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Freilandgloxinie – Bitterwurz

Juni 2002 Das Gesneriengewächs ist eine Verwandte des beliebten Usambaraveilchens. Der wissenschaftlich-botanische Name Sinningia ehrt den Universitätsgärtner W. Sinning vom Botanischen Garten Bonn (1794 – 1874), der einige Jahrzehnte den Garten betreute und die Pflanze aus den Tropen mitbrachte. Ihre frühere Bezeichnung Gloxinia erhielt sie zu Ehren von Benjamin P. Gloxin, einem Arzt und Botaniker aus Kolmar.


nach obenGloxinie (Sinningia-Hybride)

Gloxinie-Hybride als Freilandpflanze
© v.E.
Gloxinie-Hybride als Freilandpflanze
Gloxinie-Hybride
© v.E.
Gloxinie-Hybride
Die knollentragende Pflanze Brasiliens mit ihren samtigen Blättern wurde zu einer der gängigsten Markt- und Zimmerpflanzen, da ihre Blütezeit sich über einige Monate – Frühjahr bis Sommer – hinzieht. Die Farbpalette ihrer glockenähnlichen Blüten reicht von Weiß über Rosa, Karminrot, Blau bis zu den gescheckten Blüten mit aufgeblättertem Saum.

Meist als Topfpflanze gekauft, lässt sie sich nach Überwinterung aus der Knolle wieder heranziehen. Jedoch ist die Pflege mühsam, sodass ein Kauf ratsamer erscheint. Bei den im Blumenhandel käuflichen Pflanzen handelt es sich um Sinningia-Kultursorten, nämlich Einkreuzungen und Auslesezüchtungen von den Ergebnissen des vorigen Jahrhunderts.

nach obenFreilandgloxinie (Incarvillea)

Freilandgloxinie (Incarvillea)
© v.E.
Freilandgloxinie (Incarvillea)
Das Bignoniengewächs stammt mit 14 Arten aus Turkestan, China. Die winterharte Staude hat blütenmäßig eine gewissen Ähnlichkeit mit der orangeblühenden Klettertrompete (Campsis radicans), einer hübschen holzartigen Kletterpflanze, die der Pergolabegrünung dient.

Die mittelhohe Incarvillea delavayi bildet rübenartige Wurzeln, grundständige Fiederblätter und erreicht 0,50 m Höhe. Im Juni, Juli wächst sie zu einer beachtlichen Pflanze mit rosaroten Blüten heran und tritt bei einer Gruppenpflanzung mit ihren dekorativen Blüten sichtbar in den Vordergrund. Sie beansprucht einen halbsonnigen Platz und verträgt sich in Gemeinschaft mit der Knäulglockenblume (Campanula glomerata), in weißen und blauen Farbtönen.

Bei 50 cm Höhenwuchs fügen Gräser sich wirkungsvoll in ihre Nachbarschaft. Gartenwert besitzt der Bärenfellschwingel (Festuca gautieri; F. scoparia), ein kaum 10 cm hohes Ziergras, das einzeln polsterartig wachsend mit goldgelben Blüten wetteifert. Bei Überhandnehmen lässt es sich leicht durch Teilung vermehren. Zu den formschönen Gräsern im Einzelstand ist der Atlasschwingel (F. mairei) zu wählen, der mit langen Blütenrispen an exponierter Stelle Zuspruch findet.

nach obenBitterwurz (Lewisia)

Lewisie im Steingarten
© v.E.
Lewisie im Steingarten
Lewisie im Alpinhaus
© v.E.
Lewisie im Alpinhaus
Der Portulak gehört im Hausgarten zu den begehrten Gemüse- und Gewürzpflanzen und wird wie Salat oder Spinat genutzt; ebenso der Kubaspinat (Montia, auch Winterpostelein genannt). Volkstümlich geläufig das liebenswerte Portulakröschen, das durch seinen bunten Flor in sonniger Lage vom Frühjahr bis August auf Blumenbeeten für eine farbige Abwechslung sorgt.

Verwandt mit den Portulakgewächsen ist die Bitterwurz. Freunde aparter alpiner Blütenpflanzen werden von der artenreichen Staudengattung begeistert sein, da die kleine Kostbarkeit mit ihren abweichenden Rottönen den Besitzer eine Zeitlang vom Frühjahr bis in den August begleitet. Im nordwestlichen Amerika beheimatet, wird sie englisch "bitterroot", Bitterwurz, genannt.

Die 20 cm hohe Staude mit weit verzweigtem Wurzelstock besitzt fleischige Blätter und wird mit der Art Lewisia rediviva auch "Auferstehungs-Lewisie" genannt. Unterschieden werden sommer- und wintergrüne Arten, wobei die wintergrünen beim Pflanzenfreund besonderes Interesse finden. Alle Arten bevorzugen einen kalkfreien sandigen Boden in sonniger Lage. Gegen Staunässe ist eine wirksame Dränage vorzubereiten (Grobschotter, Kies). Besonders der Wurzelhals ist vor zuviel Feuchtigkeit mit Kies abzudecken. In frostgefährdeten Lagen sind Lewisien vorteilhafter in Töpfen zu halten und werden im Vorwinter vorsorglich in den lichten kühlen Keller gebracht, wo sie nach Bedarf sparsam zu gießen sind. Außer Lewisia cotyledon var. heckneri und einigen anderen Arten mit ihrer Blüte im Juni, August, sind im Handel meist Hybriden (Kreuzungen) erhältlich, die in rosa Farbabstufungen über der Blattrosette ihre Schönheit entfalten.

Kultur

Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat. Häufig trifft es zu, dass Sämlingspflanzen um die Lewisien festzustellen sind. Oft liegt der Samen "über", das heißt der Samen keimt nicht unmittelbar nach der Reife, sondern erst nächstjährig. Aus diesem Grund sollte nicht direkt um die Staude eine Bodenlockerung vorgenommen werden!

Den Vorteil in der Pflege hat jedoch der Eigentümer eines "Alpinenhauses" (-häuschen), da dann die wertvollen Lewisien geschützt und sicher überwintern. Zwischen Natursteinen oder bizarren alten Wurzelstücken lassen sich wirklichkeitsnahe Naturausschnitte in Form eines Miniatursteingartens zusammenstellen.

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Atlasschwingel, Bitterwurz, Bärenfellschwingel, Gloxinie, Knäulglockenblume, Lewisia, Staude

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