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Pflanzenschutz:
Moniliakrankheit bei Steinobst

April 2020


Moniliakrankheit des Steinobstes
© Margarete Griegel (aus dem Buch „Mein gesunder Obstgarten“)
Moniliakrankheit des Steinobstes

Unter der Moniliakrankheit des Steinobstes versteht man zwei Krankheitsbilder – Spitzendürre und Fruchtfäule, die von zwei nahe verwandten Pilzarten hervorgerufen werden. Die beiden Pilze infizieren Steinobst meistens gemeinsam, wobei der Spitzendürre mit Recht eine größere Bedeutung beigemessen wird. Sie tritt in erster Linie an Kirschen, Aprikosen und Mandelbäumen auf. Besonders stark leiden Sauerkirschen, die Sorte „Schattenmorelle“ ist die empfindlichste von allen Kirschsorten.

nach obenSchaderreger und Schadbild

Durch die Fruchtfäule werden, besonders in feuchten Jahren, Steinobst und Kernobst gleichermaßen gefährdet. Nach der Blüte beginnen die Blütenbüschel und anschließend die ganzen Triebspitzen zu welken 3. Nach einigen Tagen werden sie dürr. Nach mehreren Jahren mit feuchter Blüteperiode nimmt die Krankheit besonders an ungepflegten und ungeschützten Bäumen immer größere Ausmaße an. Sowohl Triebe als auch Früchte 4 fallen ihr zum Opfer. Bäume, die nicht geschützt werden, tragen immer weniger und in extremen Fällen sterben sie ab.

nach obenKrankheitsentwicklung

Der Pilz bzw. die Pilze überwintern in den im Vorjahr befallenen, auf dem Baum hängen gebliebenen, ausgetrockneten Blütenbüscheln, dürren Zweigabschnitten 5 und Fruchtmumien 6. Im Frühjahr, noch vor der Blüte, werden massenhaft Pilzsporen gebildet 1, die durch die Luftbewegung verbreitet werden und den ganzen Baum „verseuchen“. Zur Infektion durch die Spitzendürre kommt es praktisch nur über die Blütenorgane. Bei feuchtem Wetter keimen die Pilzsporen auf der Blüte 2. Der Keimschlauch wächst durch den ganzen Blütenstiel, bis er den Zweig erreicht. Der Pilz wuchert in dem Trieb, wodurch der äußere Teil des Triebes dürr wird 3. Die Früchte werden durch Risse und andere Verletzungen infiziert. Sie verfaulen und fallen entweder ab oder schrumpfen und bleiben mumifiziert auf dem Baum hängen 6.

nach obenVorbeugung und Bekämpfung

Der Verzicht auf die beliebten, aber sehr empfindlichen Sorten „Schattenmorelle“ und „Morellenfeuer“ ist bei der Neupflanzung die vernünftigste Maßnahme.

Eine aufgelockerte Baumkrone sorgt für schnelles Abtrocknen nach dem Regen, was Infektionen durch den Pilz erschwert.

Alle Infektionsherde, wie befallene Triebe und Früchte, sollten regelmäßig entfernt werden. Spätestens der Winterschnitt sollte dazu genutzt werden, alle ausgetrockneten Triebe bis ins gesunde Holz auszuschneiden und Fruchtmumien abzupflücken (der blaue Balken).

Die Bedeutung dieser mechanischen Maßnahmen ist enorm, wenn auch alle Bäume in der Nachbarschaft mit großer Sorgfalt kontrolliert und geschnitten werden. Da dies erfahrungsgemäß nicht immer optimal funktioniert und mit „Sporenzuflug“ zu rechnen ist, müsste zusätzlich doch zu chemischen Mitteln gegriffen werden. Da die Infektion durch Spitzendürre nur während der Blüte zustande kommen kann, sind vorbeugende Behandlungen nur in dieser Zeit sinnvoll und wirksam.

Wenn es während der Blüte feucht ist, können die empfindlichen Sorten 2 bis 3-mal (Anfang, Mitte und Ende der Blüte – je feuchter das Wetter, desto öfter) mit diesen Produkten behandelt werden: COMPO Duaxo Universal Pilz-frei, Protect Garden Fungor Obst-Pilzfrei oder Protect Garden Curacor T Steinobst-Pilzfrei (der rote Balken).

Obwohl die Mittel nicht bienengefährlich sind, sollte diese Maßnahme am besten am Abend nach dem täglichen Bienenflug durchgeführt werden.

nach obenBuch-Tipp

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Schlagworte dieser Seite:

Bekämpfung, Fruchtmumien, Krankheitsentwicklung, Moniliakrankheit, Steinobst, Vorbeugung

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