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Kopfdüngung nicht mehr unbedingt notwendig

April 2002 Kopfdüngung ist gut und unverzichtbar, wenn Einzel- und Mehrnährstoff-("Voll"-)dünger ohne N-Langzeitwirkung (N = Nitrogenium = Stickstoff) zu Beginn einer Kultur verwendet werden. Das galt gestern und gilt auch heute noch.


nach obenNicht stabilisierter Mineraldünger

Darstellung 1: Bei Verwendung „alter“ („nicht stabilisierter“) Mineraldünger zahlt sich die Aufteilung der Gaben aus (am effektivsten in 2/3 Grund- + 1/3 Kopfdüngung).
© Titze
Darstellung 1: Bei Verwendung „alter“ („nicht stabilisierter“) Mineraldünger zahlt sich die Aufteilung der Gaben aus (am effektivsten in 2/3 Grund- und 1/3 Kopfdüngung).
Die Aufgliederung in Grund- und Kopfdüngung (z. B. zwei Drittel + ein Drittel) dient der besseren Anpassung, besonders des Nährelements Stickstoff, an den Bedarf der Gemüsepflanzen, einer verringerten Nitratanreicherung in ihnen und der Vorbeugung des Nährstoffverlustes im Wurzelaufnahmebereich. Darstellung 1 bezeugt die Überlegenheit geteilter Gaben. Sie spiegelt Erntedurchschnittswerte im ersten Versuchsjahr von Weiß-, Rot-, Wirsingkohl, Sellerie, Kopfsalat und Porree wider, im zweiten Versuchsjahr solche derselben Gemüsearten ohne Kopfsalat. In den Kontrollparzellen ("Kontr.") wurde die gleichgroße N-Menge zum Vergleich in einer einzigen Gabe vor der Pflanzung verabreicht. Auf einem mutmaßlich witterungsbedingt unterschiedlichen Ertragsniveau zeigen die Resultate aus beiden Jahren in den jeweiligen Versuchsreihen eine auffallende Übereinstimmung bei durchschnittlich 50 bis 100 % Mehrleistung durch das Düngungs-Splitting! (Nach WILL, Gemüse 7/1986)

nach obenN-stabilisierte Dünger

Darstellung 2: N-stabilisierte Dünger (z.B. Entec, Entec perfekt) brachten dagegen bei einer Gabe zum Kulturbeginn etwas höhere oder zumindest gleich hohe Erträge wie die Grund- und Kopfdüngung „alten Stils“.
© Titze
Darstellung 2: N-stabilisierte Dünger (z.B. Entec, Entec perfekt) brachten dagegen bei einer Gabe zum Kulturbeginn etwas höhere oder zumindest gleich hohe Erträge wie die Grund- und Kopfdüngung „alten Stils“.
Nun sind seit einigen Jahren "stabilisierte" oder anders benannte (wie "Depot"-)Stickstoffdünger (auch in Mehrnährstoffdüngern enthalten) im Handel. Sie lassen diesen Nährstoff langsamer "fließen" und sollen nach Herstellerangaben mit einer adäquat größeren Gabe zur Aussaat/Pflanzung hinsichtlich des Ertrages und der Qualität denselben Zweck erfüllen wie Grund- und Kopfdüngung zusammen, die oben erwähnten Nachteile verringern und einen Arbeitsgang (denjenigen der Kopfdüngung) ersparen.

Inzwischen liegen dazu Resultate mehrerer Versuchsanstalten vor. Soweit verfügbar, werden sie hier in Darstellung 2 – abweichend von den Originalversuchsberichten – der Einfachheit halber tendenziell ("etwas höher", "annähernd gleich hoch", "etwas weniger", also ohne konkrete Zahlenangaben) wiedergegeben. Die Buchstaben in Klammern hinter den einzelnen Gemüsearten bezeichnen die geprüften neueren Düngersorten: E = Entec (26 % Stickstoff), Ep = Entec perfekt (14 % Stickstoff, 7 % Phosphat, 17 % Kalium, 2 % Magnesium). Danach wurden durch sie etwas höhere Erträge bei Weißkohl, Blumenkohl, Feldsalat und annähernd gleich hohe bei Brokkoli, Grünkohl, Kopf- und Eissalat sowie Knollensellerie erzielt. Minderernten erbrachten sie jedenfalls nicht.

Damit wird bestätigt, was bezüglich der "Einmalgabe" versprochen wird. (Allerdings handelt es sich dabei meistens nur um einjährige Resultate, denen eine weitere Absicherung guttäte). Insofern ist bei der Verwendung solcher Dünger die Aufteilung nicht mehr erforderlich. Es empfiehlt sich aber, die Fabrikantenratschläge hinsichtlich der zu verabreichenden Mengen zu beachten (Quellen: "Gemüse" 2/1994, 6/2001, "Versuche im deutschen Gartenbau – Gemüsebau" 1999 u. 2000).

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Depotdünger, Düngung, Kopfdüngung

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