Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Ziergarten > Archiv (2002 - 2005) > 2002 > Orchideen – Tropenschönheiten

Orchideen – Tropenschönheiten

April 2002 Seit jeher haben Orchideen den Menschen begeistert, hervorgerufen durch ihr eigenständiges Aussehen und ihre reiche Farbenvielfalt. Selbst im Sprachgebrauch wird das Wort "orchideenhaft" (…gleich) zu hören sein. Mit der Vielzahl von 25.000 Arten bilden sie die größte Pflanzenfamilie unter den Blütenpflanzen. Sie werden wie Gräser, der Bambus und die Getreidearten den einkeimblättrigen Pflanzen zugeordnet. Entwicklungsgeschichtlich werden die Orchideengewächse zu den jüngsten Pflanzenfamilien gezählt, da sie die Fähigkeit besitzen, sehr leicht zu bastardisieren (zu vermischen), wodurch sich die hohe Zahl ergibt.

1856 gelang die erste Kreuzung. Beim Blumenbinder (Floristen) gehören sie mit zu den edlen und grazilen Schmuckpflanzen zur Fertigung attraktiver farblicher Kreationen.


nach obenVerbreitung

Sie leben in allen Erdteilen – Ausnahme die Antarktis. Ihr Vorkommen erstreckt sich über die Tropen, Subtropen und die klimatisch gemäßigten Florengebiete der Kontinente. Bezogen auf die später vorgestellten Orchideenarten, wie Cattleya (Frauenschuh) und die Malaienblume, beanspruchen sie das mäßige bis wechselfeuchte Klima ihrer Heimatgebiete. Dort wachsen sie in den tropischen Wäldern Südostasiens auf bemoosten Felsen; andere sind in den tropischen Regionen Mittelamerikas, Chinas bis Neuguinea zuhause.

nach obenUnterschiedliche Lebensweise

Beschäftigt sich der Pflanzenfreund mit Orchideen, so ist zu ihrer Pflege einiges Grundsätzliches vorauszuschicken, um ihre Wachstumsansprüche kennenzulernen. Zu unterscheiden sind die erdbewohnenden Orchideen (Terresiten). Eine andere Gruppe dagegen besiedelt in ihrer Heimat höchste Baumgipfel. Sie werden Epiphyten (Aufsitzer) genannt. Ihr Baumleben führt dazu, sie als Schmarotzer zu bezeichnen. Diese inkonsequente Meinung hat sich leider weit verbreitet. Begründet dadurch, dass sie mit Hilfe ihrer grünen Blätter assimilieren (angleichen) können, leben sie nicht auf Kosten ihres Baumes, sondern suchen nur einen festen Halt.

nach obenFrauen- oder Venusschuh (Paphiopedilum)

Frauenschuh (Papiopedilum callosum-Hybride)
© v.E.
Frauenschuh (Papiopedilum callosum-Hybride)
Frauenschuh (Paphiopedilum-Hybride)
© v.E.
Frauenschuh (Paphiopedilum-Hybride)
Die stammlose Erdorchidee zeichnet sich durch ihre typische Blütenform mit schuhähnlicher Unterlippe aus, die einem Pantoffel gleicht. Mit seinen Naturformen und Züchtungen gehört der Venusschuh zu den volkstümlichsten Orchideen. Bei richtiger Wahl kann man sich fast ganzjährig an ihrer Blüte erfreuen. Innerhalb der Gattung werden Kalt- und Warmhaus-Orchideen unterschieden.

P. insigne (insignis = ausgezeichnet) blüht von November bis März. Sie beansprucht kühle Temperatur und ist gerade in der Pflege einfach zu behandeln. Sie eignet sich für den Anfänger, um sich später mit anderen Arten zu beschäftigen. Die stammlose Pflanze besitzt grüne bis marmorisierte Blätter. Blüte gelbgrün, Lippe bernsteinfarben. Heimat Himalaja. Sie blüht über viele Wochen. Voll erblüht eignet sie sich als Schnittblume in der Vase bei einer Blühdauer über sechs Wochen.

Pflege

Heller Platz, keine direkte Sonne. Im Sommer Zimmertemperatur, wintertags kühler 12 bis 15 °C. Der Pflanzstoff besteht aus Orchideensubstrat mit gutem Abzug (Scherbeneinlage) wie beim Kauf erhalten. Weitere Arten auf der Fensterbank:
  • P. callosum
  • P. fairrieanum
  • P. hirsatissimum

nach obenCattleya

Malaienblume (Phalaenopsis-Hybride)
© v.E.
Malaienblume (Phalaenopsis-Hybride)
Cattleya-Hybride
© v.E.
Cattleya-Hybride
Epiphytische Gattung im tropischen Amerika. Wasserspeicherung in Sprossknollen (Pseudobulben). Anfängerpflanze C. bowringiana, zweiblättrig, vielblütig. Blüte rosa, September, Oktober ohne Ruhezeit. Gegen Sprühen empfindlich (Fleckenbildung). Besser Luftbefeuchter! Günstige Luftbewegung, keine Zugluft! Wärme 18 bis 22 °C.

In Kultur ähnlich die Malaienblume (Phalaenopsis) mit ihren Hybriden. Sie haben keine Speicherorgane.

Pflege

Keine pralle Sonne. Blühen oft zweimal vom Frühjahr bis in den Winter.

nach obenTibet-Orchidee (Pleione bulbocodioides)

Freiland-Orchidee im Alpinenhaus
© v.E.
Freiland-Orchidee im Alpinenhaus
Freiland-Orchidee (Pleione bulbocodioides)
© v.E.
Freiland-Orchidee (Pleione bulbocodioides)
Winterharte Liebhaber-Kostbarkeit aus China, Taiwan, die im Halbschatten im Freien aushält. Verträgt bis über −10 °C. In stark frostgefährdeten Gebieten ist eine Schutzdecke anzuraten. Überwinterung im Keller. Boden: Torf-Sand-Mischung (Styroporflocken, Torfmoos (Sphagnum)). Blüte April, Mai, rosa tütenförmig, Lippe gefranst.

Pflege

Im Sommer viel Feuchtigkeit, im Winter trocken halten (Ruhezeit). Möglich auch die Kultur in flacher Schale bei kühler Überwinterung, 5 °C. Sicher im Alpinenhaus (s. Foto).

Orchideen haben fleischige lufthungrige Wurzeln und den Wechsel von Regen und Trockenheit gewöhnt.
Traumhafte Orchideen
Alpenveilchen
Zimmerpflanzen richtig pflegen
Bild 5: Paphiopedilum
Die anderen Orchideen

Schlagworte dieser Seite:

Cattleya, Frauenschuh, Malaienblume, Orchidee, Tibet-Orchidee, Venusschuh

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de