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Pflegeleichter Rasen

März 2021 Rasen und Pflegeleichtigkeit – ist das nicht ein Widerspruch? Wenn es sich um einen Kräuterrasen handelt, lautet die Antwort Nein, denn er wird nur einmal monatlich gemäht.


Zeit für mehr Farbe und weniger Pflege: Auch bestehende Rasenflächen lassen sich in Kräuterrasen umwandeln.
© GPP/BGL
Zeit für mehr Farbe und weniger Pflege: Auch bestehende Rasenflächen lassen sich in Kräuterrasen umwandeln.

Ein Garten ohne Rasen ist fast undenkbar. Der grüne Teppich zählt nach wie vor zu den beliebtesten Gestaltungselementen der Deutschen. Aber, damit Ihr Rasen gut aussieht, braucht er die richtige Pflege – und die kann ganz schön aufwändig sein. Wünschen Sie einen tadellosen „Englischen Rasen“, der ebenmäßig grün und dicht ist, dann sind häufiges Mähen und Rasenkanten stutzen, regelmäßiges Düngen sowie ausreichendes Wässern in den Sommermonaten angesagt. Es geht aber auch anders. Sie müssen nur etwas mehr Offenheit für Farbtupfer im Rasen zeigen – dann wird die Rasenpflege zum Kinderspiel. Die Rede ist von einem Kräuterrasen, der sich zwischen einem Zier- oder Gebrauchsrasen (hohe Pflegeintensität) und einer Blumenwiese (kaum Pflege, aber nicht zum Betreten) einordnen lässt.

nach obenWelche Rasentypen gibt es?

Am wichtigsten bei einer Rasenanlage und der Auswahl des Saatgutes ist die vorrangige Nutzung. Danach spielen erst der Standort, also Licht- und Bodenverhältnisse eine Rolle. In der für den Garten- und Landschaftsbau geltenden DIN-Norm 18917 für „Rasen und Saatarbeiten“ unterscheidet man vier Typen: Zierrasen (für höchste optische Ansprüche und Repräsentationszwecke, nicht geeignet für die Nutzung), Gebrauchsrasen (häufigster Typ im Hausgarten und im öffentlichen Grün, optisch attraktiv und gut nutzbar), Strapazierrasen (für hohe Belastungen wie bei Sport- oder Parkplätzen) und Landschaftsrasen (extensiv genutzte Flächen).

Beim Bundessortenamt, das alle zwei Jahre eine Liste der zugelassenen Gräser für Rasensaatgut herausgibt, findet man außerdem die Bezeichnung Tiefschnittrasen, gemeint ist damit Golfgrün. Die Deutsche Rasengesellschaft bringt noch den Begriff Hausrasen ins Spiel, unter dem die umgangssprachlich und im Gartenfachhandel verwendeten Bezeichnungen wie Zierrasen, Gebrauchsrasen, Spielrasen, Sportrasen, Schatten-, Sonnenrasen oder Kräuterrasen zusammengefasst werden.

Inzwischen gibt es etwa 300 Sorten Gräser, die zur Rasennutzung in Deutschland angemeldet sind. Für einen qualitativ ansprechenden Rasen kommt es auf die geeigneten Arten und die richtige Zusammensetzung an. Wichtige charakteristische Merkmale der Rasengräser sind zum Beispiel Schnittverträglichkeit, Trittverträglichkeit, Blattbreite, Wüchsigkeit, Wurzeltiefgang oder Krankheitsresistenz. Wenig strapazierte Rasenflächen, wie Zierrasen, enthalten im Wesentlichen die nur gering belastbaren, aber feinblättrigen Schwingelgräser (Festuca spec.), während in Mischungen für stärker belastete Rasen das Deutsche Weidelgras (Lolium perenne) und die Wiesenrispe (Poa pratensis) dominieren. Für schattige Lagen empfiehlt sich die Lägerrispe (Poa supina) und an trockenen Standorten der Rohr-Schwingel (Festuca arundinacea).

Von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e. V. (FLL) werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rasengesellschaft jährlich Mischungsvorschläge, sogenannte Regel-Saatgut-Mischungen (RSM), herausgegeben, die als Hilfestellung dienen. Auf diese zurückzugreifen ist sinnvoll, denn sie entsprechen dem neuesten Stand der Forschung.

nach obenWas ist ein Kräuterrasen?

Ein Kräuterrasen besteht aus Gräsern sowie niedrigen Blühpflanzen und Kräutern, die ein Betreten tolerieren. Man könnte ihn auch als eine Wiese mit Rasencharakter bezeichnen. Die ausgewählten Kräuter blühen selbst bei monatlichem Schnitt und sorgen so für Farbtupfer in der Rasenfläche. Zudem bieten sie Bienen und Insekten reichlich Nahrung. Ganz typische Vertreter sind Löwenzahn und Gänseblümchen, aber es wachsen auch Feldthymian, Mittlerer Wegerich oder Braunelle. Je nach Zusammensetzung besteht eine geringe bis mäßige Belastbarkeit. Je höher der Gräseranteil, umso trittfester der Kräuterrasen.

Kleine Braunelle
© Ivar Leidus, CC BY-S.A. 3.0 via Wikimedia Commons
Kleine Braunelle
Löwenzahn
© Glibber 12, CC0 via Wikimedia Commons
Löwenzahn

Genau wie einen normalen Rasen auch können Sie den Kräuterrasen von Frühjahr bis September aussäen. Der Standort sollte möglichst sonnig sein. Da die Wildstauden und Kräuter ursprünglich an eher mageren Standorten wachsen, setzen sie sich besser durch, wenn der Boden nährstoffarm ist. Der Wuchs der Gräser profitiert dagegen von Stickstoff. Wer also viele Kräuter haben möchte, magert einen üppigen, nährstoffreichen Boden durch Einarbeiten von grobkörnigem Sand ab.

Gänseblümchen
© iVerde
Gänseblümchen
Blütenpflücken erlaubt!
© iVerde
Blütenpflücken erlaubt!

In der Keim- und Wuchsphase (etwa sechs Wochen) muss die Fläche zwar ausreichend gewässert werden. Ist der Blumenrasen eingewachsen, benötigt er dann aber kaum Pflege – etwa einmal pro Monat mähen, sonst nichts! Das Schnittgut wird nach dem Mähen aufgenommen und entfernt. Die Schnitthöhe sollte auf 4 bis 5 cm eingestellt werden. Eine Düngung ist ebenfalls nicht erforderlich. Es ist zwar möglich zu düngen, dann vermindert sich allerdings der Kräuteranteil. Übrigens ist ein Kräuterrasen nicht nur pflegeleichter, sondern auch klimafester als ein üblicher Zierrasen, was bei den zunehmend trockeneren Sommern ein weiteres Plus bedeutet. Lediglich im Jahr der Anlage bewässert man ihn in Trockenperioden.

Die Regelsaatgut-Mischung „RSM 2.4 Gebrauchsrasen – Kräuterrasen“ schlägt zum Beispiel folgende Zusammensetzung vor: 5 Prozent Rotes Straußgras (Agrostis capillaris), 3 Prozent Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), 45 Prozent Rotschwingel (Festuca rubra ssp.), 10 Prozent Raublättriger Schafschwingel (Festuca trachyphylla), 20 Prozent Wiesenrispe (Poa pratensis) und 17 Prozent Kräuter (zum Beispiel Mittlerer Wegerich, Herbstlöwenzahn, Gänseblümchen, Thymian, Hornschotenklee oder Hopfenklee).

nach obenQualität hat ihren Preis

Oft sind in billigeren Mischungen auch Gräsersorten enthalten, die vom Bundessortenamt für die Rasennutzung nicht zugelassen wurden. Alle zwei Jahre erscheint die „Beschreibende Sortenliste Rasengräser“, herausgegeben vom Bundessortenamt in Hannover. Die ist zwar für Rasensaatgutproduzenten gedacht, sie kann aber auch dem Laien einige wertvolle Hinweise geben. Manche Mischungen enthalten zum Beispiel Anteile landwirtschaftlicher Futtergräser, die zwar schnell wachsen und viel Masse bringen, jedoch nur eine schlechte Rasennarbe bilden. Ebenso ist die Aussaatstärke bei billigen Mischungen oft höher, also die Menge an Saatgut in Gramm, die pro Quadratmeter ausgesät werden soll. Damit ist eine solche Mischung am Ende gar nicht so viel preiswerter, da man mehr Saatgut benötigt. Es lohnt sich also, auf hochwertige Rasenmischungen zu setzen. Schon beim Einkauf des Saatguts entscheiden Sie damit über die spätere Qualität, Langlebigkeit und Robustheit der Rasenfläche. Die Mängel der Rasenflächen, die mit einer schlechten Mischung entstehen, können Sie auch später nicht durch Düngung oder andere Pflegemaßnahmen beheben.

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Bundessortenamt, Gräsersorten, Kräuterrasen, Rasen, Rasentypen

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