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Licht und Temperatur

Dezember 2001 Licht und Temperatur beeinflussen die Pflanze in vielfältiger Weise. Sie bestimmen – sehr oft in Wechselbeziehung – deren Gedeihen und Erscheinungsbild. Die beiden Abbildungen mit den schematisierten Pflanzen bzw. Blättern sollen das etwas deutlich machen.


nach obenLicht

(n. einer niederländ. Vorlage)
(n. einer niederländ. Vorlage)
Das Licht liefert die Energie für den für das Leben auf der Erde wichtigsten Vorgang, die Fotosynthese (= Umwandlung von Kohlendioxid in Kohlenhydrate mit Hilfe des Blattgrüns; Substanzproduktion). Deren Stärke ist vom Grad und der Qualität (= Wellenlängen) des einfallenden Lichtes abhängig und nimmt mit dessen steigender Intensität zu, aber nicht unbegrenzt, sondern nur bis zu einem Maximum. Darüber hinaus sinkt sie wieder. (Der Sättigungspunkt liegt erheblich unter der an einem hellen Sommertag eingestrahlten Lichtmenge. Zu viel Licht kann auch schädlich werden, z. B. Verbrennungen).

Außerdem löst Licht bestimmte Entwicklungsvorgänge aus (u. a. Blattgrünbildung, Wachstum; bei manchen Pflanzenarten Blütenentstehung in Abhängigkeit von der Tageslänge: z. B. Schossen mancher Chinakohl-/Gemüsefenchelsorten bei verfrühter Aussaat = Langtagpflanzen; Ruhephasen), es beeinflusst Form und Gestalt der Pflanze u. a. m.

Starkes Licht wirkt normalerweise – was unüberlegt zunächst sicher überrascht – hemmend, Dunkelheit "begünstigend" auf das Wachstum. Ihm ausgesetzte Gewächse werden kurz und gedrungen. Im Dunkleren gedeihende Sprosse zeigen dagegen eine anomale Verlängerung der Achsen und Blattstiele sowie kleinere, dünnere, aufgehellte Blattflächen (Vergeilen; z. B. zu dunkel und warm gehaltene Jungpflanzen, Kartoffelkeime im Keller). Solche Gewächse sind in der Qualität beeinträchtigt, weichlich und anfälliger gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Deshalb sind alle diesbezüglich relevanten Anbaumaßnahmen darauf auszurichten, ihnen genügend hohen Lichtgenuss zuzugestehen (möglichst kein Anbau im Schatten, angemessene Reihen- und Pflanzabstände, lange Erhaltung möglichst viel gesunden Laubes). Beleuchtungsstärke (Helligkeit) und Lichtmenge (Energie pro Fläche) sind zwei Maße dieses Wachstumsfaktors. Eine Faustformel besagt: 1 % weniger Licht = 1 % geringere Ertragsbildung. Sie findet sicher hier ihre Bestätigung: Voll belichtet ergaben nachstehende Gemüsearten jeweils 100 % Ertrag, auf den Parallelflächen unter Obstbäumen dagegen nur
52,9 % bei Buschbohnen
54,3 % beim Sellerie
46,7 % beim Weißkohl
32,4 % bei Zwiebeln.

nach obenTemperatur

Die Temperatur übt bekanntlich ebenfalls erheblichen Einfluss auf das Wachstum und die Entwicklung der Pflanzen aus. Ist sie zu tief oder zu hoch, findet keine oder ungenügende Fotosynthese (Wachstum, Ertragsbildung) statt. In einem bestimmten Bereich erfolgt sie "optimal". Für den Freizeitgärtner gibt es bei ihr "greifbarere" Grenzwerte als bei der Lichtmenge. So spricht man vom (Lufttemperatur)
  • Temperaturminimum und meint die niedrigste Temperatur, bei der ein Wachstum noch erfolgt (etwa 1 bis 10 °C. Ab 5 °C beginnt die "Vegetationsperiode", ab 10 °C die "große Vegetationsperiode")
  • Temperaturoptimum: diejenige Temperatur, bei der die Substanzzunahme der Pflanzen am größten ist (etwa 25 bis 35 °C)
  • Temperaturmaximum als der höchsten Temperatur, bei der ein Gedeihen noch stattfindet (40 bis 45 °C).

Die einzelnen Gemüsearten stellen unterschiedliche Temperaturansprüche (vgl. FuG 5/99).

Zu niedrige Temperaturen führen z. B. zur Keimungsverzögerung, zu Wachstumsstockungen, zum Schossen (Sellerie u. a.), zu Stoffwechselschäden, Kältestarre und Frostschäden. Zu hohe Wärmegrade bewirken ebenfalls das Schossen (u. a. Salat, Spinat), Absterben von Blüten und jungen Früchten sowie Qualitätsbeeinträchtigungen (Holzigkeit beim Kohlrabi, Pelzigkeit bei Radies), Hitzestarre und Hitzetod (Eiweißgerinnung in den Pflanzenzellen).

nach obenLicht und Temperatur

Je heller und wärmer es in den beiden Bereichen zwischen Minima und Optima wird, desto schneller entwickeln sich die Pflanzen. Die Diagramme zeigen das.

Entwicklungsdauer bei Tomaten-Jungpflanzen (Anzuchtmethode kaum noch zeitgemäß, aber zur Veranschaulichung gut geeignet): a = Aussaat bis Pikieren, b = Pikieren bis Eintopfen (7- bis 8-cm-Topf), c = Eintopfen bis Umtopfen (11- bis 12-cm-Topf), d = Umtopfen bis Auspflanzen (n. v. Hößlin 1964)
Entwicklungsdauer bei Tomaten-Jungpflanzen (Anzuchtmethode kaum noch zeitgemäß, aber zur Veranschaulichung gut geeignet):
a = Aussaat bis Pikieren,
b = Pikieren bis Eintopfen (7- bis 8-cm-Topf),
c = Eintopfen bis Umtopfen (11- bis 12-cm-Topf),
d = Umtopfen bis Auspflanzen
(n. v. Hößlin 1964)
Entwicklungsdauer beim Freiland-Kopfsalat in Abhängigkeit vom Pflanztermin und damit von Licht und Temperatur (n. Daten in GuF 7/1991)
Entwicklungsdauer beim Freiland-Kopfsalat in Abhängigkeit vom Pflanztermin und damit von Licht und Temperatur (n. Daten in GuF 7/1991)
Grundsätzlich gilt: Je geringer die Lichtmenge, desto tiefer müsste im verträglichen Rahmen die Temperatur gehalten werden und umgekehrt. Dieses Abhängigkeitsverhältnis ist normalerweise unter Freilandbedingungen während der Vegetationsperiode den Jahreszeiten entsprechend "automatisch" gegeben.

Bei der Jungpflanzenanzucht auf dem Fensterbrett oder beim Anbau von Pflanzen in Frühbeetkästen oder Kleingewächshäusern wird es leider oft nicht genügend beachtet.

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Bei großen Formaten muß der Untergrund sehr eben sein, damit die Fliesen bei Belastung nicht brechen.
Ganz schön vielseitig: Wir lieben Fliesen! / Seite 4
(nachher) Renovierungssystem RenoConcept
Schön, komfortabel und hygienisch: Das Bad für alle Generationen
Stimmt das Licht?

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