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Pfirsichkulturen sind schnittintensiv!

Juni 2001 Bei allen Obstarten, die vornehmlich am einjährigen Holz fruchten, z. B einige Sauerkirschsorten und verschiedene Beerenobstarten, ist der Schnitt an Pfirsichgehölzen von besonderer Bedeutung. Er erfüllt im wesentlichen zwei Funktionen:

  1. Ständiges Verjüngen durch Rückschnitt an allen Kronenteilen.
  2. Sachgemäße Durchführung des Fruchtholzschnittes.


Unterlassene Schnittmaßnahmen zeigen sich sehr schnell an den Bäumen durch starkes Aufkahlen und die Bildung minderwertigen Fruchtholzes, so dass im Frühjahr ein kräftiger Verjüngungsschnitt erforderlich ist, der bis ins alte Holz zurückgehen muss und demzufolge fühlbare Ertragseinbußen hinterlässt. Um diesen Komplikationen entgegenzuarbeiten, ist ein alljährlicher Schnitt an den Pfirsichgehölzen durchzuführen.

Bei "wahren Fruchttrieben" befindet sich zwischen zwei rundlichen Blütenknospen in der Mitte eine spitze Blattknospe.
© May
Bei "wahren Fruchttrieben" befindet sich zwischen zwei rundlichen Blütenknospen in der Mitte eine spitze Blattknospe.
Neben der Verjüngung durch Anschnitt der Gerüst- und Nebenäste bzw. deren Ableiten auf schwächeres Seitenholz ist ein sachgemäßer Fruchtholzschnitt das Schwergewicht der Behandlung. Um keine Fehler zu machen, sollte man das Fruchtholz an Pfirsichgehölzen genau kennen.

  • Am wertvollsten sind die "wahren Fruchttriebe". Sie werden jeweils bis 60 cm lang und sind meist mit gemischten Knospen besetzt. Eine Blattknospe (spitze Form) ist stets von zwei rundlichen Blütenknospen flankiert Diese Triebe sind deshalb anzustreben, weil die an ihnen entstehenden Blüten direkt nach ihrer Befruchtung von den sich im gleichen Zeitraum entwickelnden Blättern ernährt werden.
  • Am "falschen Fruchttrieb", der eine Länge von 10 bis 15 cm aufweist, fehlen meist die Blattknospen, die gering vorhandenen reichen nicht aus, die aus den Blüten hervorgehenden Jungfrüchte zu ernähren. Die Folge ist, dass sie sehr schnell abgestoßen werden und die falschen Fruchttriebe somit wertlos sind.
  • Buketttriebe sind 3 bis 5 cm lang, besitzen in ihrer Mitte eine Blattknospe, die von mehreren Blütenknospen umrahmt wird. Hier handelt es sich um wertvolles mehrjähriges Fruchtholz, das leider nur in klimabegünstigten Zonen Deutschlands (Weinbaugegend) an den Bäumen vorzufinden ist.

Der Schnitt ist ohne Schwierigkeiten zu handhaben.

  • Je nach Knospenbesatz werden die wahren Fruchttriebe um ein Drittel bis zur Hälfte eingekürzt (halb soviel nur bei überzähligen Trieben). Man nimmt sie jeweils auf eine Blattknospe zurück, die am unteren Triebteil stets vorhanden ist.
  • Die falschen Fruchttriebe werden, falls vorhanden, auf Blattknospen am Triebgrund zurückgeschnitten oder ganz entfernt.
  • Buketttriebe bleiben immer unbehandelt.

Im Sommer sind die Bäume bei zu starkem Wachstum freizustellen, damit die Früchte eine gute Belichtung erhalten. Hiermit kann eine sorgfältige Fruchtausdünnung verknüpft werden, wenn der Behang zu stark sein sollte und Kleinfrüchtigkeit zu befürchten ist.

Reaktion auf Pflanzenschnitt
Der Schnitt junger Pfirsichbäume
a) wahrer Fruchttriebb) falscher Fruchttriebc) Bukettknospe
Pfirsichschnitt vor der Blüte durchführen
Schadbild der gefürchteten Kräuselkrankheit, wobei das Blatt oftmals karminrot verfärbt.
Kräuselkrankheit an Pfirsichgehölzen

Schlagworte dieser Seite:

Pfirsich, Pfirsichbaum, Pflanzenschnitt, Schnitt

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