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Ein Garten für Sonnenanbeter

Mai 2021 Fühlen Sie sich beschwingter, sobald die Sonne Ihre Nase kitzelt? Wir zeigen Ihnen, wie Sie als Sonnenanbeter im Garten auf Ihre Kosten kommen, und stellen Ihnen Bepflanzungsideen vor.


Ein alpiner Steingarten, der die charakteristische Landschaft des Gebirges nachempfindet, lässt sich gut an einem warmen Südhang anlegen.
© GPP/BGL
Ein alpiner Steingarten, der die charakteristische Landschaft des Gebirges nachempfindet, lässt sich gut an einem warmen Südhang anlegen.
Ein Beet in Sonnenfarben verbreitet gute Laune. Spielen Sie mit unterschiedlichen Pflanzenhöhen!
© iVerde
Ein Beet in Sonnenfarben verbreitet gute Laune. Spielen Sie mit unterschiedlichen Pflanzenhöhen!
Es gibt eine Vielfalt an Stauden, Gräsern und Kleinsträuchern, die sich in kiesigen Flächen wohlfühlen.
© GPP/GDS
Es gibt eine Vielfalt an Stauden, Gräsern und Kleinsträuchern, die sich in kiesigen Flächen wohlfühlen.
Keine Frage, die Sonne – und auch die Wärme – wirkt sich bei uns Menschen in vielerlei Hinsicht positiv aus, denn Sonnenlicht

  • hebt die Stimmung, das „Glückshormon“ Serotonin ist im Sommer in höherer Konzentration im Gehirn vorhanden als im Herbst oder Winter,
  • sorgt für mehr Aktivität, denn mehr Serotonin bedeutet auch weniger vom Schlafhormon Melatonin,
  • bewirkt eine bessere Durchblutung der Organe und
  • ist zu 90 Prozent für die Bildung von Vitamin D verantwortlich, das positiv auf Knochen, Muskulatur und Immunsystem wirkt.

Das alles sind nur ein paar Beispiele. Andererseits kann zu viel Sonnengenuss auch negative Folgen, wie Sonnenbrand, Hitzschlag oder Sonnenstich, im schlimmsten Fall auch Hautkrebs hervorrufen. Das Sonnenbaden sollte demnach in Maßen und mit entsprechenden Vorkehrungen erfolgen.

nach obenHeitere Sonnenstunden von früh bis spät

Wie viel Licht in Ihren Garten dringt, hängt stark von der Lage und Ausrichtung des Grundstücks sowie der Umgebung ab. Im Osten geht die Sonne auf, wandert über den Süden schließlich in den Westen, wo sie untergeht. Am schattigsten sind demnach Gärten, die nach Norden ausgerichtet sind. Am besten erschaffen Sie sich an diversen Stellen im Garten einen Platz, um die Sonnenstrahlung zu verschiedenen Tageszeiten genießen zu können. Dabei muss es sich nicht immer um große Gestaltungen handeln. Manchmal reicht auch eine Gartenbank, um mit der Kaffeetasse in der Hand die Morgensonne zu begrüßen, oder eine Sitzmauer als Beetbegrenzung im westlichen Gartenbereich, die zum „Sundowner“ einlädt. Mit Möbeln aus leichtem Material (zum Beispiel mit Aluminiumgestell), Klappmöbeln, einem Sitzsack oder Picknickdecken können Sie problemlos mit der Sonne mitwandern.

Schlechte Karten hat man leider, wenn umliegende Häuser, Bäume und andere Strukturen viel höher sind und Schatten werfen – da gibt es kaum Handlungsspielraum. Dann kann es zwar sein, dass im Sommer, wenn die Sonneneinstrahlung steiler ist, bestimmte Gartenbereiche beschienen werden, diese aber im Frühjahr, Herbst oder im Winter, bei flacherem Stand, im Schatten liegen. In diesem Fall kann es helfen, das Niveau in bestimmten Bereichen anzuheben und zum Beispiel einen Sitzplatz erhöht anzulegen. Wenige Stufen als Höhenunterschied reichen manchmal schon aus. Um Pflanzen näher an die Sonne heranzurücken, baut man zum Beispiel Hochbeete.

Wer möglichst viel Sonne im Garten genießen möchte, muss natürlich auch bei der Gartengestaltung den Schattenwurf der jeweiligen Strukturen und Pflanzen beachten. Große Bäume oder Sträucher – bedenken Sie dazu auch immer die Endgrößen – entfallen dann eher bei der Pflanzenwahl. Ebenfalls schwierig sind immergrüne, dicht wachsende Strukturen, wie Eiben- oder Thujahecken, bei denen noch nicht einmal diffuses Licht durchdringt. Besser sind hier laubabwerfende Gehölze.

nach obenGestalten in Sonnenfarben

Keine Farbe steht so eindeutig für die Sonne wie Gelb. Pflanzen Sie zum Beispiel gelb blühende Stauden wie Färberkamille, Gilbweiderich, Mädchenauge, Sonnenbraut, Sonnenhut, Sonnenblume, Taglilien oder Schafgarbe und Sträucher wie Fingerkraut, Forsythie oder Ginster. Selbst an regnerischen Tagen strahlen sie Wärme und Behaglichkeit aus. Mischen Sie Stauden mit graugrünem Laub, Ziergräsern oder dezenten weiß blühenden Arten dazwischen, wird das Ganze optisch aufgelockert, denn Gelb alleine kann auch aufdringlich werden. Gesellen Sie Orange- und Rottöne dazu, entsteht ein „feuriges“ Beet. Nicht nur mit Pflanzen, sondern auch mit Möbeln und Accessoires in Gelbtönen können Sie überall sonnige Stimmung verbreiten – selbst in lichtärmeren Gärten.

nach obenAbkühlung erwünscht

Selbst wenn wir die Sonne lieben: Im Hochsommer kann es schon mal zu viel werden, gerade in den gleißend heißen Mittagsstunden. Dann lässt es sich am besten an einem schattigen Plätzchen entspannen, essen, loungen oder lesen. Der altbewährte Sonnenschirm bietet schnell und einfach entsprechenden Schutz. Bei genügend Platz bietet sich ein Freiarm- oder Ampel-Schirm an, bei dem der Schirm an einer Queraufhängung befestigt ist und die Fläche unter dem Schirm komplett genutzt werden kann, ohne störenden Mittelstock. Weitere Möglichkeiten bieten Sonnensegel, Markisen oder aufgehängte bzw. gespannte Stoffbahnen (mehr dazu: Die Hitze bleibt draußen).

Denken Sie bei der Gartenplanung eines sonnenreichen Gartens auch an Möglichkeiten, sich mit Wasser zu erfrischen. Am einfachsten und schnellsten geht das mit dem Gartenschlauch, einem Rasensprenger oder einer Gartendusche. Ebenso wohltuend ist ein Fußbad oder „Kneipptreten“ in einer großen Wanne. Kleine Wasserspiele oder Fontänen, aufblasbare Pools und Planschbecken sorgen für abwechslungsreichen Wasserspaß für Groß und Klein.

nach obenSonnenliebende Pflanzen

Wer einen sonnigen Garten hat, der braucht Pflanzen, denen die intensive Sonneneinstrahlung und die damit herrschende Hitze nichts ausmachen. Manchen Pflanzen kann man ihre Sonnenverträglichkeit sogar ansehen, denn sie tragen eine feine silbrige Behaarung oder silbergrau bereifte Blätter und Triebe, zum Beispiel Woll-Ziest oder die Blauraute. Andere, wie die Edeldistel, bilden papierartige, harte Blätter aus, die nur wenig Wasser verdunsten, während Pflanzen mit dickfleischigen Blättern darin Wasser speichern können. Zu letzteren gehören Fetthenne- und Hauswurz-Arten.

Da die Sommer der letzten Jahre eher heißer und trockener waren und diese Klimaentwicklung sich fortsetzt, sollten Sie auch auf robuste Pflanzen setzen, denen Trockenheit wenig ausmacht. Schließlich will man ja auch nicht ständig mit der Gießkanne oder dem Gartenschlauch für Wassernachschub sorgen müssen. Bekannte hitze- und trockenverträgliche Vertreter finden sich bei den aromatischen, mediterranen Kräutern wie Thymian, Rosmarin, Salbei, Currykraut und Lavendel. Pflanzen, die an ihrem Naturstandort aufgrund steiniger, stark wasserdurchlässiger Böden auch mit kargen Verhältnissen zurechtkommen, sind perfekt für einen Steingarten – nach wie vor ein beliebtes Gestaltungselement für sonnige, warme Standorte. Dazu passen beispielsweise Gelbes Sonnenröschen, Kriechendes Schleierkraut, Schleifenblume und Heide- oder Grasnelke.

Fündig werden Sie im Gartenfachhandel auch unter dem Begriff „Präriestauden“. Ein Präriebeet orientiert sich an der Pflanzengemeinschaft der nordamerikanischen Prärie, die von Dürreperioden im Sommer und kalten Wintern geprägt ist, sich aber auch durch einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden auszeichnet. Das Ergebnis sind robuste Stauden und Gräser mit Blühhöhepunkten im Sommer und Herbst. Weitere trockenheitsverträgliche Pflanzen kommen aus der eurasischen Steppe, wo sowohl im Sommer als auch im Winter Trockenheit herrscht. Der Blühschwerpunkt dieser Pflanzen liegt im Frühling und Frühsommer. Vermischen Sie also Pflanzen aus diesen beiden Gruppen, ergibt sich ein langer Blühaspekt im Beet. Schöne Steppen- und Präriepflanzen sind der Rote oder der Gelbe Sonnenhut, Goldlupine, Präriekerze, Steppenkerze oder Steppen-Wolfsmilch.

Mannstreu überzeugt durch Robustheit. Der distelähnliche Look mit auffälligen Blütenköpfen ergibt tolle Akzente im Beet.
© GPP/GDS
Mannstreu überzeugt durch Robustheit. Der distelähnliche Look mit auffälligen Blütenköpfen ergibt tolle Akzente im Beet.
Im Gegensatz zu einem Steppen- oder Präriebeet wachsen in einem Kiesgarten trockenheitsverträgliche Pflanzen, die einen nährstoffarmen Boden bevorzugen. Haben Sie in Ihrem Garten einen sandigen oder stark kiesigen Boden, ist das die richtige Wahl. Bewusst gesetzte Lücken sorgen für einen lockeren, natürlichen Charakter. Offene Bereiche sind erwünscht, wo sich kurzlebige Stauden oder einjährige Blumen ansiedeln dürfen. Die Bodenoberfläche wird mit mineralischem Mulch, wie hellem Kalksplitt oder Porphyrsplitt, abgedeckt. Ein Kiesgarten mit blühenden Stauden und Zwiebelblumen, skurrilen Blattpflanzen und attraktiven Gräsern erinnert an Meer, Strand und Urlaub. Beispiele sind Bergminzen, Junkerlilien, Katzenminzen, Mannstreu, Iris, Wermut oder Steppen-Salbei.

nach obenDer Trockenheit trotzen

Das A und O ist – wie bei allen Standorten – die richtigen Pflanzen auszuwählen, die zu den vorherrschenden Bedingungen passen. Um an sonnigen, trockenen Plätzen der Verdunstung von Wasser und somit der Austrocknung der Böden vorzubeugen, hilft es zudem, die Beete zu mulchen. Geeignet sind Rindenprodukte oder Holzfasern, in Kiesgärten kommt Splitt zum Einsatz. Das Einarbeiten von Kokosfasern oder natürlichem Zeolith – ein sehr poröses, stark Wasser speicherndes Mineral – hilft, um die Wasserhaltekraft im Boden zur erhöhen. Das Vulkangestein Perlit besitzt ebenfalls diese Eigenschaft und auf sehr sandigen Böden ist auch Tonpulver eine Möglichkeit, um die Wasserhaltekraft zu verbessern.

Durch richtiges Gießen kann man die Pflanzen dazu „erziehen“, besser mit der Trockenheit zurechtzukommen. Wässern Sie lieber weniger, aber durchdringend, damit die Pflanzen ein feines und tiefgreifendes Wurzelwerk bilden, mit dem sie in trockenen Zeiten an tieferliegende Wasserreserven kommen. Gießt man zu häufig, werden die Pflanzen „faul“ und stellen das Wurzelwachstum ein.

nach obenTipps fürs Sonnetanken

Einfach prächtig, diese Prachtkerze! Ihre Merkmale sind weiße Blüten, graugrünes Laub und eine lange Blütenzeit von Juni bis Oktober.
© iVerde
Einfach prächtig, diese Prachtkerze! Ihre Merkmale sind weiße Blüten, graugrünes Laub und eine lange Blütenzeit von Juni bis Oktober.
Besonders heikel ist der Aufenthalt in der Sonne während der Mittagszeit. Von 11 bis 15 Uhr bekommt man 75 Prozent der schädlichen UVA- und UVB-Strahlen ab, und die Gefahr von Sonnenbrand ist sehr hoch. In dieser Zeit sollte man die direkte Sonnenbestrahlung vermeiden. Übrigens kommen unterm Sonnenschirm noch rund 50 Prozent der Sonnenstrahlen an. Ebenso können helle Untergründe das Licht stark reflektieren.

Verwenden Sie Sonnencreme mit einem hohen bzw. der Sonnenempfindlichkeit Ihrer Haut angemessenen Lichtschutzfaktor. Tragen Sie die Creme ausreichend auf und lassen Sie sie einziehen. Grundsätzlich gilt, lieber zu viel als zu wenig Sonnencreme. Tragen Sie zum Schutz eine Sonnenbrille mit UV-Schutzgläsern sowie eine Kopfbedeckung und verwenden Sie eine Lippencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.

Übertreiben Sie es nicht mit der Sonnendauer, sonst drohen ein Sonnenbrand (Schädigung der Hautzellen), ein Hitzschlag (Wärmestau im Körper) oder ein Sonnenstich (Reizung der Hirnhaut). Die Anzeichen für die letzten beiden sind Kopfschmerzen, Schwindel, Schlappheit, Krämpfe in Armen oder Beinen sowie ein trockener Mund. Beugen Sie auch vor, indem Sie im Sommer zwei bis drei Liter Wasser, Tees oder verdünnte Säfte pro Tag trinken.

Ihrer Haut können Sie nach dem Sonnenbaden mit einer fett- und feuchtigkeitsspendenden Körperlotion etwas Gutes tun, am besten eine spezielle After-Sun-Lotion, die auch kühlend wirkt und die Regeneration der Hautzellen fördert.

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Gartenplanung, Klimaentwicklung, Schatten, Sonnendauer, Sonnenfarben, Sonnenstunden

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