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Düngung im Obstgarten

Februar 2001 Nach der Ernte ist es sicherlich sinnvoll, sich einmal die Frage zu stellen, ob das Obst optimal mit den erforderlichen Nährstoffen versorgt wurde. An den laublosen Bäumen und Sträuchern geben folgende Kriterien wertvolle Aufschlüsse:

  1. Zustand des Triebes
  2. Besatz mit Fruchtholz sowie Blühtrieben bzw. deren Verhältnis zueinander
  3. Anzahl der Fruchtkuchen; sie geben über den zuletzt angefallenen Ertrag Auskunft


nach obenZustand des Triebes

Die Triebstärke muss stets im Zusammenhang mit dem Baumalter betrachtet werden. Übermäßiger Wuchs in der Vollertragsphase kann, wenn er mehrere Jahre anhält, ein Zeichen von Überversorgung, vor allem mit Stickstoff sein, gegebenenfalls verbleiben die Blätter enorm lange am Baum und sind dunkelgrün gefärbt, so dass im Folgejahr Gegenmaßnahmen einzuleiten sind, d. h., Gras ist bis an den Stamm zu belassen, die Stickstoffdüngung sollte unterbleiben und kein oder sehr maßvoller Baumschnitt erfolgen.

nach obenBesatz mit Fruchtholz sowie Blühtrieben bzw. deren Verhältnis zueinander

Zu schwacher Trieb und zu starker Fruchtholzbesatz führen schnell zur Vergreisung. Kräftiges Schneiden (Verjüngung) bei gleichzeitiger Düngung werden den Neutrieb wieder anregen.
Zu schwacher Trieb und zu starker Fruchtholzbesatz führen schnell zur Vergreisung. Kräftiges Schneiden (Verjüngung) bei gleichzeitiger Düngung werden den Neutrieb wieder anregen.
Zu schwacher Trieb und zu starker Fruchtholzbesatz kann schnell zur Vergreisung der Bäume führen. Auch die Alternanz (periodische Fruchtbarkeit) ist nicht auszuschließen, vor allem beim Kernobst. Im Vollertragsjahr unterbleibt der notwendige Neutrieb (durchschnittlich 40 cm jährlich), ebenso findet die Blütenknospenbildung für das Folgejahr nicht statt. Sowohl bei zu starkem als auch bei zu schwachem Trieb befindet sich das betreffende Gehölz nicht im physiologischen Gleichgewicht.

Eisenmangel zeigt sich durch Vergilben der Blätter, wobei die Adern grün bleiben.
Eisenmangel zeigt sich durch Vergilben der Blätter, wobei die Adern grün bleiben.
Dieser Zustand muss schleunigst angestrebt werden, was bei der Aufstellung des Düngeplanes berücksichtigt werden muss. Eine entscheidende Rolle spielt bei der Düngung der pH-Wert des Bodens (leichte Böden 5,5 bis 6, schwere bis 6,5). In diesem Zusammenhang muss darauf geachtet werden, ob Nährstoffmangelerscheinungen während der Vegetation auftreten, die in den meisten Fällen hausgemacht sein dürften. Dazu ein Beispiel. Eisenmangel (Gelbfärbung der Blätter, nur die Adern bleiben grün) wird vorwiegend nicht durch Fehlen des Nährstoffes im Boden, sondern durch zu hohen pH-Wert (über 7) hervorgerufen. Gegenmaßnahme: Saure Düngung (Torf, schwefelsaures Ammoniak).

nach obenAnzahl der Fruchtkuchen

Zu viele Fruchtkuchen zeigen einen voraufgehenden zu hohen Ertrag an, wobei eine Alternanz (nur alle zwei Jahre Ertrag) die Folge ist.
Zu viele Fruchtkuchen zeigen einen voraufgehenden zu hohen Ertrag an, wobei eine Alternanz (nur alle zwei Jahre Ertrag) die Folge ist.
Sitzen zu viele Fruchtkuchen am Baum, war der Ertrag zu hoch und der Baum fällt in die bereits angeführte Alternanz. Bei zu wenig Trieb ist kräftig zu schneiden und zu düngen.

Sogenannte Zeigerpflanzen können sehr nützlich sein. Saure Böden (zu niedriger pH-Wert) zeigen den Bewuchs von Schachtelhalm und Hahnenfuß sowie dichten Moosbelag an.

Ein unharmonisches Nährstoffverhältnis im Boden kann man leider nicht sehen! Die geschilderten späten Auswirkungen in Form von Mangelkrankheiten müssen nicht sein, wenn regelmäßig Bodenanalysen erfolgen, die von den Landwirtschaftlichen Untersuchungsanstalten durchgführt werden und über den tatsächlichen Nährstoffspiegel Auskunft geben. Nicht selten lautet für überversorgte Böden die Diagnose: Zunächst Null-Diät!

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Herbstlaub schützt den Boden. Ein Kompost-Beschleuniger (Radivit, Neudorff) fördert den Umbau in Nährstoffe bis zum Frühling.
Obstgehölze bedarfsgerecht düngen
Düngung der Obstpflanzungen
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Zur Verhinderung der Alternanz ist ein Ausdünnen des überreichen Fruchtansatzes anzuraten. Die bestentwickelte und gesündeste Frucht eines Blütenbüschels ist belassen worden.
Wachstum und Ansatz der Obstgehölze ständig überwachen!

Schlagworte dieser Seite:

Alternanz, Düngung, Eisenmangel, Obstgehölz

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