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Gartenwege anlegen – so gelingt’s

August 2020 Ob geschwungen oder gerade, gepflastert oder als lose Kiesschüttung – mit etwas handwerklichem Geschick können Sie die Wege in Ihrem Garten selbst anlegen. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt.


Steinplatten mit einer glatten Oberfläche passen sehr gut zu Wegen mit gerader Linienführung.
© GPP/BGL
Steinplatten mit einer glatten Oberfläche passen sehr gut zu Wegen mit gerader Linienführung.
Einfacher geht‘s kaum – ein Weg mit losem Belag aus Holzhäckseln lässt sich schnell anlegen.
© Judith Starck
Einfacher geht‘s kaum – ein Weg mit losem Belag aus Holzhäckseln lässt sich schnell anlegen.

Geschwungene Wege laden eher zum Entdecken und Schlendern ein.
© GPP/BGL
Geschwungene Wege laden eher zum Entdecken und Schlendern ein.

Natursteine können auch in einem Mörtel- oder Betonbett verlegt werden, zum Beispiel beim Bau von Stufen.
© tdx/homesolute.com
Natursteine können auch in einem Mörtel- oder Betonbett verlegt werden, zum Beispiel beim Bau von Stufen.
Wege sind im Garten unverzichtbar. Sie gliedern die Fläche, verbinden alle wichtigen Gartenteile, führen uns ans Ziel und bilden die Grundstruktur. Außer den funktionalen Aspekten erfüllen sie natürlich auch eine starke gestalterische Aufgabe. Je nach Material können Wege ganz unterschiedliche Wirkungen haben. Wie genau die Wegegestaltung aussehen soll, hängt vom gewünschten Gartenstil ab, und sie soll zum Haus passen. In einem romantischen Bauerngarten würde man zum Beispiel keine akkuraten Feinstein-Platten verlegen und im modernen Garten dagegen auf ornamentale, kleinteilige Verlegemuster eher verzichten.

Für die Ausführung ist wichtig, wie oft der Weg begangen wird – also, ob es sich um einen Haupt- oder einen Nebenweg handelt. Häufig frequentierte Wege sollten eher befestigt sein, damit sie langlebig sind und den Belastungen standhalten. Achten Sie bei Hauptwegen auch darauf, dass diese sicher und rutschfest sind. Ebenso machen direkte Zugänge zum und vom Haus weg befestigt mehr Sinn als lose gestaltete wie ein Kiesweg. Schließlich möchte man sich nicht zu viel Schmutz oder einzelne Belagsbestandteile ständig ins Haus tragen. An manchen Stellen verzichtet man vielleicht auf einen durchgängigen Weg und es reichen ein paar einzelne Trittplatten.

Weitere Kriterien für die Auswahl des Wegebelags sind regionale Gegebenheiten. Verwenden Sie Steine, die aus der Gegend kommen, sparen Sie nicht nur Transportkosten und -wege, sie passen auch gestalterisch ins ortstypische Bild. So sind in Mittel- und Süddeutschland beispielsweise Buntsandsteine weit verbreitet, in Norddeutschland dominieren bei der Gartengestaltung häufig Klinkersteine. Auch die Anschaffungskosten spielen eine Rolle. Naturstein ist teurer als Betonstein, ebenso sind gesägte großformatige Platten exklusiver als Kleinpflaster mit gebrochenen, unregelmäßigen Kanten. Spar-Tipp: Fragen Sie beim Händler nach Platten zweiter Wahl oder Auslaufmodellen. Manchmal wird man hier fündig.

Übrigens sollten alle Beläge, ob für Wege oder Sitzplätze, aus einem Guss sein. Verwenden Sie nicht zu viele unterschiedliche Materialien, damit ein harmonisches Bild entsteht. Für Hauptwege rechnet man eine Breite von etwa 120 cm. Dann können auch zwei Personen bequem nebeneinander gehen. Für Nebenwege reichen Breiten von 40 bis 80 cm. Bei Trittplatten sollte der Abstand von Plattenmitte zu Plattenmitte 60 bis 65 cm betragen, das entspricht einer durchschnittlichen Schrittlänge.

nach obenEinfache Wege mit losem Belag anlegen

Rindenmulch-, Holzhäcksel-, Splitt- und Kieswege können Sie schnell und einfach selber bauen. Diese Bauart stellt keine Versiegelung dar, denn das Wasser kann versickern und muss nicht oberirdisch abgeleitet werden. Allerdings eignen sich

Wege mit losen Materialien eher für Nebenwege. Markieren Sie mit einer Schnur und ein paar Holzpflöcken den Wegeverlauf. Wer es ganz einfach haben möchte, hebt etwa 10 cm Boden aus, stampft die Erde ordentlich fest und gibt dann den Rindenmulch, Splitt oder Kies darauf. Für mehr Stabilität entfernen Sie auf der gesamten Fläche den Boden etwa 20 cm tief und treten oder walzen die Erde fest. Als Unterbau und Drainageschicht füllen Sie als erstes 10 bis 15 cm Schotter ein. Verteilen Sie als oberste Schicht etwa 8 cm hoch den Rindenmulch beziehungsweise den Splitt oder feinkörnigen Kies auf der Fläche. Grenzt der Weg an ein Pflanzbeet oder eine Rasenfläche an, sollte er fest eingefasst sein. Verlegen Sie am Rand zum Beispiel Kleinpflastereine in einem Sandbett und stützen Sie die Steine von hinten mit Sand oder einem kleinen Betonkeil ab. Fertige leicht biegbare Metallschienen, die ganz einfach in den Boden gesteckt werden, ergeben ebenfalls einen sauberen Abschluss.

Die Rindenmulchdecke verrottet mit der Zeit und muss, je nach Bedarf, alle ein bis zwei Jahre ergänzt beziehungsweise erneuert werden. Um den Unkrautwuchs bei Rindenmulch- und Kieswegen zu mindern, können Sie ein wasserdurchlässiges Unkrautvlies (Baumarkt) über der Schotterschicht einbauen. Wer etwas Ausgefalleneres sucht, kann auch Edelsplitt (erhältlich in vielen verschiedenen Steinfarben), geschliffene Glasscherben, Schiefer, gebrochene Dachziegel oder Tonschscherben für lose geschüttete Wege verwenden.

Eine schöne natürliche Alternative für „Nebenschauplätze“ sind Rasenwege. Sie werden mindestens so breit angelegt wie die Breite Ihres Rasenmähers, denn der Weg muss natürlich regelmäßig gemäht werden. Feste Abgrenzungen durch Metallkanten, Betonkantensteine oder aus Kleinpflaster erleichtern die Pflegearbeit. Sie können auch trittfeste Kräuter wie Römische Kamille oder Sandthymian mit einplanen. Dann duftet der Weg auf Schritt und Tritt.

nach obenDen Weg mit Steinen pflastern

Die Hauptwege im Garten sollten Sie besser mit einem festen Belag ausstatten. Ob Naturstein, Betonstein oder Klinker – es gibt zahlreiche Farbnuancen, Oberflächenbearbeitungen und Formate. Wem eine Steinart zu eintönig ist, kann verschiedene Materialien kombinieren. Wenn Sie in einer Farbwelt bleiben, wird es ein harmonisches und nicht zu unruhiges Bild. Wie wäre es mit roten Klinkersteinen in Kombination mit rötlichem Kies, dunklen Schieferplatten mit einem hell- oder dunkelgrauen Splitt oder großformatigen Betonplatten vermischt mit kleinformatigem Natursteinpflaster in Brauntönen? Auch mit eingestreuten Glasbausteinen oder mit Steinen mit bunter Keramikoberfläche lassen sich farbliche Akzente setzen. Effektvoll sind zudem eingebaute Bodenleuchten oder individuell verlegte Mosaike.

Auf mit Steinen befestigten Flächen kann das Wasser nicht vollständig versickern. Es ist deshalb wichtig, die Wege mit einem entsprechenden Gefälle von etwa zwei Prozent anzulegen. So wird das Wasser auf der Oberfläche abgeleitet und versickert dann im seitlich angrenzenden Pflanzbeet oder der Rasenfläche. Ohne Gefälle besteht die Gefahr, dass sich bei Starkregen Pfützen bilden und der Weg zur Rutschpartie wird. Das Gefälle wird schon mit der Tragschicht angelegt. Kontrollieren Sie das Gefälle mit Hilfe einer Wasserwaage und den Richtschnüren.

nach obenSo legen Sie Wege Schicht für Schicht an

Der Pflasterbelag wird Stein für Stein gelegt, ohne den Unterbau zu betreten.
© tdx/homesolute.com
Der Pflasterbelag wird Stein für Stein gelegt, ohne den Unterbau zu betreten.
Bei gepflasterten Flächen ist ein stabiler, gleichmäßiger Unterbau notwendig, damit es nicht zu Setzungen oder Verschiebungen kommt oder der Belag auffriert. Die Dicke des Unterbaus hängt vom Untergrund ab (dichter Lehmboden oder wasserdurchlässiger Sand?) sowie von der Witterung in Ihrer Region (starke Bodenfröste oder mildes Klima?). Je strenger der Winter, umso tiefer und frostfester sollte der Unterbau sein. In der Regel reicht eine untere Tragschicht mit Schotter oder Mineralgemisch von 20 bis 25 cm Dicke aus. Darauf liegt eine 4 bis 5 cm hohe Schicht aus Splitt, auf der die Pflastersteine gebettet werden. Verlegen Sie ein Pflaster mit einer Höhe von 8 cm, ergibt das einen Aushub von 32 bis 38 cm. Eine Randbefestigung mit Kantensteinen in einem Betonbett (diese werden als erstes gesetzt) oder ein kleiner Betonkeil, der die äußersten Steine stützt, sorgt zusätzlich für Sicherheit.

Heben Sie die Erde aus, sodass ein gleichmäßiger Graben entsteht. Um Platz zum Arbeiten zu haben, wird die Grube am Rand etwa 40 bis 50 cm breiter ausgegraben. Mithilfe von Schnüren und Pflöcken markieren Sie die endgültige Höhe des Weges. Anhand dieser Schnüre können Sie die jeweiligen Schichtdicken kontrollieren. Sie sollten auf der ganzen Fläche gleich hoch sein. Ebnen Sie die Erdsohle ein und klopfen Sie diese fest. Die eingebrachte Schotterschicht wird ebenfalls abgerüttelt. Für kurze Wege reicht ein Handstampfer oder ein schwerer Hammer mit Gummischutz. Für längere Wege lohnt es sich, einen motorisierten Rüttler mit Gummiplatte zu verwenden. Diesen können Sie im Baumarkt ausleihen.

Die Splittschicht wird mit zuvor eingelassenen Abziehrohren und einem geraden Brett gleichmäßig abgezogen und glattgestrichen. Danach sollte sie nicht mehr betreten werden. Je genauer diese Schicht ausgerichtet ist, um so exakter liegen später die Pflastersteine oder Wegeplatten. Diese dürfen etwa 1 cm über der endgültigen Höhe liegen, denn durch das Abrütteln am Schluss sinken die Steine noch entsprechend ein. Setzen Sie die Steine gemäß dem gewünschten Verlegemuster ins Splittbett und belassen Sie ausreichend große Fugen. Zum Schluss werden die Fugen mit Fugensand verfüllt (auf das Pflaster streuen und mit dem Besen einkehren) und der Belag abgerüttelt. Gegebenenfalls wird im Anschluss noch mal etwas Fugensand ergänzt.

nach obenNicht auf dem Holzweg

Holz zählt zwar zu den Materialien, die im Garten sehr häufig verwendet werden. Für die Wegegestaltung eignet es sich jedoch nur für Nebenwege. Das liegt zum einen daran, dass die Oberfläche im nassen Zustand oder durch Ablagerungen und Moosbewuchs rutschig werden kann. Eine geriffelte Oberfläche wirkt dem schon mal entgegen, ebenso eine sonnige Lage des Weges. Zum anderen sind Holzwege nicht so lange haltbar. Der warme, natürliche Charakter von Holz spricht jedoch für seinen gestalterischen Wert. Verwenden Sie in jedem Fall druckimprägniertes oder besonders witterungsbeständiges Holz. Geeignet sind zum Beispiel Eiche, Lärche oder Robinie. Auch Tropenhölzer sind möglich, jedoch sollte man auf Material aus einem Anbau mit nachhaltiger Forstwirtschaft achten.

Bauen Sie zunächst eine Unterkonstruktion aus Balken, auf die die Holzbretter oder -dielen genagelt oder geschraubt werden. Diese bettet man am besten in eine Kiesschicht. Das sorgt für einen guten Wasserablauf und vermeidet direkten Erdkontakt, denn Feuchtigkeit würde zum schnellen Modern des Holzes führen. Sehr schön sieht es aus, wenn Sie Holzplanken ähnlich wie Trittplatten in größeren Abständen legen und dazwischen Kieselsteine auffüllen. Das erinnert an einen Holzsteg am Meer und verleiht dem Garten einen maritimen Charakter. Wer es ganz schnell und einfach mag, wählt ausrollbare Holzwege, die es fertig zu kaufen gibt. Sie lassen sich dort ausrollen, wo sie gerade gebraucht werden – ideal sind sie als flexible Wege im Gemüsegarten.

Eine weitere Möglichkeit ist Holzpflaster, das Sie sich aus Holzquadern oder aus unterschiedlich dicken Stämmen zuschneiden lassen können. Ein Verlegemuster aus verschieden großen Rundhölzern mit unterschiedlichen Maserungen ergibt ein sehr lebendiges Bild. So eine Weggestaltung passt sehr gut in einen Naturgarten. Auch bei dieser Bauart ist ein wasserabführender Unterbau unbedingt notwendig.

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Schlagworte dieser Seite:

Gartenteile, Gartenweg, Holz, Materialien, Nebenwege, Sitzplätze, Unterkonstruktion, Wegebelag, pflastern

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