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Schlehen

Februar 2002 Eigentlich ist die Schlehe eine ältere Obstart als unser heutiger Apfel. Man kann davon ausgehen, dass schon in der Jungsteinzeit die Früchte von unseren Vorfahren gegessen wurden. Gesicherte Hinweise fanden sich bei den Ausgrabungen von Pfahlbausiedlungen in Süddeutschland und der Schweiz, bei denen die Steine nachgewiesen werden konnten. Sicherlich ist über Jahrhunderte hinweg der hohe Vitamin-C-Gehalt ein natürlicher Schutz gegen Mangelkrankheiten im Winter gewesen.


Wer kennt sie nicht, die dunkelblaue, hell beduftete kirsch- bis zwetschgenförmige Frucht, die im Winterkleid des Strauches erst richtig sichtbar wird. Der Strauch, bis zu zwei Meter hoch werdend, mit grauschwarzer Rinde und starken Dornen. Daher kommt auch der Name Schwarzdorn.

Weit verbreitet als Hecken und Gebüsche auf nährstoffreichen, oft steinigen und gern warmen Standorten dient er der heimischen Tier- und Vogelwelt als sicheres Nist- und Rückzugsrevier. Sicher wegen seiner Dornen, die als verholzte Kurztriebe den Zugang verwehren. Diese Dornen gaben der Pflanze den botanischen Namen: spinosus = dornig, sie heißt Prunus spinosa. Prunus heißt auch die Pflaume.

Unter der hellblauen Bereifung sieht man die feste dunkelblaue Fruchthaut.
© von Soosten, Rolf
Unter der hellblauen Bereifung sieht man die feste dunkelblaue Fruchthaut.
In der Tat ist die Schlehe eine nächste Verwandte unserer Pflaume oder Zwetschge. Sie sind so weit verwandt, dass sie mit mehreren anderen Prunusarten gekreuzt wurde. In der modernen Forschung geht man davon aus, dass sie an der Entstehung unserer Hauszwetschge beteiligt gewesen ist. In Versuchen hat man die Schlehe als Unterlage für schwachwachsende Hauszwetschgen und andere Sorten verwendet. Ein unübersehbarer Nachteil dieser Kombination sind die vielen Wurzeltriebe, die aus den flachstreichenden Wurzeln austreiben. Außerdem gilt die Schlehe als scharkaempfänglich und somit in der Umgebung von Steinobstpflanzungen nicht gewünscht.

Wenn die blauen Früchte am blattlosen Strauch sichtbar werden, ist der Erntezeitpunkt noch lange nicht gekommen. Erst wenn mehrmals Fröste die Frucht haben durchfrieren lassen und die Haut beginnt schrumplig zu werden, sollte mit der Ernte begonnen werden. Erst dann beginnt der Abbau der Gerbsäure in der Frucht und die Saftausbeute wird ergiebig. Früh gepflückte Früchte kann man im Gefrierfach entsprechend nachbehandeln.

nach obenSind Schlehen als Früchte wirklich interessant?

Wer in die Frucht hineinbeißt, wird merken wie "adstringierend" der Saft wirkt. So hässlich wie das Wort ist auch das Empfinden! Aber nach Frosteinwirkung und einer gewissen Lagerdauer gibt die Frucht ein wunderbares Aroma frei. Nachfolgend einige Ideen zum Nachvollziehen:

Schlehensaft

Je Kilogramm Früchte etwa 250 g Zucker in ein Nicht-Metall-Gefäß geben, mit 2 Liter kochendem Wasser übergießen, nach 24 bis 36 Stunden abgießen und das gleiche noch einmal wiederholen. Beide Saftpartien zusammen in einen Topf geben, nach Bedarf süßen und etwa 10 Minuten kochen lassen. Dabei abschäumen und in heiße Flaschen füllen und verschließen.

Diesen Saft kann man je nach Bedarf verdünnt oder eingedickt weiterverarbeiten zu Gelee, als Punsch mit Zitronenschale, Zimt und Nelken (oder einfach Aufgussbeutel für Glühwein) oder Grog.

Schlehengelee

3/4 Liter Schlehensaft mit 1/4 Liter Weißwein, 1 kg Gelierzucker etwa 4 Minuten aufkochen lassen und den Saft einer Zitrone zufügen. Diese Flüssigkeit noch heiß in die vorbereiteten Gläser füllen und verschließen.

Schlehenwein

4 kg vollreife Schlehen zerdrücken, mit gut 4 Liter heißem Wasser übergießen. Nach dem Abkühlen die gewünschte Weinhefe zusetzen und am zweiten Tag danach durch Pressen den Saft gewinnen, diesen mit 600 g Zucker zum Gären aufstellen. Nach Beendigung des Gärens zwei weitere Male 600 g Zucker im Wasser auflösen und durchgären lassen. Danach abziehen und einige Zeit lagern.

Schlehenlikör

1,5 kg Schlehen, gebrauchsreif, mit kochendem Wasser übergießen. Die tropfnassen Früchte mit einem Stück Zimtrinde, einigen Nelken und 1 Liter Weingeist (reinem Alkohol aus der Apotheke) in ein verschließbares Weckglas geben und bei Zimmertemperatur 3 bis 4 Wochen stehen lassen. 750 g Zucker in 2 Liter Wasser aufkochen und zu dem durchgeseihten Schlehengeist geben. Auf Flaschen gefüllt sollte er dann einige Wochen liegen.

Wem all dies zu viel Arbeit ist, der lasse sich einmal einen guten Schlehengeist schenken!

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Schlagworte dieser Seite:

Gelee, Saft, Schlehe, Schwarzdorn, Wein, Zimt

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