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Grünflächen- und Parkbeobachtungen zur Winterzeit

Fichtenzapfen
© v.E.
Fichtenzapfen

November 2001 Die vorwinterliche Zeit regt dazu an, sich einmal näher bei Spaziergängen durch das öffentliche Grün oder romantische Gärten mit den Baumveteranen und ihren Wuchseigenschaften zu befassen. Bereits dem Mensch früherer Zeiten waren die Kräfte des Baumes mit seiner Ausdruckskraft und Symbolbezug nicht fremd.


Die Verbindung zum Baum wird jeder naturverbundene Mensch nachvollziehen können, denn das Stimmungsbild, wie der Baum im Nebel, mit Schneehaube oder im Rauhreif, regen zur Beobachtung an und lassen Erinnerungen in uns wach werden.

nach obenMannigfaltige Wuchsformen – Ursachen

Nach dem Laubfall lassen sich in der Winterzeit an Bäumen und Sträuchern recht unterschiedliche Formen wahrnehmen, die die Natur hervorgebracht hat. Fragt man nach dem Grund der abweichenden Gestalt, so sind alle teils skurrilen Veränderungen spontan aufgetreten. Die sprunghaft entstandenen Formen haben sich unerwartet durch Veränderung der Erbanlagen (Mutation) gebildet. Schon in früheren Zeiten wurde festgestellt, dass unter Tausenden von Pflanzen eine abweichende auftrat. Man nahm eine Selektion (Auslese) vor und vermehrte diese Jungpflanze weiter. In der Tiernachkommenschaft wurde dieselbe Feststellung gemacht. In allen Zeiten neigte der Mensch dazu, selektierte "Besonderheiten" in seinen Garten zu holen. Zu erwähnen wären die unterschiedlichen Kugel- und Hängeformen, auffällige Stammdrehungen und pyramidale Wuchsformen, die heute im Handel sind.

Aufrechte Zapfen, drehen sich nach der Blüte.
© v.E.
Aufrechte Zapfen, drehen sich nach der Blüte.

nach obenVermehrungsweise – Veredlung

Die Veredlungsformen werden dem Siedler in seinem Wohn- und Nutzgarten bekannt sein. Ebenso werden jedem naturverbundenen Menschen mit guter Beobachtungsgabe Stammverdickungen aufgefallen sein, die aus dem Rahmen fallen.

Erprobter Weise werden Pflanzen allgemein durch Aussaat, Stecklinge, Steckholz und Teilung vermehrt, wobei die Aussaat als die generative, die Stecklingsvermehrung als die vegetative Vermehrung bezeichnet wird.

Die natürlichste Vermehrungsart von Laub- und Nadelgehölzen ist die Aussaat. Berechtigte Freude hat der Gartenfreund, wenn er gesammeltes Saatgut vom Samenkorn bis zur Jungpflanze eigens heranzieht. Bei Einjahresblumen (Sommerflor) ist es relativ einfach und führt zum Erfolg. Holzartige Gewächse setzen im allgemeinen praktische Erfahrungrn voraus und erfordern viel Geduld bis zum fertigen Junggehölz.

Der Baumschulinhaber, der mengenmäßig ein größeres Angebot zur Verfügung haben muss, ist gezwungen, Pflanzennachwuchs auf rentable Weise zu kultivieren. Um schnell pflanzfähige Ware bereit zu haben, wird er der Veredlung von Gehölzen den Vorzug geben. Veredelt wird durch Kopulation und das Geißfußpfropfen. Durchgeführt werden die Methoden im Freiland oder unter Glas (im Gewächshaus). Warum wird veredelt? Wenn andere Vermehrungsarten fehlschlagen; ferner, um nicht winterharte Gehölze für Frostlagen und auf ungünstigen Böden pflanzfähig zu machen. Jede Veredlung erfüllt nur dann ihren Zweck, wenn Unterlage und Edelreis eine absolute Einheit bilden und ein verwandtschaftliches Verhältnis besteht. Beispiele: Rose; sie (Sorte) kann nur auf die Wildrose, ein Ahorn kann ebenfalls nur auf den Spitz-Ahorn gepfropft werden. Erwähntes trifft ebenso für die Sorten der japanischen Zierkirschen, die Blutbuchen-Hängeformen und Magnolien-Sorten zu, wie auch unter den Nadelgehölzen für die Scheinzypressen (Chamaecyparis-Arten), die als Unterlage auf Chamaecyparis lawsoniana zu veredeln sind.

nach obenVeredlungs-Abnormitäten

Japanische Lärche, Veredlungswulst
© v.E.
Japanische Lärche, Veredlungswulst
Missbildungen (Deformierungen) treten an Baum und Strauch in der Pflanzenwelt hin und wieder auf, wie Zweigverbänderungen, Durchwachsungen an Blüten, "Hexenbesen"; ebenso an Sommerblumen und Wildkräutern. Sie beruhen auf den Erbfaktoren oder werden durch äußere Einwirkungen verursacht. Stammwucherungen bei Linden mit kugelartiger Geschwulstbildung (Tumor); ausgelöst durch unterirdische Wasserkreuzungen, können die Ursache sein.

Kropfartige Verdickungen, Wülste entstehen ebenfalls an Obstbäumen und hochstämmigem Beerenobst wie Baumveteranen. Beispiele: Eichen, Blütenbäume. Die angesprochenen kuriosen Erscheinungen werden bei der Veredlung durch die Unterlagen hervorgerufen. Annähernd gleichartige Stammstärken im Alter zu erzielen ist der Grundsatz jeglicher Veredlungsmethoden. Sie führt aber nur dann zum Erfolg, wenn die "Unterlage" nicht zu starkwüchsige Eigenschaften besitzt.

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