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Kleine Nadelgehölzkunde

Januar 2002 Verfolgt man die Abläufe der erdgeschichtlichen Entwicklung in Millionen Jahren, traten die ersten Koniferen vor 300 Mio. Jahren auf. Ihren Höhepunkt erreichten sie in der Jura-, Kreidezeit und im Tertiär. Die folgende Ausführungen dienen der Information über Naturvorkommen, Eigenschaften und Merkmale jener Nadelbäume, die im Erholungsgrün und im Park häufig auftreten.


nach obenMammutbaum (Sequoiadendron)

Mammutbaum
© v.E.
Mammutbaum
Den Namen S. giganteum erhielt das Sumpfzypressengewächs nach dem Cherokee-Indianer-Häuptling Se-Quo-Yah (1770 – 1843), der das erste indianische Alphabet erarbeitete. Das heutige Vorkommen des Dinosauriers in der Pflanzenwelt beschränkt sich auf die Sierra Nevada Nordamerikas. In der Tertiär- und Kreidezeit war er über N.-Amerika, Europa und Asien verbreitet. Messungen der Jahresringe ergaben ein Alter bis zu 3.200 Jahren und Höhen über 90 m, sowie Messungen an der Basis von fast 10 m Breite. Populär sind die "Tunnelbäume", durch die eine Straße führt.

Merkmale

Triebe mit grünen, spiralig gestellten Schuppenblättern. Zapfen bis 6 cm rotbraun, der im zweiten Jahr mit Stiel abfällt. Stamm rötlich-braun mit faseriger, schwammiger Borke – bei alten Bäumen 50 cm dick, nicht brennbar. Besonders alte und hohe Baumriesen erhielten den Namen nach Persönlichkeiten ('General Sherman'). Beachtliche Exemplare stehen im "Exotenwald" von Weinheim an der Bergstraße. Nach Europa eingeführt wurde er 1855.

nach obenScheinzypresse (Chamaecyparis)

Von der echten Zypresse (Cupressus) aus dem Mittelmeergebiet, wird die Scheinzypresse unterschieden. Ihre Vegetationsgebiete liegen in N.-Amerika, Japan. Chamaecyparis lawsoniana, ein Zypressengewächs, gehört im Westen der USA zu den wertvollsten Waldbäumen. Der langlebige Baum kann am Naturstandort ein Alter bis zu 600 Jahren erreichen. Höhenwachstum bis über 20 m. Mit Älterwerden zeigt der Baum eine typische "Schleppenbildung" (Astneigung wurzelnd bis in den Boden).

Merkmale

Gipfeltrieb stets leicht überhängend, im Gegensatz zum Lebensbaum Thuja. Da bei Aussaaten sich Sämlinge mit abweichenden Wuchseigenschaften spontan entwickeln, ist eine Anzahl Varietäten im Handel. Das Flächenblatt setzt sich aus gegenständigen grünen Schuppenblättern zusammen, die unterseits weißliche Zeichnungen aufweisen.

nach obenKiefer (Pinus)

Tränenkiefer
© v.E.
Tränenkiefer
Weit verbreitet und bekannt ist die heimische zweinadelige Föhre (Pinus sylvestris), die anspruchslos mit Sand- und Schotterflächen vorlieb nimmt.

Ansprechend in der Tracht die Tränen-Kiefer (Pinus wallichiana), ein bis 20 m hoher stattlicher Baum, der durch seine auffällige Zapfenbildung eines Blickes wert ist. Sie erreichen eine Länge von 30 cm und zählen zu den fünfnadeligen Kiefernarten. Mit ihren bläulich-grünen bis leicht silbrigen Nadeln von 20 cm Länge wirkt sie im Zapfenschmuck auf nicht zu begrenzter Fläche akzentvoll, möglichst im Solitärstand.

nach obenLärche (Larix)

Lärche
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Lärche
Im Gegensatz zu den Nadelbäumen zeigt sich die Europäische Lärche (Larix decidua) sommergrün. Sie ist ein Baum von 40 m Höhe und liebt das warme kontinentale Klima. Verbreitet hat sie sich in die Mittel- und Hochgebirge. Anfangs schwach kegelförmig im Wuchs, wirkt sie mit Alter lockerer und neigt zur Astbildung, die fast dem Boden aufliegt. Mit frischgrünem Nadelaustrieb im Vorfrühling hat ihr Äußeres ein liebliches Aussehen, auch im Jahresverlauf. Blütezeit: April, Mai, einhäusig.

Merkmale

Nadeln linealisch, weich, an Langtrieben spiralig einzelstehend wie bei der Zeder, an Kurztrieben gebüschelt. Weibliche Blüten rötlich, aufrecht, männliche kleiner, gelblich. Zapfen mit anliegenden Schuppen. Zapfen bleiben nach Ausfallen der Samen noch jahrelang im Baum hängen. Holzwert: hartes Holz, tragfähig, auch unter Wasser. Zimmermannsholz, Waggonbau, Fußböden.

nach obenEibe (Taxus)

Eibe
© v.E.
Eibe
Langsamwüchsiger Baum, auch Strauch von hohem Alter. Verbreitet vom Flachland bis in die Gebirgsregion von 1.200 m. Im Nordwesten Deutschlands trat sie bereits in der Zwischeneiszeit auf. Sie bevorzugt mehr das ozeanische Klima und tritt bestandsbildend selten auf und bevorzugt den Schatten.

Merkmale

Borke rotbraun, Nadeln 3 cm lang, zugespitzt, zweizeilig angelegt. Blüten zweihäusig, kugelig und stäuben bereits im Februar (Pollenallergie!). Weibliche Pflanzen tragen im Herbst beerenartige Samen mit auffälligem roten Samenmantel (Arillus). Bis auf die fleischige Umhüllung sind alle Teile stark giftig. Viele Gartenformen. Verwendung: Heckenpflanze. Holz: Schnitzereien. Im Mittelalter Bogen, Armbrüste.

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Thuja occidentalis 'Danica'
Nadelholzzwerge
Besonders Kirschlorbeer sind im Winter von der Frosttrocknis betroffen; Absterben eines Triebes als Spätfolge im Frühjahr.
Trockenschäden an Gartenpflanzen
Bild 1: Zapfen der Koreatanne
Viele Zapfen auf einen Streich

Schlagworte dieser Seite:

Eibe, Lärche, Mammutbaum, Nadelgehölz, Scheinzypresse, Tränen-Kiefer

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