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Gurkenpflanzen in die Abfalltonne?

August 2001 Diese Frage muss in bestimmten Fällen bejaht werden. Im Verlauf des Gartenjahres treten nämlich an unseren Nutzpflanzen verschiedene Krankheiten und Schädlinge auf, deren vorbeugende Bekämpfung durch solch eine Maßnahme wichtig ist. Frühzeitig sollte man die Übel an der Wurzel fassen und erkrankte Pflanzen sorgfältig beseitigen, damit eine Ansteckung anderer, gesunder Gewächse unterbleibt.


Die Berurteilung, was ist "gefährlich krank" und muss in die Biotonne (z.B. welke kranke Gurken)…
© Titze
Die Berurteilung, was ist "gefährlich krank" und muss in die Biotonne (z.B. welke kranke Gurken)…
…und "harmlos kränklich", darf also auf den Komposthaufen (wie hier z.B. an Calcium-Mangel leidende Tomatenfrüchte sowie ggf. auch deren "Mutterpflanzen") ist für den Freizeitgärtner meistens nicht ganz einfach.
© Titze
…und "harmlos kränklich", darf also auf den Komposthaufen (wie hier z.B. an Calcium-Mangel leidende Tomatenfrüchte sowie ggf. auch deren "Mutterpflanzen") ist für den Freizeitgärtner meistens nicht ganz einfach.

nach obenPflanzen für die Bio-Tonne

Der Sclerotinia-Pilz zum Beispiel löst speziell bei Gurken und Tomaten, aber auch an Bohnen, Salat, Möhren und Sellerie Welkeerscheinungen mit weißem, watteartigen Pilzgeflecht sowie harten schwarzen Dauerorganen (Sklerotien) aus. Da der Befall vom Boden ausgeht, müssen erkrankte Pflanzen sorgfältig ausgegraben werden. Dieses gilt sowohl bei Freiland- als auch bei Unterglas-Kulturen. Keinesfalls sollten befallene Pflanzenteile auf oder in den Boden oder auf den Komposthaufen gelangen.

Da auch andere Schadpilze bodenübertragbar sind (Verursacher von Welke- bzw. Fußkrankheiten an Bohnen, Erbsen, Kohlhernie an Kohlarten, Radies, Rettich), Blattfleckenpilze (Möhren, Petersilie, Sellerie) sowie Fäulniserreger an Möhren oder Papierfleckenkrankheit an Porree, müssen erkrankte Pflanzen ebenfalls entfernt werden. Das gilt genauso für bodenübertragbare Fadenwurmarten (Wurzelgallenälchen an Gurken, Salat, Tomaten), auf deren Befallsherde (Wurzeln auf Verdickungen überprüfen) und Beseitigung man achten sollte. Auch viruskranke Gurken-, Salat- und Tomaten-Pflanzen sollten unbedingt weggeschafft werden.

Wer im Siedlergarten einen guten vorbeugenden Pflanzenschutz betreiben will, sorge dafür, dass keinerlei erkrankte Pflanzenteile auf dem Nutzgartengelände verbleiben bzw. auf den Komposthaufen gelangen. Anfallendes Material sammle man in der sogenannten Bio-Tonne, die in regelmäßigen Abständen von der kommunalen Abfallbeseitigung entsorgt wird. Über sie gelangen die Gewächse in Kompostierungseinrichtungen. Dort verrotten sie in Großmieten bei Temperaturen bis zu 70 °C. Das ist Prospekten einzelner Werke zu entnehmen.

nach obenOrganisches Material aus der Kompostierungsanlage

Und was wäre bei Verwendung des rückgekauften organischen Materials? "Ganz allgemein ist davon auszugehen, dass bei einer Einwirkungszeit von 30 Minuten eine Temperatur von 70 °C ausreicht, um die vorhandenen Schadorganismen abzutöten."* Ob angesichts dieser Feststellung die "bis zu 70 °C" beim Rotteprozess schon genügen, um es immer problemlos im Gemüsegarten oder für eine gesunde Jungpflanzenanzucht einsetzen zu können? Diese oder ähnliche Fragen beschäftigen auch Erwerbsgemüsebauer. Deshalb sollen die Gütesicherung durch die Bundesgütegemeinschaft Kompost, der mittlerweile ein Großteil der Kompostierungsanlagen angeschlossen ist, und die gesetzlichen Regelungen der neuen Bioabfallverordnung derartige Unsicherheiten aus dem Wege räumen.


* Crüger, G.: "Pflanzenschutz im Gemüsebau", 1991
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Schlagworte dieser Seite:

Bio-Tonne, Fadenwurmarten, Fußkrankheiten, Fäulniserreger, Kohlhernie, Kompost, Papierfleckenkrankheit, Schadpilze, Sclerotinia-Pilz, Sklerotien, Welkeerscheinung, Welkekrankheiten, Wurzelgallenälchen

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