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Vom Gartenflor der Kaiserkrone bis zur Schachbrettblume

März 2002 Winterblüher unter den Zwiebel- und Knollengewächsen können bis zu −20 °C Kälte vertragen. Ihre hohe Frostresistenz verdanken sie der Erhöhung der Zellsaftkonzentration mit Winterbeginn, wodurch der Gefrierpunkt der Körperflüssigkeit herabgesetzt wird. Ebenso verhalten sich die immergrünen und wintergrünen Pflanzen, die über −30 °C vertragen.


nach obenFrühlingsahnen

Wer den Frühling herbeisehnt wird mit Genugtuung feststellen, dass nach der weißen Winterdecke bereits Leben im moosigen Waldboden spürbar wird, denn nach dem langen Winterschlaf wartet das erste Pflanzenleben darauf, die Frostdecke allmählich zu durchbrechen. Zu den vorwitzigen Blühern zählen die Christrose, das Schneeglöckchen, die den Bauerngarten schon seit Generationen namhaft machen. Es folgen der Winterling, der Märzbecher, der Schluchten- und Auwälder besiedelt.

nach obenEingeführte Artenvielzahl

Das dekorative Liliengewächs ist mit etwas über hundert Arten aus dem Orient in die europäischen Gärten eingeführt. 1576 kamen die ersten Zwiebeln als "Persische Lilien" aus Konstantinopel in die kaiserlichen Gärten von Wien. Im Laufe der Jahre wurden weitere Arten aus Kleinasien, Japan, Amerika wegen ihrer vielfältigen Blütenzeichnungen eingeführt und verbreitet. Die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) wird auch als "Krone auf Krone" bezeichnet, da die glockenförmig hängenden Blüten von einem Blattschopf gekrönt sind.

nach obenKaiserkrone (Fritillaria)

Kaiserkrone goldgelb
© v.E.
Kaiserkrone goldgelb
Kaiserkrone
© v.E.
Kaiserkrone
Persische Kaiserkrone
© v.E.
Persische Kaiserkrone
Fritillarien wollen frei stehen und nicht im Wurzeldruck anderer Pflanzen. Am bekanntesten die oben erwähnte mit auffälligen Blütenständen in Orange und großen dottergelben Farben. Schon im zeitigen Frühjahr brechen sie durch den Boden mit einer enormen Raschwüchsigkeit. Nach plötzlich eintretenden Nachtfrösten liegen sie schlaff am Boden, richten sich aber nach den ersten Sonnenstrahlen wieder auf. Die weitverbreitete Annahme, Wühlmäuse würden von der giftigen Zwiebel Abstand nehmen, ist unbewiesen.

Bei voller Blüte sollte man sich die Zeit nehmen und in das "Gesicht" der Einzelblüte schauen. Dabei sind ein schwarzer Fleck sowie Honig-Nektargruben wahrnehmbar. Nach der Blüte drehen sich die später geflügelten Fruchtkapseln in die Höhe und ergeben ein recht einprägsames Bild. Farblich ansprechend 'Lutea Haxima', 'Orange Brillant'.

nach obenSchachbrettblume, Kiebitzei (Fritillaria melearis)

Schachbrettblume reinweiß
© v.E.
Schachbrettblume reinweiß
Schachbrettblume violett
© v.E.
Schachbrettblume violett
An ihrem heimatlichen Standort, auch weit über Europa hinaus, ist sie auf feucht-sumpfigen Gebieten anzutreffen. Wegen der schachbrettartigen Musterung ihrer Blütenblätter erhielt sie noch die passende deutsche Bezeichnung "Kiebitzei".

Neben der Stammart, weinrot und weißlich gewürfelt, blüht sie im April, Mai, wild vorkommend sogar mit weißer Blüte. Wegen ihrer Seltenheit wurde sie unter Naturschutz gestellt. Im Handel ist sie mit verschiedenen Sorten erhältlich:
  • 'Pomona': weiß-violett
  • 'Poseidon': purpurrosa

nach obenPersische Schachbrettblume (Fritillaria persica)

Apart im Aufbau ihrer wie an einem Schellenbaum angeordneten Blüten, trägt sie noch diesen Namen. Anzutreffen auf steinigem Geröllboden, wächst sie bis 80 cm hoch und blüht im Mai mit hellvioletter Blüte. Ein sandiger, humoser Boden entspricht ihren Ansprüchen. Ihre bescheidene Schönheit kommt in Verbindung mit weiteren Zwiebelblumen vortrefflich zur Geltung. Bevorzugt sind Stellen am Wegesrand, wo sich die Einzelblüte gut wahrnehmen lässt. Hübsch die kräftig wachsende Sorte 'Adiymann', dunkelflaumfarbig.

Eine Besonderheit und Verwandte nennt sich Schwarze Kaiserkrone (F. camtschatcensis). Sie bewohnt nicht nur Ostsibirien, sondern sie tritt auch in Japan auf. Im Wuchs der bekannten Kaiserkrone ähnlich wird sie 40 cm hoch. Im Mai überrascht sie mit weitglockiger fast schwarzer Blüte. Mit blassgelbem Flor gehört sie zu den beliebtesten Frühjahrsblühern.

Nordischer Herkunft ebenfalls F. pallidiflora. Kaum zu übersehen ihre gehäuften Blüten am Gipfeltrieb. Die etwas kantigen Blütenglocken zeigen im Blüteninneren dunkle Flecken mit schachbrettartigem Würfelmuster.

nach obenPflanzung – Bodenansprüche – Pflege

Im August Auslegen der Zwiebeln auf 20 cm Tiefe in einem humosen, durchlässigen Gartenboden. Bei geringer Durchlässigkeit kann durch Sandgaben je Pflanzloch vorgesorgt werden. Frisch gedüngter Boden ist nachteilig. In alten Bauerngärten bleiben sie jahrelang im Boden. Teilung nach Jahren. In einer kleinen "Frühlingsecke" werden die Zwiebeln aufgenommen und zur Ruhezeit vorbereitet. Angesetzte Fruchtkapseln werden entfernt, damit sie genügend ausreifen. Sie werden wie Dahlien trocken überwintert.

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Schlagworte dieser Seite:

Kaiserkrone, Kiebitzei, Knollengewächs, Schachbrettblume, Zwiebelblumen

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