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Neue oder alte Himbeersorten pflanzen?

März 2002 Bei Neupflanzungen treten immer die gleichen Fragen auf: Welche Sorten, welches Pflanzgut und woher dies beziehen. Über die Sortenfrage kann man trefflich streiten, denn jeder Gartenbesitzer hat eine besondere Vorstellung oder Erwartung, die zu erfüllen ist. Letztlich ist auch der Verwendungszweck entscheidend.


nach obenNeue Sorten

Grundsätzlich sollten Beerenobstarten für die Verarbeitung etwas höhere Säurewerte haben, für den Frischverzehr werden oft die süßeren Sorten bevorzugt. Die Reifezeit kann auch ein Kriterium sein.

Als neue frühe Sorte kann die 'Elida' genannt werden. Sie stammt aus dem Hause Hauenstein/Ratz in der Schweiz. Die Früchte sind mittelgroß, konisch, matt hellrot. Geschmacklich wird sie sehr gut bewertet. Sie gilt zur Zeit als gute Frühsorte, die bessere Erträge bringt als die neue Sorte 'Resa', die jedoch im Geschmack etwas besser ist.

'Elida' hat jedoch zwei unangenehme Eigenschaften: Sie macht enorm viele Ausläufer und die Rutenlänge ist nicht auf allen Standorten so, wie wir es von anderen Sorten gewohnt sind. Möglicherweise hängt das mit der Vieltriebigkeit zusammen. Die Trieblänge lässt sich positiv beeinflussen, wenn alle überflüssigen Jungtriebe im frühest möglichen Stadium beseitigt werden. Dadurch verhindern wir, dass Assimilationsleistung in nicht genutzte Pflanzenteile abwandert. Je laufenden Meter Himbeerreihe sollten nicht mehr als acht Ruten für die Ernte bleiben.

Für das folgende Jahr werden ebenso viele benötigt. Rechnen wir noch zwei Ersatzruten dazu, dann dürfen insgesamt bis zum Ende der Ernte nur 18 Ruten je laufenden Meter Reihe verbleiben. Sicher tut es dem Gartenfreund weh, so schöne Jungtriebe heraus zu ziehen. Es wird ihm durch schöne große gesunde Früchte gedankt. Sollten trotz dieser konsequenten Behandlung die Ruten die Höhe von zwei Metern im Herbst nicht erreichen, so schneide man die Spitze der Rute weiter zurück, sodass die Anzahl der Früchte reduziert wird.

Diese Sorte neigt zu reichlichem Blüten- bzw. Fruchtansatz. Daher muss man zum Ende der Erntezeit mit merklich kleineren Früchten rechnen.

nach obenAlte Sorten

Fruchtstand der Sorte 'Malting Exploit' zu Beginn der Ernte. Erkennbar ist die große Zahl reifer Früchte in kurzer Zeit. Die matte hellrote Farbe entspricht nicht den Vorstellungen einer modernen Sorte.
Fruchtstand der Sorte 'Malting Exploit' zu Beginn der Ernte. Erkennbar ist die große Zahl reifer Früchte in kurzer Zeit. Die matte hellrote Farbe entspricht nicht den Vorstellungen einer modernen Sorte.

'Malting Exploit'

Eine altbekannte Sorte ist die 'Malting Exploit', in England entstanden und seit etwa 50 Jahren im Handel. Sie reift zwischen den frühen und den mitteltelfrühen Sorten. Die Ruten wachsen mittelstark, sind braun und mit reichlich Stacheln besetzt. Die mattroten mittelgroßen Früchte reifen in recht kurzer Zeit ab, und lassen sich gut pflücken. Sie haben ein ausgezeichnetes Aroma und lassen sich roh gut verwerten.

Die Seitentriebe sind länger als bei anderen Sorten und neigen in windgefährdeten Lagen zum Ausbrechen. In Spätfrostlagen kann diese Sorte problematisch sein. Im Laufe der Jahre sind viele Bestände mit Virosen verseucht. Durch die ungeschlechtliche Vermehrung übertragen sich diese Krankheiten auf die Jungpflanzen. Daher beim Kauf auf eine renommierte Baumschule zurückgreifen, die aus positiven Selektionen die Vermehrungen aufbaut.

Die Sorte 'Tulameen' mit großen attraktiven Beeren übernimmt im Erwerbsobstbau die führende Position ein, obwohl erhebliche Schwierigkeiten im Anbau vorhanden sind.
Die Sorte 'Tulameen' mit großen attraktiven Beeren übernimmt im Erwerbsobstbau die führende Position ein, obwohl erhebliche Schwierigkeiten im Anbau vorhanden sind.

'Tulameen'

In den vergangenen Jahren hat sich eine nordamerikanische Sorte namens 'Tulameen' im Anbau verbreitet. Sie reift etwa eine Woche vor der Hauptsorte 'Schönemann'. Ihre hervorstechende Eigenschaft ist das Aroma. Daher besonders für den Frischverzehr geeignet. Die Ruten wachsen stark und leicht überhängend. Die Rinde ist auffällig hellbraun. Die ersten Früchte sind besonders groß, hellrot und leicht beduftet. Die Fruchtgröße nimmt zur Haupternte ab.

Diese Eigenschaften klingen alle sehr schön, wenn nicht das "aber" wäre. Die erste Blüte am Ende des Seitentriebes blüht sehr früh auf und wird leicht von der Graufäule befallen. Ganz häufig infiziert diese dann während der Ernte die nachreifenden Beeren. Diese besondere Anfälligkeit für Graufäule gilt auch für die Ruten, die häufig in ihrer ganzen Länge befallen werden. Daher kommt diese Sorte nur für Gärten infrage, in denen Luftbewegung für schnelles Abtrocknen nach Niederschlägen sorgt. In ungünstigen Lagen ist es kaum möglich, mittels zugelassener Bekämpfungsmittel die Fäule in den Griff zu bekommen.

Die gute alte Standardsorte 'Schönemann' mit kräftigroten großen Früchten.
Die gute alte Standardsorte 'Schönemann' mit kräftigroten großen Früchten.

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Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

'Schönemann'

Eine der robustesten Sorte ist sicher die 'Schönemann', die viele Jahre hindurch die Standardsorte im Erwerbsanbau war. Die Verbreitung verdankt sie zum einen dem kräftigen gesunden Triebwachstum, zum anderen dem reichen Ertrag. Die aufrechten Ruten sind graubraun und nur schwach mit Stacheln bewehrt. Sie entwickeln kräftige Seitentriebe, an denen die sehr großen dunkelroten Früchte gut verteilt sitzen. Die Ernte zieht sich in manchen Sommern über vier Wochen hin. Im vollreifen Zustand hat diese Sorte ein kräftiges Aroma und bemerkenswerte Säure, die jedoch vom Zucker überdeckt wird. Daher eignet sie sich hervorragend für alle Arten der Verarbeitung. Bemerkenswert ist die Unanfälligkeit für Krankheiten auf geeignetem Standort.

Aus verschiedenen Herkünften hat sich der Typ 'Meyer' als einer der besten gezeigt. Es gibt, wie auch bei den anderen Obstarten, keine "Allround"-Sorte! Als langjähriger Lieferant für den bundesweiten Erwerbsanbau hat die Baumschule H. Meyer, Wardenburg, Tel.: 04407/922060, hohe Anforderungen an die Qualität erfüllt.

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