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Umpfropfen von Obstgehölzen

August 2001 Wie schon in dem vorausgegangenen Beitrag in der Juni-Ausgabe angesprochen, beginnt die Veredlungszeit, wenn die Rinde gut löst (April/Mai). Man nimmt ein in völliger Winterruhe befindliches Reis, hält es mit den Knospen zum Körper und führt mit einem scharfen Veredlungsmesser einen Kopulationsschnitt durch. Auf der Gegenseite wird mit einem sehr flachen Schnitt die Rinde vom Reis entfernt.


Hinter die Rinde geschobenes Reis mit einem Rindenflügel abgedeckt.
Hinter die Rinde geschobenes Reis mit einem Rindenflügel abgedeckt.
Am Pfropfkopf erfolgt ein etwa 8 cm langer Schnitt bis auf den Holzkörper, dann wird ein Rindenflügel gelöst und das Reis so eingeschoben, dass es mit der Kopulationsschnittseite auf dem Holzkörper liegt, die andere Seite wird vom Rindenflügel abgedeckt. Dabei ist zu beachten, dass man das Reis nicht zu tief einschiebt, d. h. die unangeschnittene Fläche darf nicht unter dem Rindenflügel liegen, anderenfalls würde an dieser Stelle keine Verwachsung erfolgen.

An stärkeren Pfropfköpfen werden die Reiser mit Drahtstiften angenagelt, damit erspart man sich das spätere Lösen und eventuelle Einwachsen des Verbandmaterials. Wo ein Nageln nicht möglich ist, wird mit Bast verbunden.

Direkt im Anschluss an die Pfropfung sind sämtliche Stellen, die ein Austrocknen der Veredlungen ermöglichen, auch der Kopf des Reises, mit erhitztem warmflüssigen Baumwachs sorgfältig zu verstreichen. Etwa zwei bis drei Wochen nach dem Pfropfen beginnen die Reiser zügig auszutreiben. Solche, die zurückbleiben wurden nicht luftdicht verschlossen. Es ist deshalb ratsam, während der Anwachszeit stets die Dichtigkeit des Baumwachsverstriches zu kontrollieren und notfalls nachzuarbeiten.

Auf starke Pfropfköpfe müssen jeweils mehrere Reiser veredelt werden, um die Wunden rasch zu schließen. Im Herbst muss ein Trieb die Leitung übernehmen, die übrigen sind durch Ableitungsschnitt unterzuordnen. Größte Sorgfalt ist während des Anwachsprozesses dem Zugholz zuzuwenden, d. h. es darf nicht alle Kraft an sich reißen, ggfs. würde sich das negativ auf die noch nicht völlig angewachsenen Reiser auswirken. Sind die Reiser "richtig in Fahrt gekommen", kann das Zugholz – spätestens im Folgejahr – verschwinden.

Die angeführte Veredlungsmethode auf das treibende Auge eignet sich vorzüglich für Kernobst. Beim Steinobst, vornehmlich Süßkirschen, fährt man besser, wenn auf das schlafende Auge (Mitte bis Ende Juli) gepfropft wird. Die Reiser sind zu diesam Zeitpunkt noch nicht ganz verholzt, sie werden bis auf den Blattstiel entlaubt, wie oben besprochen angeschnitten und hinter die Rinde geschoben. Das Anwachsergebnis hat man etwa nach vier Wochen, d. h. bei erfolgreicher Veredelung fallen die Blattstiele von selbst oder bei leichtem Antippen ab. Der Austrieb der Reiser erfolgt erst im nächsten Jahr.

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