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Unterstützungsmaßnahmen beim Schnitt von Obstgehölzen

Februar 2000 Ziel eines Baumschnittes ist ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Trieb und Fruchtbarkeit. Triebige Obstbäume entwickeln nicht genügend Blütenknospen. Die Ursachen für den verzögerten Ansatz können in fehlerhaftem Schnitt, Sorteneigentümlichkeit, Wahl zu starker Unterlagen und Witterungsbedingungen liegen.


Bei der Ringelung wird ein 1 cm breiter Ring aus der Rinde gelöst.
© May
Bei der Ringelung wird ein 1 cm breiter Ring aus der Rinde gelöst.
Egal, was letztlich den Auschlag gibt, mit einer sachgemäßen Ringelung kann man schnell und sicher gegensteuern. Diese Maßnahme ist ziemlich unkompliziert. Anfang April schneidet man einen 1 cm breiten Rindenring aus den Ästen und stärkeren Zweigen, etwa 0,50 m von ihrer Ansatzstelle, und zwar vom Stamm aus gesehen. Die entstandenen Wunden werden anschließend mit einem Wundverschlussmittel, wie Baumwachs oder Lacbalsam, verstrichen, um Infektionen auszuschalten.

Oberhalb des Ringes setzt noch im gleichen Jahr eine sichtbare Triebberuhigung und Blütenknospenbildung ein. Die Folge der Ringelung ist, dass sowohl Assimilate (Zucker, Stärke) als auch Hemmstoffe nicht mehr in den Wurzelbereich fließen können, da die Rinde an den Aststellen unterbrochen ist und damit ein Transport unmöglich wird.

Selbstverständlich setzt wieder stärkerer Trieb ein, wenn die Ringelung verheilt ist, sodass sie – allerdings nur im Frühjahr – an anderen Aststellen zu wiederholen ist. Um den Baum nicht in die Alternanz zu treiben, sollte man nicht alle Äste gleichzeitig ringeln, sondern die Hälfte in einem, die andere im Folgejahr.

Ein anderes Ärgernis für den Baumbesitzer ist ein ungleichmäßiges Austreiben der Knospen oder gar das gänzliche Ausbleiben. Wie in einem vorausgegangenen Beitrag geschildert, ist dafür die Spitzenförderung verantwortlich. Will man ein Auge zum Austrieb bringen, um der Bildung von Kahlstellen vorzubeugen, hilft das Kerben über einer bestimmten Knospe, indem ein sichelförmiger Schnitt über dem Auge und das Herauslösen der Rinde erfolgt.

Warum ist der Austrieb nun gesichert? Auch hier ist die Erklärung wiederum in den verschiedenartig verlaufenden Saftströmen von Rinde und dem darunter liegenden Splintholz zu suchen. Der von oben nach unten durch die Rinde fließende Saftstrom (Assimilate) wird unterbrochen und kann nicht in die gekerbte Knospe gelangen, der vom Splintholz aus Richtung Wurzeln sich bewegende Saftstrom erreicht ungehindert das Auge und sorgt für den Austrieb.

Um andere an unerwünschten Stellen entstehende Austriebe zu vermeiden, blendet man diese Knospen, indem sie mit dem Daumennagel weggedrückt werden. Auf diese Weise gelingt es, den Baumaufbau ganz individuell zu gestalten.

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"Besen": Diesem Baum wird jährlich ein "Rasierschnitt" verpasst. Ansonsten würden alle Früchte im Schatten reifen und vermutlich stippig werden.
Gute Fruchtqualität
Bei der Ringelung wird ein 1 cm breiter Ring aus der Rinde gelöst.
Schnitthilfen
Lässt man einen Baum ungehindert wachsen, überbauen die oberen Kronenpartien. Mangels Lichteinfall findet im Inneren der Krone eine Aufkahlung statt.  Durch Entfernen stärkerer Triebe wird die Krone geöffnet und der Lichteinfall ins Innere gefördert.
Überbauung der Kronen vermeiden!

Schlagworte dieser Seite:

Kerben, Obstbaumschnitt, Obstgehölz, Ringelung, Schnitt

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26. Juli 2014

Patrick Barmet

sehr schöner Beitrag allerdings bin ich gegen die Verwendung von Baumwachs oder Lacbalsam da diese das Kalium beschädigen können. nach neusten Erkenntnissen ist es besser die wunde mit schwarzer Plastikfolie abzudecken um die Bildung von Flächenkallus zu ermöglichen (http://www.bfafh.de/bibl/frp/frp_1-03_bfh.pdf) für eine erfolgreiche Wundheilung ist folgendes erforderlich ausreichend Feuchtigkeit, Luft und keine UV-stralund die Erhitzung die durch den Plastik entsteht scheint keinen bedeutenden Einfluss auf die Wundheilung zu haben
mfg Patrick Barmet

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