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Erdbeeren nicht nur in der Hauptsaison

Mai 2002 Es gibt heute mehrere Möglichkeiten, die Erdbeerernte im eigenen Garten nennenswert zu verlängern:

  • Einsatz von Frigopflanzen
  • Strohabdeckung
  • Herbsttragende Sorten


nach obenWas sind Frigopflanzen?

Hier handelt es sich um Erdbeerjungpflanzen, die nicht im August, sondern erst im November oder Dezember gerodet wurden und dann bis zum Pflanztermin in einem Lager bei −1,5 °C gelagert wurden. Die Vermehrungsbetriebe haben sich auf diese Art von Jungpflanzen eingestellt, denn der Erwerbsanbau fragt immer mehr danach. Die Vorteile sind eindeutig:

Frigopflanzen in der A+-Qualität: Das Rhizom sollte bei der Sorte 'Elsanta' einen Durchmesser von mehr als 15 mm haben. Dann sind Erfolge wie auf den nächsten Bildern zu erwarten. Bei anderen Sorten werden diese Stärken nicht immer erreicht.
© von Soosten
Frigopflanzen in der A+-Qualität: Das Rhizom sollte bei der Sorte 'Elsanta' einen Durchmesser von mehr als 15 mm haben. Dann sind Erfolge wie auf den nächsten Bildern zu erwarten. Bei anderen Sorten werden diese Stärken nicht immer erreicht.
  • Die Pflanzung ist unabhängig vom Wetter.
  • Bei guter Pflanzenqualität bringt die Pflanze bereits im Pflanzjahr einen Ertrag!
  • Man spart Fläche für eine Vorkultur.

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Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
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Der Nachteil liegt in dem begrenzten Sortenspiegel. Die hauptsächlich angebotene Sorte ist 'Elsanta', von der man sagt, sie schmecke nicht. Dies trifft nicht für die Ernte im Hochsommer zu. Gut ausgereift steht sie dann anderen Sorten nicht nach.

Was kann man von einer Frigopflanzung erwarten? Bei gutem Pflanzgut (s. u.) hat die Pflanze in der Zeit nach Herbstbeginn bereits Blütenknospen angelegt. Je nach Entfernung von der Mutterpflanze und nach Sonnenstundenzahl können ein bis vier Blütenstände angelegt worden sein. Diese winzigen Ansätze beginnen nach dem Austrieb im Frühjahr sich zu kompletten Blüten und anschließend zu Früchten zu entwickeln. Ob nun eine Pflanze "gut geeignet" ist, oder nicht kann man einfach feststellen. Man misst den Durchmesser des Rhizoms. Je dicker das Rhizom, um so mehr Früchte sind zu erwarten. Im Erwerbsobstbau unterscheidet man A+-Pflanzen, sie messen > 15 mm, und Standardmaterial, das allgemein 10 bis 15 mm Durchmesser hat. Je nach gewünschtem Erntezeitpunkt pflanzt man ab Anfang Mai.

Frigopflanzen fallen je nach Landschaft und Boden unterschiedlich aus. Hier ein Blick in eine Vergleichspflanzung verschiedener Herkünfte kurz vor Blütebeginn.
© von Soosten
Frigopflanzen fallen je nach Landschaft und Boden unterschiedlich aus. Hier ein Blick in eine Vergleichspflanzung verschiedener Herkünfte kurz vor Blütebeginn.
Allgemein braucht die Pflanze 8 bis 9 Wochen für die Entwicklung. Will man die Ernte also im Anschluss an die Normalernte haben, so sollte unter norddeutschen Bedingungen zwischen dem 5. und 8. Mai gepflanzt werden. Die Früchte beginnen dann in den ersten Julitagen zu reifen.

Die Jungpflanze wird wie üblich auf gut vorbereitetem Boden nicht zu tief gesetzt. Dabei soll das Rhizom im Boden, aber die Knospe nicht mit Erde bedeckt sein. Schon nach drei bis vier Tagen kommen die hellgrünen Blätter ans Licht und nach 3 Wochen sind die Knospen da. Während der ersten Blattentwicklung sollte der Boden feucht aber nicht nass gehalten werden. Unter zu trockenen und zu warmen Verhältnissen bleibt die Blattentwicklung zurück und die Blüten erscheinen zu früh. Dann ist in der Phase der Fruchtentwicklung zu wenig Laub für die Assimilation vorhanden. Die Folge sind kleine Früchte.

Das Bild zeigt eine Frigo A+-Pflanzung aus dem Erwerbsanbau kurz vor Beginn der Ernte. Hier ist in jeden zweiten Reihenabstand eine Reihe Frigos der kleineren Qualtiät gepflanzt worden. Diese werden nach der Ernte wieder entfernt. So erhöht man den Ertrag je Fläche im ersten Jahr.
© von Soosten
Das Bild zeigt eine Frigo A+-Pflanzung aus dem Erwerbsanbau kurz vor Beginn der Ernte. Hier ist in jeden zweiten Reihenabstand eine Reihe Frigos der kleineren Qualtiät gepflanzt worden. Diese werden nach der Ernte wieder entfernt. So erhöht man den Ertrag je Fläche im ersten Jahr.
Wenn die ersten Blütenknospen aufgehen, streut man eine Schicht Stroh aus. Das hat drei Vorteile. Zum einen wird die Verdunstung von Feuchtigkeit aus dem Boden verhindert, die Bodentemperatur wird egalisiert und die Früchte bleiben zur Reife weitgehend sandfrei. Während man üblicherweise einen Reihenabstand von 80 bis 100 cm wählt, kann man hier dichter pflanzen und nach der Ernte eine Reihe entfernen. Die Erdbeeren sollten aber nicht dichter als 25 x 40 cm stehen um der Fäulegefahr vorzubeugen. So erhöhen wir den Ertrag der Fläche.

Nach der Ernte bekommt die Kultur die gleiche Pflege wie die üblichen Erdbeeren. Nach dichter Pflanzung entferne man überzählige Pflanzen. Es ist möglich eine normale Erdbeerpflanzung in der Ernte zu verzögern. Bekanntlich isoliert Stroh sehr gut, und diese Eigenschaft macht man sich zunutze. Ende Februar, wenn die Bodentemperaturen ihren Tiefpunkt erreicht haben, deckt man die Pflanzung ca. 10 cm dick mit Stroh ab. Schieben sich die ersten gelbgrünen Blättchen aus dem Boden, kratzt man nur um die austreibenden Blätter herum das Stroh zur Seite. Die Blätter bekommen Licht, aber der Boden erwärmt sich nur sehr langsam. So bleibt die Entwicklung zurück. Die Ernteverzögerung kann 10 bis 14 Tage ausmachen.

Die Nachteile liegen in einer Verringerung der Ertragsleistung. Diese kann nach Vergleichsversuchen bis zu 30 % ausmachen. Dann bleibt noch die Frage: Woher das Stroh und wohin damit nach der Ernte? Da diese Vorgehensweise nur einen geringen Effekt im Vergleich zur vorangegangenen aufweist, wird das Strohabdecken nur für einige wenige Liebhaber interessant sein.

nach obenHerbsttragende Sorten

Erfolgversprechender dagegen ist der Anbau herbsttragender Sorten. Diese sogenannten tagneutralen Sorten gibt es schon seit Jahrzehnten. Sie unterscheiden sich von unseren üblichen Sorten durch die Fähigkeit über den ganzen Sommer hinweg Blütenknospen zu induzieren. Das bedeutet kontinuierliche Blüten – und damit Fruchtbildung. Die neueren Sorten sind züchterisch weiterentwickelt, bringen mehr Fruchtgewicht mit besserem Aroma.

Gepflanzt werden im frühen Frühjahr Frühjahrsgrün- oder Frigopflanzen. Nach 6 bis 8 Wochen erscheinen die ersten Blütenknospen. Hier setzt der Unterschied zur üblichen Kultur ein: diese werden herausgekniffen. Das setzt man fort bis bei der üblichen Pflanzung die Blüte beginnt. Ab dann belässt man die Knospen. Nach Ende der Normalernte beginnt dann bei diesen Sorten die Pflücke. Üppige Blütenknospen werden bei guter Laubentwicklung gebildet. Daher ist es ratsam, den Boden feucht zu halten, möglichst mit Stroh abzudecken und eine gleichmäßige Nährstoffversorgung zu sichern.

Ein Standort mit ausreichender Luftbewegung verhindert auf natürliche Weise Botrytisbefall. Eventuell sind vorbeugende Spritzungen durchzuführen. Dies kann mit Beginn der spätsommerlichen langandauernden Taufeuchtigkeit notwendig werden. Widerstandsfähige Sorten gibt es noch nicht.

Noch einen wichtigen Hinweis: Beim Pflücken nehme man die abgeernteten Fruchtstände mit aus dem Bestand. Dies ist nicht nur eine fäulereduzierende Maßnahme, sondern es veranlasst die Pflanze kontinuierlich weiter Blüten anzusetzen.

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Der Unterschied zwischen einer A- und einer A+-Pflanze: In jeder gut entwickelten Blattachse kann ein Blütenstand verborgen sein.
Mehr Erfolg mit Erdbeeren
Der Schnitt durch das Rhizom: Oben sitzt der Vegetationskegel, die bereits vorgebildeten Blätter für das nächste Frühjahr.
Erdbeeren
Solch stark entwickelte Pflanzen sind das Ergebnis gesunden Pflanzgutes und einer intensiven Bodenpflege.
Erdbeeren im Garten

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Erdbeere, Frigopflanze

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