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Obstgehölze umpfropfen!

Juni 2001 Die wichtigsten Gründe für eine Umveredlung sind z. B. falsche Sortenwahl oder fehlende Pollenspender. Bevor man sich hierzu entschließt, sollte geklärt werden, ob sich die Maßnahmen lohnen.


Bei kleinbleibenden Baumformen (Spindeln) vergehen von der Pfropfung bis zum Einsetzen nennenswerter Ernten drei bis vier Jahre, ein Zeitraum, den auch ein neugepflanzter Baum benötigt, um in den Ertrag zu kommen. Anders ist die Situation bei größeren Baumformen auf starkwüchsigen Unterlagen (Buschbäume, Viertel- und Halbstämme), die ein hohes Lebensalter erreichen.

Ist das Gerüst von gefährlichen Krankheiten (Krebs, Kragenfäule usw.) frei, steht der Umstellung auf eine neue Wunschsorte (womöglich resistent gegen Schorf und Mehltau) nichts mehr im Wege. Der Erfolg ist gesichert, wenn bei der Edelreiserbeschaffung mit der notwendigen Sorgfalt vorgegangen wird. Ein Erwerb aus Reisermuttergärten ist zwar kostspieliger, garantiert aber die Gesundheit der Ware.

Zugäste dürfen nicht über die Pfropfköpfe hinaus ragen. Die Pfropfköpfe vor der Veredlung nochmals einkürzen, daher müssen sie lang genug sein.
© May
Zugäste dürfen nicht über die Pfropfköpfe hinaus ragen. Die Pfropfköpfe vor der Veredlung nochmals einkürzen, daher müssen sie lang genug sein.
Wer seine Reiser aus gesunden Beständen aus Nachbarschaftsgärten entnimmt, muss folgendes beachten:
  1. Die Reiser dürfen nur in absoluter Winterruhe (Dezember bis Januar) geschnitten werden.
  2. Verwertbar sind nur einjährige Triebe.
  3. Sie sind direkt nach dem Abschneiden in Sand zu stecken oder in Folienbeuteln (luftdicht verpackt) im Kühlschrank bei +3 °C zu lagern.
  4. Gute Anwachserfolge sind nach dem Pfropfen nur dann zu erwarten, wenn sich die Reiser beim Veredlungsvorgang noch im Zustand der völligen Winterruhe befinden.

Der umzuveredelnde Baum sollte am besten im Spätherbst (Ende November) verjüngt (abgeworfen) werden. Es ist darauf zu achten, dass ein bis drei "Zugäste" belassen werden. Sie werden so zurückgenommen, dass sie ziemlich waagerecht verlaufen, d. h. nicht über den Pfropfköpfen stehen, anderenfalls würden sie den Saft an sich reißen und den Anwachsprozess der Edelreiser verzögern. Die Zugäste haben die Aufgabe, den Baum so lange zu ernähren bis die Propfköpfe selber genügend Laub gebildet haben, um diese Funktion zu übernehmen.

Der optimale Termin für das Umpfropfen ist die Zeit von Mitte April bis Ende Mai, weil sich dann die Baumrinde ohne Schwierigkeiten löst. Vor der Veredlung müssen die Oberflächen der Pfropfköpfe (aufgrund ihres Eintrocknens) nochmals etwas gekürzt werden.

nach obenVeredlungsmethoden

Für den Freizeitgärtner kommen nur einfache Verfahren, wie das Rindenpfropfen nach Wenck, in Betracht; andere, wie Geißfußpfropfen, Kopulieren usw. verlangen zuviel Übung – wobei Anwachserfolge und Trieblängen nicht besser ausfallen als beim Rindenpfropfen.

Lesen Sie auch:
Umpfropfen von Obstgehölzen August 2001
Wie schon in dem vorausgegangenen Beitrag in der Juni-Ausgabe angesprochen, beginnt die Veredlungszeit, wenn die Rinde gut löst (April/Mai). Man nimmt ein in völliger Winterruhe befindliches Reis, hält es mit den Knospen zum Körper und führt mit einem scharfen Veredlungsmesser einen Kopulationsschnitt durch. Auf der Gegenseite wird mit einem sehr flachen Schnitt die Rinde vom Reis entfernt.

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An die gleiche Stelle sollte nicht erneut ein Obstgehölze und auch keine Ziergehölze gepflanzt werden.
gartenberatung.de: Garten-Experten antworten
Mit seinen letzten Blüten bringt Borretsch (Borago officinalis), auch Gurkenkraut genannt, leuchtendes Blau in den oft grauen November.
Grüne Tipps im November
Bild 1: Gute Obsternte dank erfolgreicher Bestäubung.
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Schlagworte dieser Seite:

Obstgehölz, Umpfropfen, Umveredlung

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