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Rüsselkäfer an Erdbeeren

Mai 2002 Die Familie der Rüsselkäfer hat ihren Namen nach der besonderen Kopfform, die oftmals langgezogen ist und damit ein rüsselähnliches Aussehen bekommt. Sie ist die größte Käfer- und gleichzeitig artenreichste Insektenfamilie überhaupt. Die Gattung der Dickmaulrüssler umfasst in Mitteleuropa eine Reihe Arten, die an unseren Gartenpflanzen Schäden verursachen. Ihr natürlicher Lebensraum ist häufig der Waldrand, wo sie an vielen Sträuchern und Wildstauden leben. In Siedlungslandschaften kommen sie in den artenreichen Gärten vor, wo sie nicht sonderlich wählerisch an unseren Stauden, Beerengehölzen und Obstbäumen zusagende Lebensbedingungen finden. Der Erdbeere scheint diese Gattung besonders zugeneigt zu sein, denn der Fachmann findet mehrere Arten, von denen hier die schädlichsten vorgestellt werden sollen.


nach obenErdbeerwurzelrüssler

An neu gepflanzten Äpfeln nagt er die Rinde, besonders gern eben unter den Knospen.
© von Soosten
An neu gepflanzten Äpfeln nagt er die Rinde, besonders gern eben unter den Knospen.
Der Erdbeerwurzelrüssler, ein etwa 5 mm großer Käfer, ist grauschwarz mit braunroten Beinen und Fühlern. Er wird uns kaum auffallen, denn er frisst nachts an Blüten und Jungfrüchten. Dieser "Reifefraß" dient nur um die Ovarien – der schöne deutsche Name lautet "Eierlegeapparat" – reifen zu lassen.

Danach legt er die Eier an die Wurzeln der Wirtspflanze und die schlüpfenden Larven beginnen nun mit dem wirklichen Schaden: über Monate fressen sie die feinen Wurzeln und nagen an den stärkeren die Rinde ab. Bei entsprechend großem Befall leidet die Wasseraufnahme und die Pflanze schlappt.

Da die Käfer nicht fliegen können und sich nur laufend neue Lebensräume suchen können, kommt es nach mehreren Jahren zu einer Anreicherung in mehrjährigen Erdbeerbeständen. Die einzige Bekämpfungsmöglichkeit ist der ständige Wechsel des Standortes. Die Beete sollten nicht älter als zwei Jahre werden.

nach obenGefurchter Dickmaulrüssler

Der Gefurchte Dickmaulrüssler frisst bei Himbeeren die Blattränder während des Reifefraßes.
© von Soosten
Der Gefurchte Dickmaulrüssler frisst bei Himbeeren die Blattränder während des Reifefraßes.
Die Larve des Gefurchten Dickmaulrüsslers hat sich im Laufe mehrerer Monate von den feinen Wurzeln bis zum Rhizom gefressen. Die Verpuppung in einer runden befestigten Erdhöhle steht unmittelbar bevor.
© von Soosten
Die Larve des Gefurchten Dickmaulrüsslers hat sich im Laufe mehrerer Monate von den feinen Wurzeln bis zum Rhizom gefressen. Die Verpuppung in einer runden befestigten Erdhöhle steht unmittelbar bevor.
Der Gefurchte Dickmaulrüssler wird bis zu einem Zentimeter groß, ist dunkelbraun bis fast schwarz und mit einzelnen helleren Flecken auf den genoppt aussehenden Flügeldecken. Als Käfer verursacht er einen zackigen Randfraß an den Blättern.

Bedeutender muss wiederum der Schaden an den Wurzeln bewertet werden. Haben mehrere Larven das Wurzelwerk aufgefressen, gehen sie sogar in das Rhizom hinein und damit kann die Erdbeerpflanze im Frühjahr kaum noch austreiben.

Diesen und anderen Dickmaulrüsslern ist eine weitere Eigenschaft gemein: Sie sind eingeschlechtlich und jedes Tier legt – je nach Art – 300 bis 800 Eier.

nach obenGrünrüssler

Von den Grünrüsslern sei der kleinere hellgrün schimmernde genannt. Meist finden wir ihn während der Blüte auf den Blättern in der Sonne sitzend. Auch er verursacht einen unbedeutenden Randfraß. Über einen wirtschaftlich wichtigen Schaden an den Wurzeln ist nichts bekannt.

Der größere Bruder, ein dunkelgrüner Rüssler mit dunklen Augen, kommt häufig an der Großen Brennessel vor und wandert von dort auf die Erdbeere. Dieser Fresser kann größeren Schaden an den Blatträndern verursachen. Aber besonders verfressen sind die gelblichen fußlosen Larven an den Wurzeln.

nach obenErdbeer- oder Himbeerblütenstecher

Der Schaden des Erdbeerblütenstechers. So lange wie die Larve in der abgeknickten Knospe frisst, bleibt die Knospe am Blütenstand hängen.
© von Soosten
Der Schaden des Erdbeerblütenstechers. So lange wie die Larve in der abgeknickten Knospe frisst, bleibt die Knospe am Blütenstand hängen.
Der Erdbeer- oder Himbeerblütenstecher auf der Blattspitze einer Himbeere.
© von Soosten
Der Erdbeer- oder Himbeerblütenstecher auf der Blattspitze einer Himbeere.
Weitaus bekannter ist der Erdbeer- oder Himbeerblütenstecher, der als Käfer kaum in Erscheinung tritt, denn er besitzt eine besondere Sensibilität für Erderschütterungen und Schattenbewegung. Bei leisesten Wahrnehmungen lässt er sich fallen, meist bevor wir ihn gesehen haben. Seine Größe beträgt nur knapp 3 mm.

Mit gutem Auge ist sein Schaden früh sichtbar: Ein winziges schwarzes Pünktchen am Stiel einer fast ausgewachsenen Knospe zeigt an, dass der Käfer das Innere des Stieles durchgebissen und ein Ei in die Knospe abgelegt hat. Langsam welkt die Knospe ohne zu vertrocknen, denn darin frisst die Larve die eiweißhaltigen Innenteile. Vertrocknet die Knospe, stirbt die Larve.

Ist die Endgröße erreicht, fällt die Knospe ab, und am Boden erfolgt die Verpuppung. Nach einigen Wochen schlüpft der Jungkäfer, macht seinen Reifefraß und verschwindet in die Winterruhe. Die ersten Tiere erscheinen mit den Knospen der Erdbeeren. Bald danach sind die Blüten der Himbeeren soweit und als letztes werden die Knospen der Brombeeren befallen. In allen Fällen handelt es sich um die gleiche Gattung.

nach obenErdbeerstengelstecher

Von der eben besprochenen Art ist der Erdbeerstengelstecher zu unterscheiden. Das etwas größere Insekt sticht die Blütenstände, die Blattstiele und die jungen Ausläufer an. Dadurch kann der Schaden beträchtlich werden.

nach obenBekämpfung

Schwierig ist bei allen Arten die Bekämpfung. Bei den Grünrüsslern sollte man sich die Mühe des Absammelns machen. Die nachtaktiven Dickmaulrüssler lassen sich mit chemischen Mitteln kaum fassen, denn sie sind außerordentlich widerstandsfähig. Die Fa. Neudorff hat ein biologischen Mittel auf dem Markt, mit dem bei korrektem Einsatz sicher eine Eindämmung erreicht werden kann. Die Bekämpfung der Knospenstecher setzt voraus, dass man den Moment des Erscheinens kennt, denn die zur Verfügung stehenden Mittel wirken nur eine kurze Zeit. Es bleibt also die Empfehlung, häufig den Standort zu wechseln und offenen Auges die Pflanzen auf dem Grundstück zu betrachten.

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Erdbeerblütenstecher, Erdbeere, Erdbeerstengelstecher, Erdbeerwurzelrüssler, Gefurchter Dickmaulrüssler, Grünrüssler, Himbeerblütenstecher, Rüsselkäfer

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