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Farbe unterm Blätterdach

Januar 2023 Bäume und Sträucher bieten einen prächtigen Anblick. Doch oft genug will unter dem Blätterdach nichts wachsen, was das Auge erfreut. Wir stellen Ihnen einige hübsche Überlebenskünstler vor, die mit diesen widrigen Bedingungen zurechtkommen.


Azaleen und Rhododendren blühen unter Laubbäumen.
© Stein
Azaleen und Rhododendren blühen unter Laubbäumen.

Trockenheit, Schatten, ausgelaugte verhärtete Böden, Laubfall und viele hungrige Wurzeln: Unter Bäumen behaupten sich nur die robustesten aller Pflanzen. Schwierig ist es unter immergrünen Nadelbäumen wie Fichten, Tannen, Kiefern und Eiben. Unter diesen gedeiht tatsächlich fast nichts außer Efeu, spärlichen Farnen und Moosen.

Anders sieht es mit den meisten Laubbäumen aus. Weil sie nur im Sommer grün sind, können Sie unter ihnen zauberhafte Schattengärten gestalten. Maiglöckchen, Efeu, Immergrün, Golderdbeere (Waldsteinia), Taubnessel (Lamium), Balkanstorchschnabel (Geranium macrorrhizum) und Dickmännchen (Pachysandra) beispielsweise sind bodendeckende Schattenstauden, die genug Durchsetzungskraft besitzen, um selbst unter Gehölzen zu gewinnen. Haben die Pflanzen dort erst mal Fuß gefasst, können Sie sich mit ihnen über langjährige, pflegeleichte Blütenteppiche freuen.

nach obenWelche Bäume eignen sich?

Die malerischen Birken sind als besonders hungrige Nährstoffsammler, die den Boden auslaugen, mit vielen Wurzeln dicht an der Oberfläche bleiben und ihr Territorium mit allen Tricks verteidigen, bekannt. Immerhin ist ihr Stamm nicht bis unten beästet, die feinen Blätter lassen Regen und relativ viel Licht hindurch.

Bevor Sie Birken unterpflanzen, sollten Sie den Boden tiefgründig lockern und mit einer Humusschicht aufbessern. Das gilt auch für alte Obstbäume. Dann können sich darunter Schattenrasen, Farne und Blütenstauden wie Maiglöckchen, Frauenmantel oder Storchschnabel ausbreiten. Auch Walderdbeeren wachsen gut unter Gehölzen. Sie bieten zudem im Sommer äußerst aromatische Früchte zum Naschen. Ahorn, Kastanien und Eichen kommen bodendeckenden Stauden kaum in die Quere, denn sie suchen mit Pfahlwurzeln in der Tiefe nach Wasser und Nahrung. Das bietet die Chance für ungestörten Pflanzenwuchs rings um ihre Stämme.

Aber unter dem Blätterdach kann es sehr dunkel und trocken sein und Massen von Herbstlaub ersticken leicht jede Vegetation. Hier eignen sich laubschluckende Bodendecker wie Storchschnabel, Dickmännchen oder Goldnessel (Lamiastrum). Das herabfallende Laub verschwindet zwischen ihren Blättern und dient den Pflanzen zudem als kostenloser Humuslieferant. Vom empfindlichen Rasen und von lichtbedürftigen Gewächsen, wie dem hübsch rosa blühenden Sibirischen Tellerkraut (Montia sibirica), sollten Sie das Herbstlaub jedoch entfernen.

Schattenbeet mit Azaleen und Farnen
© Stein
Schattenbeet mit Azaleen und Farnen
Hübscher Blattschmuck mit Hosta, Bambus und Gräsern.
© Stein
Hübscher Blattschmuck mit Hosta, Bambus und Gräsern.

nach obenStauden für den Schatten

Schattenverträglich sind auch andere robuste und pflegeleichte Stauden. Mit leuchtendem Himmelblau ähnelt das Gedenkemein (Omphalodes) dem zweijährigen Vergissmeinnicht. Als zuverlässiger Bodendecker blüht es schon gleich nach dem Winter.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

Ab April erscheinen die blauen Blüten des etwas höheren Kaukasusvergissmeinnichts (Brunnera), von dem es die schöne Sorte ‘Jack Frost’ gibt. Dieser Stauden-Star zeichnet sich durch edel gezeichnete Blätter in Silberweiß aus. Fingerhut (Digitalis) sät sich gerne selbst in schattigen Gärten aus, ebenso die Mondviole (Lunaria), eine zweijährige Pflanze, die im Frühling üppig rosa blüht und im Herbst als Judassilberling silbrige flache Fruchthüllen trägt. Nur auf feuchtem Boden, dort aber üppig, gedeihen die zahlreichen rosa, weinroten oder weißen Astilben, wobei die 25 cm niedrige Chinesische Teppichspiere (Astilbe chinensis) den Vorzug verdient, denn ihre Blüte hält länger an.

Zu den modernen Lieblingen der Hobbygärtner gehören auffällige Blattschmuckstauden wie das Purpurglöckchen (Heuchera) und die robusten, pflegeleichten Herzlilien oder Funkien (Hosta). Von ihnen gibt es Hunderte von Sorten mit dekorativer grün- oder gelbweiß gestreifter Blattfärbung, auch neuere Sorten, die gegen Schneckenfraß in hohem Maße resistent sind (zum Beispiel ‘Big Daddy’, ‘Blue Angel’ oder ‘White Brim’).

nach obenGehölze unter Gehölzen?

Für den lichteren Schatten kommen ebenso Gehölze wie Rhododendren und Azaleen in Frage, die im Frühling mit üppigen Blüten aufwarten. Ihnen gesellen sich weitere Moorbeetpflanzen hinzu wie Lavendelheide (Pieris) mit leuchtend roten jungen Blättern, rot blühende Zierquitten (Chaenomeles) und immergrüne Skimmien, die im Frühling mit herrlich süßem Duft und weißen Blüten brillieren. Auch gut unter Bäumen gedeihen Eiben (Taxus) und andere Koniferen.

Den Schatten lieben auf feuchtem Boden auch Hortensien, die ab Spätsommer blühen. Darunter befindet sich ein echtes Juwel: die Amerikanische Ballhortensie ‘Annabelle’. Mit ihren großen weißen Blütenbällen bringt sie dunkle Ecken von Juli bis Oktober zum Leuchten und ist ein toller Hingucker mit Fernwirkung.

nach obenUnsere Pflanztipps

  1. Wer versucht, zwischen den oberflächennahen Wurzeln von Bäumen Stauden einzupflanzen oder anzusäen, hat erhebliche Mühe, mit Pflanzschaufel oder Spaten eine Lücke zu finden. Besser ist es, die Wurzelzone mit Pappe (keine undurchlässige Folie) abzudecken und darauf 10 – 15 cm hoch Kompost als Pflanzerde auszubringen. Der Karton verrottet später.
  2. Bei tief wurzelnden Bäumen, wie etwa Eichen, können Sie die Pflanzerde direkt an die Stämme schütten. Eine Schicht von 10 – 15 cm wird erfahrungsgemäß vertragen.
  3. Nutzen Sie zum Anwachsen die Herbst- und Wintermonate. Oft erobern die Pflanzen ihr neues Reich in den kühleren und feuchten Monaten noch besser als im Frühjahr.
  4. Lockern oder brechen Sie durchwurzelte Ballen vor dem Pflanzen auf, das regt neue Wurzelbildung an.
  5. Gründliches Einschlämmen nicht vergessen.
  6. Verlegen Sie auf der neuen Pflanzfläche Miniregner oder Tropfschläuche. So trocknen die jungen Pflanzen nicht aus.
  7. Zwiebel- und Knollenblumen verwildern unter Bäumen oder am Gehölzrand leicht. Besonders gut eignen sich Winterlinge (Eranthis), Schneeglanz (Chionodoxa), Blaustern (Scilla siberica und Scilla bifolia) und Krokusse. Auf lehmigen Böden gedeihen auch winterharte Alpenveilchen, Strahlen-Anemonen, Buschwindröschen, Lerchensporn (Corydalis) und Bärlauch (Allium ursinum).
  8. Unter Bäumen ist der Nährstoffentzug durch die Gehölze erheblich. Düngen Sie deshalb kurz vor Vegetationsbeginn (Februar oder März) mit Kompost, organischen Langzeitdüngern oder Hornspänen (120 – 150 g/m2).

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Blätterdach, Fingerhut, Golderdbeere, Schattenrasen, Schattenstaude
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