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Dies und das vom Gemüsegartenboden

November 2001 Obgleich der Freizeitgärtner grundsätzlich mit dem Boden vorliebnehmen muss, auf dem sein Garten angesiedelt ist, sollen dennoch in aller Kürze einige Aspekte dieses unterschiedlichen Wurzelraumes beleuchtet werden.


nach obenWas ist Boden?

Boden ist die oberste, lockere, durch Verwitterungsvorgänge entstandene Masse, die die feste Erdrinde in wechselnder Dicke bedeckt und die durch chemische, physikalische und biologische Kräfte in ständiger Wandlung begriffen ist.

Im Garten ist Boden
  • der natürliche Standort der Pflanze. Er bietet der Wurzel Verankerung, schützt sie vor Belichtung und extremen Temperaturschwankungen;
  • Speicher und Vermittler von Pflanzennährstoffen; teilweise auch Konkurrent um diese;
  • Lebensraum für eine Vielzahl von Organismenarten, die für den Kreislauf der Nährstoffe unentbehrlich sind. Nur die Mikroorganismen des Bodens sind zum völligen Abbau der organischen Substanz, zur Mineralisierung befähigt;
  • Filter und Speicher für Wasser. Er reguliert die Menge und die Inhaltsstoffe von Grund- und Oberflächenwässern;
  • Puffer und Filter für Schadstoffe;
  • Hobbygärtners Produktionsgrundlage.

nach obenEigenschaften des Boden

Für den Gartenbesitzer müsste seine Eignung für den erfolgreichen Anbau des Gemüses deshalb Angelpunkt des Interesses sein. Sie ist u. a. abhängig von der Bodenart und dem Humusgehalt.

Die Bodenart und das Bodengefüge (z. B. Einzelkorn- oder Krümelgefüge) bestimmen den Luft- und Wasserhaushalt des jeweiligen Wurzelraumes. Mineral- und Humusbestand entscheiden über den natürlichen Vorrat an Pflanzennährstoffen und dessen Verfügbarkeit, aber auch über die Speicherfähigkeit für zugeführte Nährstoffe. Letzteres gilt nicht für den Stickstoff, der fast ausschließlich in organischer Bindung vorliegt; die Verfügbarkeit dieses Nährstoff-Reservoirs ist deshalb direkt von der Tätigkeit der Bodenlebewesen und dem Umsatz der organischen Substanz abhängig. (Kali und Salz AG 1989: "Auf den Standort kommt es an"; geringfügig geändert).

Bodenart

Die Einteilung in Bodenarten resultiert aus der prozentualen Zusammensetzung der mineralischen Bestandteile entsprechend der Korngrößen und dem Gehalt an organischer Substanz. Dabei ist Sand relativ grob- (2 bis 0,063 mm Korn-Ø), Ton höchst feinkörnig (< 0,002 mm Ø). Schluff liegt mit 0,063 bis 0,002 mm Korngröße zwischen beiden. Wir unterscheiden z. B. die Bodenarten:
  • Sand (S; = leichter Boden)
  • lehmiger Sand (lS)
  • sandiger Lehm (sL)
  • Lehm (L; = mittelschwerer Boden)
  • Löß (Lö)
  • toniger Lehm (tL)
  • Schluff (U)
  • lehmiger Ton (lT)
  • Ton (T; = schwerer Boden)

Ihr Einfluss auf diverse Eigenschaften wird aus der Tabelle ersichtlich (Kali und Salz AG 1986: "Grundlagen der Düngung"), derjenige auf die mittlere Ertragsleistung dreier Gemüsearten aus der grafischen Darstellung (nach GEISSLER u. a. 1982; in ihr bedeutet schw.L = schwerer Lehm).

Einfluss der Bodenarten auf wichtige Bodeneigenschaften
EigenschaftBodenart
SandSchluffLehmTon
Durchlüftungsehr hochgering bis hochmittelsehr gering
Erwärmungschnelllangsam bis mittellangsamsehr langsam
Bodenbearbeitungsehr gutmittel bis gutgutsehr schlecht
Wasserspeicherungsehr niedrigmittel bis hochsehr hochhoch
Wassernachlieferungschlechtsehr gutgutschlecht
Nährstoffspeicherungsehr niedrigniedrig bis hochhochsehr hoch
Nährstoffverfügbarkeitgutgutsehr gutschlecht
Nährstoffverlagerungsehr hochgering bis mittelgeringsehr gering
Erosionsgefahrmittelhochgeringsehr gering
Kali und Salz AG 1986: "Grundlagen der Düngung"

Humusgehalt

Einfluss des Humusgehalts bei sandigem Lehm auf die Erträge wichtiger Gemüsearten. Auch wenn von dt (Dezitonne = 100 kg) je ha (Hektar = 10.000 m<sup>2</sup>) die Rede ist, auf kleiner Fläche stellt sich die Einwirkung entsprechend dar.
Einfluss des Humusgehalts bei sandigem Lehm auf die Erträge wichtiger Gemüsearten. Auch wenn von dt (Dezitonne = 100 kg) je ha (Hektar = 10.000 m2) die Rede ist, auf kleiner Fläche stellt sich die Einwirkung entsprechend dar.
Je nach ihrem Humusanteil gelten die Bodenarten dann als humusarm (0 bis 2,0 % Humusanteil), humos (2,1 bis 4,0 %; Beispiel: humoser lehmiger Sand), humusreich (4,1 bis 8,0 %) über weitere Abstufungen bis hin zu moorig (> 30 %) und torfig (> 60 %). Seine Wirkung (bei sandigem Lehm) auf die Erträge verschiedener Gemüse soll hier durch eine Zeichnung angedeutet werden (nach BIELKA und GEISSLER 1980). In ihr ist nicht so entscheidend, dass etwa Möhren "mehr auf die Waage bringen" als die Gemüsebohne, sondern dass ihrer beider Erntemengen mit zunehmendem Humusgehalt ansteigen, diese bei Grün- und Weißkohl aber offenbar schon wieder etwas anders reagieren.

pH-Wert

Sehr bedeutsam ist auch der pH-Wert (Bodenreaktion). Er ist ein wichtiger Indikator von zahlreichen Bodeneigenschaften, z. B. das Maß für den Säuregrad des Bodens und seine Kalkbedürftigkeit. Damit gewinnt er Einfluss auf die Struktur des (meist oberen) Wurzelraumes und die Verfügbarkeit vieler Nährstoffe. Jede Bodenart hat ihren optimalen Bereich, so z. B. humusarme bis humose
Sandböden = pH 5,3 bis 5,7
Lehmböden = pH 6,8 bis 7,2
Tonböden = pH 7,1 bis 7,3

Mit steigenden Humusgehalten liegt das jeweilige Optimum etwas tiefer (bis 0,5 pH). Erweist sich ein Boden als zu sauer (niedriger pH-Wert), ist eine genau dosierte Kalkgabe (Bodenuntersuchung!) erforderlich, zeigt sich der pH-Wert dagegen zu hoch, ist selbst die Verwendung kalkhaltiger Mineraldünger "verboten".

nach obenBodenverbesserung

Hier wird schwerer Marschboden mit einer Sandauflage "leichter" gemacht und in seine Eigenschaften verbessert.
Hier wird schwerer Marschboden mit einer Sandauflage "leichter" gemacht und in seine Eigenschaften verbessert.
Eine Bodenverbesserung ist beispielsweise durch Dränage, richtige Bearbeitung, Erhaltungs-/Gesundungskalkung, organische und mineralische Düngung (Stallmist-, Kompost-, Gründüngung, Phosphat, Kalium, Magnesium, ggf. Spurenelemente u. a.), Mulchen, geordnete Fruchtfolge, auf schweren Böden durch Sand-, auf leichten durch Tonmineralmehl- (z. B. Betonit-) Zufuhr möglich.

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Boden, Bodenart, Humus, pH-Wert

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