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Brombeeren und ihre Besonderheiten

Juli 2002 Verlockend sind die großen schwarzen Früchte der Brombeere, wenn vollreif gepflückt, einen wunderbaren aromatischen Duft ausströmend. Oder das Gelee auf Brötchen, oder auf dem letzten Pfannkuchen!


Die Zeit der zerkratzten Arme und Beine beim Pflücken sind vorbei. Aus den alten Sorten, den Nachfahren unserer "Wilden Brombeere" sind durch Einkreuzen anderer Wildformen neue Sorten entstanden, von denen viele keine Stacheln mehr haben. Einige dieser Dornenlosen haben sich bereits recht verbreitet. Nur mit der Anerkennung hapert es noch ein wenig.

nach obenOptimaler Pflückzeitpunkt

Viele Besitzer haben noch nicht erkannt, dass der richtige Reifezeitpunkt mehrere Tage nach dem Schwarzwerden liegt. Pflückt man mit "Gefühl", das heißt, wenn einem die reife Frucht fast in die Hand fällt, ist das Aroma meist gut ausgebildet. Und wenn man dann bis zur Verarbeitung die Früchte noch einige Stunden stehen lässt, wird man überrascht sein, welch tolles Aroma diese Sorten entwickeln. Eine Frucht, die in dieser Qualität und Reife kaum im Supermarkt zu kaufen sein wird, weil die Haltbarkeit bei voller Reife nur kurz ist.

nach obenSchädlinge und Krankheiten

Die Brombeeren stellen kaum Ansprüche an den Standort, doch gibt es einige Schädlinge und Krankheiten, auf die aufmerksam gemacht werden soll.

Botrytispilz

Allen Gartenbesitzern zur Genüge bekannt ist der Botrytispilz, jene Fruchtfäule, die uns an den Erdbeeren viel Ärger machen kann. Ab Beginn der Blüte infizieren die Sporen über die Narben die Frucht. Die für uns sichtbare Fäule beginnt erst, wenn in der Frucht ausreichend Zucker vorhanden ist. Die chemische Bekämpfung beginnt also unmittelbar vor Beginn einer Regenperiode am Beginn der Blüte. Je länger sich die Feuchtigkeit in der Pflanze hält, um so größer ist die Fäulnisgefahr. Daher kann diesem Problem durch einen weiten Pflanzabstand vorgebeugt werden. Ein bereits vorhandener Fäulnisherd lässt sich mit Chemie nicht mehr beseitigen!

Blütenstecher und Himbeerkäfer

Zwei bekannte Käferarten, die wir von den Erdbeeren bzw. Himbeeren kennen, treten gelegentlich auch bei Brombeeren auf: Es sind der Blütenstecher und der Himbeerkäfer. Ihre Symptome sind dort ausreichend beschrieben. Nicht immer finden wir sie, sondern nur in Jahren, in denen die Entwicklung der Wirtspflanzen und der Tiere aufgrund der Witterung nicht im Einklang standen.

Brombeergallmilbe

Deutlich veranschaulicht das Bild die Symptome der Brombeergallmilbe: Teilweise ausgefärbte und damit nur unreife Früchte, die fade im Geschmack sind.
© von Soosten
Deutlich veranschaulicht das Bild die Symptome der Brombeergallmilbe: Teilweise ausgefärbte und damit nur unreife Früchte, die fade im Geschmack sind.
Als weitere unangenehme Erscheinung muss die Brombeergallmilbe genannt werden. Diese nur mit einer starken Lupe erkennbare Milbe überwintert in den Knospen und in Rissen an den Ranken. Sie verursacht die hellroten Früchte, die nicht ausreifen wollen. Manchmal sind es nur Teile einer Frucht, die hellrot bleiben. Die Tiere sitzen zwischen Fruchtboden (Zapfen) und den Teilfrüchten, wandern von dort im September wieder in die dann ausgebildeten Knospen, um dort zu überwintern. Die Bekämpfung beginnt, wenn die jungen später fruchttragenden Triebe etwa 20 cm lang sind. Als Standardmittel ist hier Netzschwefel zu nennen, mit dem die Behandlung bei Befall zwei- bis dreimal bis zur Blüte wiederholt werden muss. Dieser Schädling baut sich über mehrere Jahre innerhalb eines Bestandes auf.

Brombeerrost

Von geringerer Bedeutung ist der Brombeerrost, der im Gegensatz zum Birnengitterrost keine andere Pflanzenart zum Wirtswechsel benötigt. Auffallend sind die kleinen anfänglich violettroten Flecke auf der Oberfläche. Auf der Blattunterseite sind sie orangerot, aus ihnen wachsen später braune Pusteln heraus. Er tritt gelegentlich auf, wenn in der Umgebung wildwachsende Brombeeren vom Rost befallen sind. Die Früchte bleiben befallsfrei. Das Wachstum wird kaum beeinträchtigt, so dass es sich hier um einen bedeutungslosen Schädling handelt.

Brombeerrankenkrankheit

Rute mit fortgeschrittenem Befall der Brombeerrankenkrankheit. Die Rute oberhalb der Befallsstelle ist bereits abgestorben.
© von Soosten
Rute mit fortgeschrittenem Befall der Brombeerrankenkrankheit. Die Rute oberhalb der Befallsstelle ist bereits abgestorben.
Anfangsstadium der Brombeerrankenkrankheit.
© von Soosten
Anfangsstadium der Brombeerrankenkrankheit.
Bekannt und gefürchtet ist die Brombeerrankenkrankheit. Ähnlich wie bei der Himbeerrutenkrankheit entstehen durch Pilzinfektion braune Stellen in der Rinde, die die Rute umfassen kann. Später umgibt die Stelle eine rötliche Umrandung. Blätter und Fruchttriebe beginnen zu welken und sterben dann ab. Am Grunde der befallenen Ruten entstehen bräunliche Flecken, aus denen im Sommer des folgenden Jahres Pusteln herausbrechen, die die Sporen für die Verbreitung entlassen. Regen sorgt für die Verbreitung innerhalb der Pflanze. Frühzeitiges Entfernen verdächtiger Befallsstellen ist die einfachste Bekämpfungsmethode.

Falscher Mehltau

Hier ist das befallene Gewebe bereits klar abgegrenzt.
© von Soosten
Hier ist das befallene Gewebe bereits klar abgegrenzt.
Falscher Mehltau in einem frühen Stadium.
© von Soosten
Falscher Mehltau in einem frühen Stadium.
Recht selten, aber an neueren Sorten häufiger auftretend, ist der Falsche Mehltau. Zu Anfang verlieren befallene Blatteile ihren Glanz, sie werden matt, verfärben sich leicht bräunlich und im Endstadium grenzen sie sich dunkelbraun ab. Dieser Erscheinung stehen wir noch machtlos gegenüber. Empfehlenswert ist ein weiter Pflanzabstand und die Sorge für optimales Wachstum.

nach obenFazit

Trotz dieser Aufzählung tierischer und pilzlicher Schädiger ist die Brombeere eine recht robuste Obstart. Wer bei der Auswahl von Standort, Pflanzabstand und Sorte richtig entscheidet, wird kaum zu Bekämpfungsmaßnahmen greifen müssen. Wichtig ist aber die Kenntnis über mögliche Gefahren, um bei Bedarf schnell das Richtige zu tun.

Brombeergallmilbe
Brombeerkulturen gesundhalten!
Internetseite www.gartenfachberatung.de
Schnelle Hilfe: gartenfachberatung.de
Schadbild durch Brombeergallmilbe
Wir stehen vor der Brombeerernte

Schlagworte dieser Seite:

Blütenstecher, Botrytispilz, Brombeere, Brombeergallmilbe, Brombeerrankenkrankheit, Brombeerrost, Falscher Mehltau, Himbeerkäfer

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Diesen Artikel kommentieren (3)

1
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11. Februar 2014

Anton Stoll

Sehr gute und hilfreiche Beschreibung.
Mein Brombeerstrauchproblem ist offensichtlich die Brombeergallmilbe. Die erste Ernte ist nicht betroffen, die zweite und vor allem die letzte sehr. Ihr Foto zeigt genau den Zustand der Beeren, den ich auch bei meinen Beeren feststelle. Die empfohlene Bekämpfung werde ich auf alle Fälle anwenden.
Vielen Dank und freundliche Gruß.
A.S.

2
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19. September 2014

Rainer Goldammer

Ich muß mich mit der Brombeerrankenkrankheit und der Brombeergallmilbe auseinandersetzen. Die abgeernteten Triebe habe ich schon entfernt aber an den neuen Trieben sehe ich schon solche Häßlichen Flecke. Die Brombeeren reiften nicht vollständig aus und das Schadbild war eindeutig. Was ist zu tun?
Mit freundlichem Gruß
Rainer Goldammer

3
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5. August 2015

wolfram grottian

Wir haben neue Brombeeren gepflanzt.sie sind wunderbar gewachsen,haben praectig geblueht ,haben dann auch winzige Fruchtkörper angesetzt und sind dann stecken geblieben oder vertrocknet oder. ????wer kann helfen ?

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