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Zusatzwasser gerade jetzt

Bei länger anhaltender Trockenheit kann die Pflanze Wasser und Nährstoffe nur noch aus dem durchfeuchteten Unterboden aufnehmen (blaue Punkte), während die Nährelemente im ausgetrockneten Horizont (rote Punkte) nicht mehr verfügbar sind.
Bei länger anhaltender Trockenheit kann die Pflanze Wasser und Nährstoffe nur noch aus dem durchfeuchteten Unterboden aufnehmen (blaue Punkte), während die Nährelemente im ausgetrockneten Horizont (rote Punkte) nicht mehr verfügbar sind.

August 2001 Bekanntlich ändert sich der Wasserhaushalt eines Bodens fortwährend – z. B. je nach Bodenart, -beschaffenheit, Jahreszeit (bei den Nachkulturen sind die Winterniederschlagsvorräte bereits erschöpft), wechselnden Witterungseinflüssen (Regen, Wind, Temperatur, Luftfeuchte), Dränagewirkung, aber auch je nach Gemüseart (Kopfkohlarten, Sellerie, Möhren, Porree benötigen beispielsweise reichlich Wasser, Salate, Rettiche, Radies, Spinat, Bohnen kommen mit weniger aus).


Der Bodenwasservorrat ist also instabil und von einer permanenten Bewegung in allen Hohlräumen bis hin zu den feinsten Poren gekennzeichnet. Bei länger anhaltender Trockenheit kann sich die Pflanze Wasser und Nährstoffe nur noch aus dem Unterboden aneignen, denn auch letztere sind nach Ausdörren der Krume nicht mehr verfügbar, während sie im gut durchfeuchteten Erdreich leicht aufnehmbar sind.

In mehrjährigen Versuchen zeigten sich Nachkulturen besonders dankbar für die zusätzliche Bewässerung. Der Grund ist klar: Sie profitierten nicht mehr vom "Nachlass" der Winterniederschläge.
© Titze
In mehrjährigen Versuchen zeigten sich Nachkulturen besonders dankbar für die zusätzliche Bewässerung. Der Grund ist klar: Sie profitierten nicht mehr vom "Nachlass" der Winterniederschläge.
In jahrelangen Prüfungen mit zusätzlicher Bewässerung (Versuchsgut Marhof; sandiger Lehmboden) erbrachten Nachkulturen zahlreicher Gemüsearten den höchsten Mehrertrag. Das zeigt das Diagramm sehr deutlich. Das Bewässern in trockenen Perioden wird deshalb diesen Versuchsergebnissen zufolge im Normalfall gerade in den nächsten Wochen unumgänglich, um die gute Entwicklung der Kulturen zu sichern. Dabei lautet eine Faustregel: Bei mäßiger Bodentrockenheit ist je Zentimeter Bodentiefe rund 1 mm (= 1 l/m2) Wasser nötig, damit der erforderliche Feuchtigkeitsvorrat wieder aufgefüllt wird. Zu durchfeuchten ist die Hauptwurzelzone der Pflanzen. Das sind im allgemeinen 20 bis 30 cm, folglich 20 bis 30 mm Niederschlag oder 20 bis 30 l/m2. Das gilt für ältere Pflanzenbestände, jüngere kommen mit 10 bis 20, Aussaaten und Neupflanzungen mit 5 bis 10 l/m2 aus.

Ein trockenes Beet wird selbst bei gutem Gießen meistens nur 4 bis 5 cm tief durchtränkt. Stark ausgetrocknete ("staubtrockene") Teilstücke müssen ggf. sogar zwei- bis dreimal gegossen werden. Die Zufuhr kleiner Wassermengen in kürzeren Abständen bringt keinen Nutzen: Die Pflanzen kühlen dabei zu oft ab, ein großer Teil verdunstet unwirksam. Geringere Mengen als 10 mm dringen nur wenige Zentimeter in den Boden und kommen höchstens Flachwurzlern und Neupflanzungen zugute. Andererseits gilt auch hier: Genug ist besser als zuviel! Denn Wasser wird immer kostbarer, deshalb ist ein sorgsamer Umgang mit ihm unerlässlich.

Auch wenn Erbfaktoren-Manipulation im Spiele ist: Geradezu faszinierend klingt die Meldung: "Schottische Wissenschaftler haben eine Kartoffel genetisch so verändert, dass sie bei Trockenheit grün leuchtet. So alarmiert sie den Bauern, wenn sie Wasser benötigt" (Focus v. 30.12.2000). Dazu implantierten die Forscher ein Fluoreszenzgen von Quallen in die Blätter der Kartoffelpflanze, das aktiviert wird, sobald diese einen bestimmten Wassermangel "spürt". Wenige solcher Pflanzen würden in einem Bestand genügen, um die Beregnungsnotwendigkeit zu signalisieren, danach könnten sie vor der Ernte ausgegraben und beseitigt werden. So etwas wird es möglicherweise bald auch für andere Gewächsarten geben, die nicht nur jenseits des Gartenzaunes gedeihen. Und dann kann oder muss sich der Freizeigärtner entscheiden.

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Bewässerung, Bodenwasservorrat, gießen

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