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Unbelebte Schadursachen

Juni 2002 Bis die Früchte und Blüten überhaupt für uns und vorher vielleicht noch für die schädlichen Lebewesen zur Verfügung stehen können, werden die Pflanzen den unbelebten Wachstumsfaktoren wie Klima, Boden und Chemikalien ausgesetzt.


Wenn wir bereit wären, in unseren Gärten auf "Exoten", die in anderen klimatischen Zonen akklimatisiert sind und deshalb nur dort optimal wachsen können, zu verzichten, würden wir uns viel Ärger ersparen.

Nicht in jedem Gebiet und in jedem Garten von Flensburg bis zum Bodensee können z. B. die Weinreben genauso gut wachsen wie in der Toscana oder zumindest am Kaiserstuhl oder im Rheingau. Es ist uns nur eben nicht immer bewusst oder wir wollen nicht immer daran glauben. Mit unserem "grünen Daumen" oder durch einen Wintergarten lässt sich nicht alles ausgleichen, besonders dann nicht, wenn wir darin verschiedene Pflanzen mit unterschiedlichen Ansprüchen pflegen wollen.

nach obenLicht

Pflanzen sind, wie wir schon geklärt haben, uns in einem voraus: sie können assimilieren. Das Licht ist also für die Pflanzen lebensnotwendig. Nicht nur die Intensivität des Lichtes, sondern auch die Tageslänge ist von größter Bedeutung.

Obwohl wir im Gegensatz zu den Pflanzen das Licht nicht unbedingt brauchen, nimmt unser Wohlbefinden mit der abnehmenden Tageslänge im Herbst ab. Auch unsere eigenen Abwehrkräfte, nicht nur das Wohlbefinden, werden dann mit der zunehmenden Tageslänge im Frühjahr immer besser.

nach obenHitze und Frost

Extreme Hitze kann, genauso wie auch starker Frost, die Blüten, Blätter, Früchte oder sogar die ganze Pflanze beschädigen oder sie zumindest schwächen.

Unterkühlung führt auch bei uns zur Erkältung. Die wiederum schwächt unsere eigenen Abwehrkräfte, was uns empfindlicher gegenüber den durch lebende Infekte (Bakterien, Viren, Pilze) verursachten Krankheiten macht.

Die starken Winde können nicht nur ganze Wälder entwurzeln, auch menschliche Opfer sind hin und wieder zu beklagen.

Vor Hagel können die Gartengewächse, genauso wie auch vor starkem Schneefall oder heftigen Regenfall draußen nicht sicher geschützt werden. Wir können dagegen in die Räume flüchten.

nach obenBodeneigenschaften

Die Erde bzw. der Boden ist für die Pflanzen ein sehr wichtiges Medium, da sie darin verwurzelt sind und daraus die Nährstoffe aufnehmen.

Alle Bodeneigenschaften, wie Bodenart und -struktur, Bodenfeuchtigkeit, chemische Zusammensetzung des Bodens, sind für die Pflanzen wichtig – sie können das Wachstum fördern oder bremsen.

Ein zu feuchter, zur Staunässe neigender Standort ist sauerstoffarm, was zum "Ersticken" der Wurzel und folglich zur erhöhten Gefahr deren Ansteckung durch Fäulniserreger führt. Das gleiche gilt für das Gießen der Blumentöpfe.

Chlorose
Chlorose
Eisenmangel
Eisenmangel
Der pH-Wert des Bodens (Säure des Bodens) spielt z. B. bei den Moorbeetpflanzen, wie Rhododendren oder Azaleen, eine entscheidende Rolle. Auf kalkhaltigen Böden kommt es nämlich meistens zur Chlorose (Eisenmangel) und zur allgemeinen Schwächung der Pflanzen.

Stippigkeit
Stippigkeit
Kalziummangel kann wiederum zu Blütenendfäule der Tomaten und zu Stippigkeit der Äpfel führen.

Ziel der Ernährung (bei Pflanzen nennen wir es Düngung) ist die Wachstumsförderung. Nur eine Vollernährung mit allen notwendigen Nährstoffen kann es garantieren. Eine einseitige Düngung z. B. nur mit Bittersalz (nur Magnesium) oder Hornmehl (nur Stickstoff) bringt einerseits die Überversorgung und gleichzeitig aber Mangelerscheinungen. Sie ähnelt nämlich der "Trennkost", deren Ziel doch die Abnahme des Gewichtes, nicht dessen Zunahme ist.

Die Auswirkung jedes für die Pflanzen geeigneten Stoffes kann einen positiven oder aber einen negativen Effekt haben. Ob der Stoff nützt oder tötet, hängt bekanntlich nicht nur von dem Stoff selbst, sondern besonders von der Dosis ab. Dies gilt genauso für die Pflanzen wie für uns.

Eine Überdosierung von Medikamenten oder von Nährstoffen kann sogar töten.

Überdüngung und Überdosierung von Pflanzenschutzmitteln kann sowohl für die Pflanzen als auch für Umwelt und den Anwender selbst schädlich sein. Deshalb sollte sie unbedingt vermieden werden.

Wachstumsstörungen, die auf unbelebte Einflüsse zurückzuführen sind, haben nicht nur direkte Folgen. Die geschwächten Pflanzen fallen nämlich vielen Krankheiten und auch manchen Schädlingen schneller zum Opfer. Die gut ernährten dagegen sind stärker und dadurch auch widerstandsfähiger. Ihre natürlichen Abwehrkräfte sorgen meistens dafür, dass sie zumindest für viele sog. Schwächeparasiten doch "eine Nummer zu groß" sind.

Über die Gegenspieler, d. h. über die belebten Schadursachen, lesen Sie bitte in der nächsten Folge.

Lesen Sie auch:
Der Patient Pflanze April 2002
Pflanzen sind, wie wir, wie Hund oder Katze auch, lebende Organismen. Sie haben, wie wir auch, ihren Lebenszyklus. Nach der Befruchtung beginnen sie ihr Leben als Embryo. Nach dem Keimen aus den Samen werden sie selbstständig. Sie atmen und ernähren sich, sie wachsen und entwickeln sich. Sie werden reif, um Nachkommen zu bilden. Sie vermehren sich. Sie werden alt und sie sterben.
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In dieser und in den nächsten Folgen werden alle lebenden, sog. parasitären Schadursachen besprochen. Man unterteilt sie in Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter. Auch hier, Sie werden es merken, sind die Parallelen zu der Humanmedizin nicht zu bestreiten.
Pilzliche Krankheiten August 2002
Pilze sind die bedeutendsten Krankheitserreger unserer Obst-, Zier- und Gemüsegärten. Die relativ geringe Bedeutung der Pilzerkrankungen in der Human- bzw. Tiermedizin ist darauf zurückzuführen, dass es den Pilzen als pflanzlichen Organismen viel leichterfällt, das pflanzliche, also ähnlich gebaute und funktionierende Gewebe anzugreifen und zu zersetzen, als das menschliche bzw. tierische.
Unkräuter April 2003
Wir wollen hier auf keinen Fall den oft wilden Pflanzen im Garten den totalen Krieg erklären. Ganz im Gegenteil. Eine Vielfalt der Pflanzen kann für den Garten sogar nützlich sein. Ein sorgloses, unüberlegtes und ungepflegtes Durcheinander darf aber mit den bewusst angelegten Mischkulturen oder mit einer gepflegten Wiese bzw. einem wohlüberlegten Biotop, im Interesse der Pflanzen selbst, nicht verwechselt werden. Die Pflanzen im Garten können sich ihre Nachbarn nicht aussuchen – deshalb müssen wir korrigierend eingreifen, liebe Gartenfreunde.
Schädlinge Juli 2003
Tierische Schädlinge verursachen bei den Pflanzen Gewebeverluste, sei es durch Saug-, sei es durch Fraßtätigkeit. Es kommt hier nicht auf die Größe des Tieres oder die seiner Mundwerkzeuge an. Die kleinsten Tierchen sind dabei meistens die gefährlichsten, weil sie sich bei günstigen Wetterverhältnissen, ungestört durch Nahrungsknappheit, natürliche Feinde oder den Gartenbesitzer oft in relativ kurzer Zeit zu Millionen vermehren können. Und darauf kommt es an. Der Verlust des Pflanzengewebes durch Fraß- oder Saugtätigkeit ist nicht der einzige, obwohl sicherlich der Hauptschaden. Durch Verletzungen trocknet die Pflanze aus. Die Wunden werden zu Eintrittspforten für die in früheren Folgen beschriebenen Krankheiten. Nachfolgend einige Tiergruppen, die im Garten schädlich werden können:
Pflanzenschutz bedeutet Pflanzen schützen Juni 2004
Der Pflanzenschutz versucht durch geeignete Maßnahmen Schäden durch Krankheitserreger, Schädlinge, Unkräuter und unbelebte Schadursachen an der Pflanze zu verhindern. Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz werden mit Recht unter dem Oberbegriff "Phytomedizin" zusammengefasst und – wieder mit Recht – mit der Human- und Veterinärmedizin auf eine Stufe gestellt. Der "Pflanzenarzt" hat, genau wie der Human- und Tiermediziner, im Prinzip die gleiche Aufgabe: lebende Organismen vor Schäden zu schützen und wenn möglich die Gesundheit seiner Patienten wiederherzustellen.

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Chlorose, Eisenmangel, Griegels Pflanzenschutzschule, Pflanzenschutz, Staunässe, Stippigkeit

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