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Fäulnis am lagernden Obst

Januar 2002 Es ist ärgerlich, wenn die im Sommer und Herbst gepflegten Früchte im Lager anfangen zu faulen. Hierbei unterscheiden wir pilzliche Erreger, die durch Infektion am Baum erst bei zunehmender Reife auf dem Lager ausbrechen und solche Erkrankungen, deren Ursache auf physiologischer Basis beruhen. Letzteres können ungeeigneter Pflückzeitpunkt, unausgewogene Ernährung und Nährstoffaufnahme (Stippigkeit) und ungeeignete Lagerbedingungen sein. Im Folgenden sollen die Fäulen pilzlicher Natur im Vordergrund stehen.


nach obenBitter- oder Lentizellenfäule

Bitter- oder Lentizellenfäule im bereits fortgeschrittenen Zustand. Die Mitte der kreisrunden faulen Fläche hellt auf und es erscheinen die Sporenkörper.
Bitter- oder Lentizellenfäule im bereits fortgeschrittenen Zustand. Die Mitte der kreisrunden faulen Fläche hellt auf und es erscheinen die Sporenkörper.
Es handelt sich hier um eine Fäule, deren Anwesenheit zum Zeitpunkt des optimalen Erntetermins noch nicht sichtbar ist. Erst wenn die natürliche Widerstandskraft gegen eindringende Erreger abnimmt, kann die Spore, die in der zweiten Sommerhälfte durch die Lentizellen eingedrungen ist, keimen und das Pilzgewebe aufbauen. Kreisrunde, anfänglich kleine braune Flecken entstehen, deren Mitte später aufhellt. Anschließend erscheinen um diese Mitte herum kreisförmig die Sporenkörper. Es können viele Flecken auf einem Apfel auftreten. Das die Flecken umgebende Fruchtfleisch schmeckt bitter, daher der Name Bitterfäule.

Die Sporen auf dem Baum stammen von sichtbaren Rindenschäden, gelegentlich Rindenbrand genannt. Es sind vertrocknet aussehende Rindenpartien, oft um eine Schnittstelle oder Zapfen herum, die an der Grenze zum gesunden Gewebe einreißt, aber nicht überwallt. In konzentrischen Ringen angeordnet, entlassen die gelblich-grauen Konidienlager große Mengen von Sporen (Konidien), die durch Regenwasser und Taufeuchte auf die Früchte gelangen.

Beim Winterschnitt und im folgenden Sommer ist also auf solche Rindenbrandstellen zu achten und sie frühzeitig, bereits bei Verdacht, fortzuschneiden.

nach obenKelchgrubenfäule

Die Kelchgrubenfäule beginnt charakteristisch im Kelch- oder im Stielgrund. Verursacht wird sie dirch den Erreger des Obstbaumkrebses.
Die Kelchgrubenfäule beginnt charakteristisch im Kelch- oder im Stielgrund. Verursacht wird sie dirch den Erreger des Obstbaumkrebses.
Die Kelchgrubenfäule beginnt in der Nähe der Blüte oder vom Stielgrund aus. Der bräunliche faule Teil grenzt sich streng vom gesunden Fruchtfleisch ab und kann manchmal wie ein Pfropf herausgenommen werden. Die angrenzenden Teile riechen und schmecken muffig. Auf der dunkelbraunen Haut liegen verstreut die weißen sporentragenden Pusteln.

Erreger dieser Fruchtfäule ist der Obstbaumkrebs, über dessen Auftreten auf dem Holz schon oft geschrieben worden ist. Auch in diesem Falle kann durch einen aufmerksamen Schnitt die Infektionsgefahr erheblich verringert werden.

nach obenLagerschorf

Zunächst kleine, schwarze Flecken, die an Größe zunehmen, zeigen den Befall mit Lagerschorf an.
© May
Zunächst kleine, schwarze Flecken, die an Größe zunehmen, zeigen den Befall mit Lagerschorf an.
Der uns bekannte Apfelschorf kann auch auf dem Lager auftreten. Zum Zeitpunkt der Pflücke erscheinen die Früchte einwandfrei, doch nach einigen Wochen entstehen zuerst winzige schwarze Flecken, die an Größe zunehmen. Für diese Entwicklung ist hohe Luftfeuchte in der Lagerluft notwendig.

Die Sporen des Schorfpilzes hat die Frucht bereits vom Baum mitgebracht. Eine Bekämpfung auf dem Lager ist nicht mehr möglich. Vorbeugend muss der Pilz auf dem Baum bekämpft werden.

nach obenMohrenkopf oder Schwarzfäule

Letztlich sei noch eine auffallende Erscheinung genannt: Die als Mohrenkopf oder als Schwarzfäule bezeichnete Pilzinfektion. Hier handelt es sich um eine Form der bekannten Monilia, die im Sommer und Frühherbst nach Verletzungen auftritt und auf braunem Grund konzentrische Kreise von Sporenpusteln erzeugt. Diese schwarze Form kann auf dem Lager längere Zeit ohne sichtbare Sporenträger liegen, bis plötzlich weiße bis graue winzige Sporenlager auftreten. Vorbeugend sollten die an den Bäumen befallenen Früchte so beseitigt werden, dass von diesen Früchten keine Infektionen mehr ausgehen können.

Die hier genannten Pilzinfektionen treten nicht immer in reiner Form auf, oft kommen auch Mischinfektionen vor. Neben diesen befallen auch andere Fäulniserreger die Früchte, wie z. B. der Pinselschimmel, Penicillium.

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Apfel links vorn: erste Veränderungen der Lentizellen, daneben sichtbare runde Befallsstellen mit Bildung des Mittelpunktes und des hellen Hofes. Darüber die sich ausdehnende Fäule. Aufnahmen 18.11.2010, 'Golden Delicious' Halbstamm, im Kleingarten vor hohen Buchen stehend.
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Schlagworte dieser Seite:

Apfel, Bitterfäule, Fäulnis, Kelchgrubenfäule, Lagerobst, Lagerschorf, Lentizellenfäule, Mohrenkopf, Monilia, Obstbaumkrebs, Schwarzfäule

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1
|
17. Februar 2013

APfeli

Vilen Dank für diesen Artikel! Er hat mir bei meiner Facharbeit sehr geholfen!!!

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