Seite 3
Holz
Wohngesund? Aber natürlich! / Seite 4
Wohngesund? Aber natürlich!

Schlagworte dieser Seite:

Baustoff, Natürlich, Siegel, Zertifikat, nachhaltig

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