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Gemüsebauer in der Zwickmühle?

Hacken lockert die Oberfläche, gleichzeitig geht´s dem Unkraut an den Kragen.
© Titze
Hacken lockert die Oberfläche, gleichzeitig geht´s dem Unkraut an den Kragen.

Juli 2001 Zu den wichtigsten sommerlichen Pflegemaßnahmen auf dem Gemüsebeet gehört das Hacken des Bodens in den Pflanzenbeständen. Es trägt durch die oberflächliche Lockerung mit dazu bei, dass die Wurzeln (neben Wasser und Nährstoffen) im Erdreich auch genügend Luft (Sauerstoff!) vorfinden. Zugleich ist die Zufuhr von Sauerstoff wichtige Voraussetzung dafür, dass das Bodenleben funktioniert.


Erst wenn sich ein artenreiches Edaphon (= Bodenflora und -fauna: Bakterien, Pilze, Algen, Kleintiere, insbesondere Würmer) entfaltet, kann von einem "lebendigen" Gartenboden die Rede sein. Durch das Brechen der Bodenkruste entweicht überschüssiges, wurzelschädliches Kohlendioxid besser, gleichzeitig wird die Wasserverdunstung eingeschränkt.

Eine weiteres wichtiges Ziel dieser vom Frühjahr bis zum Herbst unumgänglichen Pflegearbeit ist natürlich die Unkrautbeseitigung. Sogenannte Bei-(Wild-)kräuter sind Licht-, Wasser-, Nährstoff- und Standraum-Konkurrenten der Kulturpflanzen und deshalb ertragsschmälernd. Mehrmaliges Hacken ist das beste Mittel, um sie zu beseitigen, denn jungen Unkräutern darf besonders im Frühstadium der Gemüsearten nicht lange Zeit gelassen werden, sich zu entwickeln.

Nun hat bekanntermaßen jede Medaille zwei Seiten. Unkräuter sind nämlich auch Bodenanzeigepflanzen. Als solche haben sie in der Landwirtschaft, im Gartenbau gewisse, in der Angewandten Pflanzensoziologie und in der Vegetationskunde größere Bedeutung. Mit ihrer Hilfe lassen sich verschiedene Eigenschaften des Bodens ermitteln: seine Struktur, sein Kalkzustand oder Säuregrad, Wassergehalt, Stickstoffhaushalt und der Grad der Gare. Eine Übersicht (nach Ellenberg) veranschaulicht das und erlaubt dem interessierten Freizeitgemüsebauer deren Feststellung auf billige Weise.

Die Brennessel: Als Unkraut lässt sie dem Feldsalat wenig Chancen, als Bodenzeigepflanze signalisiert sie dem Gemüsebauer einen sehr garen Boden.
© Titze
Die Brennessel: Als Unkraut lässt sie dem Feldsalat wenig Chancen, als Bodenzeigepflanze signalisiert sie dem Gemüsebauer einen sehr garen Boden.
Im Keimblatt- oder Jugendstadium sind diese Gewächse leider häufig schlecht als Arten zu identifizieren. Das können meistens nur diejenigen, die sich intensiver mit der Materie beschäftigt haben. Ein in bedarfsweisen Abständen angelegtes, kontrolliert wucherndes "Unkrautbeet", auf dem vorübergehend das ganze Pflanzensammelsurium des Gemüsegartens Bestimmungs- aber keine Samenreife(!!) erlangen dürfte, wäre deshalb für weniger "Keimlingskundige" ein praktikabler Ausweg aus der Zwickmühle. Das eine oder andere darauf erscheinende Wldgewächs würde sich dann notfalls mit Hilfe des Nachbarn oder des Gartenfachberaters bestimmt in die Tabelle einordnen lassen und entsprechend informative Hinweise liefern. Zu bedenken ist jedoch, dass es unter diesen Konkurrenzpflanzen Arten gibt, die Frühjahrs-, Sommer- oder Herbstkeimer sind. Deshalb müsste das Beet erst dann beseitigt werden, nachdem es seine "Schuldigkeit getan" hätte, um die gesamte Bandbreite der Beikräuter erfassen zu können.

nach obenAnspruch verschiedener Unkräuter

Bodenstruktur
gut durchlüftet – feucht
  • Ehrenpreis
  • Erdrauch
  • Rote Taubnessel
  • A.-Vergissmeinnicht
locker, nie zu nass,
aber nicht trocken

  • Rittersporn
  • Adonisröschen
  indifferent
  • Kornblume
  • Hirtentäschel
  • Wind. Knöterich
stauende Nässe
  • Kriech. Hahnenfuß
  • Ackerminze
  • Huflattich
Bodensäure
stark sauer
  • Spörgel
  • Kl. Knäuel
sauer
  • Hederich
  • Hundskamille
  • Adonisröschen
  • A.-Wachtelweizen
schwach sauer
  • Echte Kamille
  • Feldehrenpreis
  • Frauenmantel
  • Kornblume
  • Kornrade
+/− alkalisch
  • Haftdolde
  • Rittersporn
  • Venuskamm
schwach sauer bis alkalisch
  • Ackersenf
  • Pers. Ehrenpreis
  • Erdrauch
  • Gänsediestel
Stickstoffgehalt
arm
  • Hungerblümchen
  • Hasenohr
fast arm
  • Adonisröschen
  • Venuskamm
mäßig
  • Frauenmantel
  • Kamille
reich
  • Klebkraut
  • Taubnessel
sehr reich
  • Amarant
  • Bingelkraut
  • Kreuzkraut
Garezustand
gering
  • Knäuel
wenig
  • Frauenmantel
  • Haftdolde
  • Echte Kamille
  • Hederich
mittel
  • Adonisröschen
  • Hundskamille
  • Rittersporn
  • Steinsame
gar
  • Weißer Gänsefuß
  • Taubnessel
  • Finkensame
  • Knöterich
sehr gar
  • Wolfsmilch
  • Bingelkraut
  • Portulak
  • Nachtschatten
  • Brennessel

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Bodenanzeigepflanze, Bodenpflege, Indikatorpflanze, Unkraut, Zeigerpflanze

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