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Schlechter Salataufgang

Juni 2001 Wer als "Gemüse-Fotograf" zufällig auf ein so geartetes Salatbeet stößt, ohne Näheres von seiner Anlage und Pflege zu wissen, mutmaßt natürlich über die Ursache dieses unterschiedlichen Pflanzenwachstums. Entscheidende Grundlage für die erfolgreiche Aussaat des Salats an Ort und Stelle – einwandfreies Saatgut vorausgesetzt – sind:

  • gute Bodenvorbereitung
  • guter Bodenschluss
  • ausreichende, gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und
  • nicht zu hohe Bodentemperaturen
In einem dieser Erfordernisse dürfte der Schlüssel zur Diagnose der ungleichen Pflanzenentwicklung liegen.


Ungleichmäßiger Salat-Aufgang. Schuld daran ist die hohe Temperatur. Beim Kopfsalat ließen sich aus solch einer „Angebots-Palette“ verschiedentlich gleich große Sämlinge entnehmen …
Ungleichmäßiger Salat-Aufgang. Schuld daran ist die hohe Temperatur. Beim Kopfsalat ließen sich aus solch einer „Angebots-Palette“ verschiedentlich gleich große Sämlinge entnehmen …
…die dann in mehreren Pflanz-Sätzen später jeweils weitgehend einheitliche Köpfe entwickelten.
…die dann in mehreren Pflanz-Sätzen später jeweils weitgehend einheitliche Köpfe entwickelten.
Zu den erstgenannten wird sich ein flüchtig Vorübergehender aus Unkenntnis über deren (Nicht-)Realisierung kaum äußern können. Bei der Temperatur allerdings darf er sich rückschauend schon so seine Gedanken machen. Die Aufnahme entstand am 10. Juni 2000. Vorher waren die Wochen sehr strahlungsreich, um den 15. Mai herum wurden Höchst-Temperaturen bis zu 31 °C, davor bis zu 24 °C gemessen. Sie blieben nicht ohne Auswirkungen auf die obere Bodenschicht (besonders bei einer sehr flachen Einsaat).

Zu hohe Temperaturen aber können beim Salat Keimverzögerungen herbeiführen und z. T. auch Sämlinge in ein Ruhestadium versetzen. Die ideale Keimtemperatur für diese Gemüseart liegt etwa bei 15 bis 18 °C. Für viele Sorten befindet sich die obere Grenze zwischen 20 und 25 °C. (So keimten in einem Versuch z. B. die altbekannten Kopfsalat-Sorten 'Wunder von Voorburg' bei 20 °C zu 89,5 % und bei 30 °C nur noch zu 12 %, 'Hilds Neckarland' zu 96 % bzw. 0,25 % [Kretschmer 1975]). Diese Zahlen zeigen zwar eine rasante Abnahme des Aufgangsergebnisses, lassen aber auch erkennen, dass nicht jedes Samenkorn (und vermutlich Pflänzchen) absolut gleich negativ auf einen zu hohen Wärmezustand reagiert. Und das könnte die Erklärung der Größenunterschiede sein. Dennoch bleibt die Frage, warum die Ungleichmäßigkeit so gruppiert sichtbar wird. (Zeitweise doch partiell unzureichende Wasserversorgung?).

Vorübergehend überhöhte Bodentemperatur ist also die in erster Linie vermutete Ursache. Weil manchem ihre in dieser Beziehung ungünstige Wirkung bekannt ist, folgt er gängigen Empfehlungen und legt Salatsaatgut mit feuchtem Sand vermischt (Plastikbeutel!) erst einmal für 12 Stunden in den Kühlschrank (etwa 4 °C), bevor es in den Boden kommt. Dadurch soll die Temperaturempfindlichkeit abgebaut werden (was den Geisenheimer Untersuchungen zufolge aber nicht immer genügt, denn das Brechen dieser natürlichen Ruheperiode der Salatsamenkörner ist etwas komplizierter und bei den kleinen Bunte-Tüten-Mengen vom Hobbygärtner nicht ganz so einfach durchzuführen).

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