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Pflanzenschutz: Napfschildläuse

Oktober 2020 Die weit verbreitete Schildlausart kann bei ungeeigneten Standortbedingungen (zu feucht oder zu trocken) und unge-pflegten Bäumen große Schäden verursachen. Die Napf-schildlaus ist in erster Linie auf Pflaumen und Zwetschgen zu finden. Pfirsiche, Reben, Stachel- und Johannisbeeren und andere Laubgehölze (oder Ziergehölze) können aber auch befallen werden.


Napfschildlaus
© Margarete Griegel aus „Mein gesunder Obstgarten“
Napfschildlaus

nach obenSchaderreger und Schadbild

Besonders im Winter sind auf den laublosen Trieben und Ästen braune, 4 bis 6 mm große napfartige Schilde leicht zu finden 1. Sie sind zwar tot und deshalb ohne jegliche Bedeutung, aber Beweis dafür, dass auf dem Baum auch lebende Stadien des Schädlings vorhanden sind. Es sind etwa 1 mm große, flache, braun-rötliche Larven, die man bei näherer Betrachtung überall auf den Trieben finden kann 2.

Saugschäden auf den Blättern und Trieben werden im Spätsommer durch Larven und im März/April durch Larven und junge Weibchen verursacht. Starke Honigtauausscheidungen und die sich auf diesen klebrigen Ausscheidungen der Läuse ansiedelnden Schwärzepilze erschweren Assimilation und Atmung der Pflanzenorgane.

nach obenSchädlingsentwicklung

Die rotbraunen, etwa 1 mm großen Larven überwintern ungeschützt praktisch an allen Teilen der Bäume 2 sowie unter dem Baum auf dem Boden. An warmen Tagen beginnen sie schon im Februar aktiv zu werden. Sie suchen sich bevorzugt junge Zweige aus, auf denen sie meistens Kolonien bilden 3. Sie setzen sich fest, und die jungen Weibchen beginnen ihre typischen Schilde aufzubauen. Ihr Rücken wölbt sich zunehmend hoch und der Körper vergrößert sich in fünf Wochen etwa 20fach. Männchen treten nicht alljährlich und nicht auf allen Wirtspflanzen in Erscheinung, was bedeutet, dass die Napfschildlaus sich auch parthenogenetisch (Jungfernzeugung) vermehren kann. Ende April/Anfang Mai werden die Läuse reif. Die Weibchen sitzen unter ihren inzwischen bis zu 6 mm großen, napfartigen, kastanienbraun glänzenden Schilden 4. Die Männchen (wenn überhaupt vorhanden) haben sich inzwischen unter einem weißlichen Sekretschild zu beflügelten, etwa 2 mm großen, bräunlichen Exemplaren entwickelt 5. Die Weibchen (befruchtet oder unbefruchtet) legen ab Mitte Mai bis Anfang August ihre 600 bis 1.000 (manchmal bis 3.000) etwa 0,3 mm großen, weißen Eier unter dem Schild ab und sterben 6. Ab Mitte Juni beginnen die jungen Larven zu schlüpfen. Sie sind flach, am Anfang grünlich-orange, später rot-bräunlich und bis 1 mm klein. Sie wandern auf den Baum und saugen bis zum Herbst auf den Blattunterseiten entlang der Mittelrippe 7. Nach der Häutung überwintern sie auf den Trieben 8.

nach obenVorbeugung und Bekämpfung

Dort, wo auf den Trieben neben den abgestorbenen Schilden auch Larven festgestellt werden, sollte bis zum „Mausohrstadium“ eine Austriebsspritzung durchgeführt werden (der rote Balken). Die Behandlung ist zwar zurzeit gegen Spinnmilben zugelassen, hat aber auch eine sehr gute Wirkung gegen überwinternde Larven der Schildläuse: Solabiol Austriebsspritzmittel oder Promanal Neu Austriebsspritzmittel. Während der Vegetationsperiode sind die Behandlungen entweder direkt nach dem Austrieb oder aber erst im August/September, wenn die jungen Larven auf den Blättern und Trieben kriechen, am effektivsten. Zugelassen ist zurzeit Naturen Bio Schädlingsfrei Konzentrat.

nach obenBuch-Tipp

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Schlagworte dieser Seite:

Bekämpfung, Napfschildlaus, Schadbild, Schädlingsentwicklung

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