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Bodenmüdigkeit einkalkulieren!

Januar 2001 Unter Bodenmüdigkeit versteht man starke Wachstumsbeeinflussungen an Obstgehölzen, wenn die gleiche Obstart (z. B. nach Apfel- wiederum Apfelkultur) auf dem alten Standort angebaut wird, sodass Kümmerwuchs die Folge ist.


Auch der Knospenabstand an den Trieben verkürzt sich auffällig. Neben dem gestauchten Wachstum stehen die Blätter dicht aufeinander, sind klein und gelb. Die Wurzelmasse ist gegenüber gesunden Bäumen deutlich verringert. In gut wasserführenden und Böden mit niedrigen pH-Werten werden die genannten Symptome wesentlich weniger beobachtet als an anderen Standorten, beispielsweise dem Rheinland, wo die Bodenmüdigkeit öfter vorkommt. Sie muss nicht unbedingt nach der Rodung auftreten, sondern kann bereits an im Wachstum befindlichen Gehölzen festgestellt werden. Am stärksten wird der wachstumshemmende Effekt an frisch nachgepflanzten Bäumen in den ersten Standjahren sichtbar. Verpflanzt man sie mit dem geschilderten Stauchwuchs auf jungfräuliches Land, wachsen sie bald völlig normal weiter.

Die Bodenmüdigkeit wird auch im Ackerbau beobachtet, wird aber hier durch Einhaltung ausgefeilter Fruchtfolgesysteme ausgeschaltet.

nach obenUrsachen

Pilze im Boden scheiden aus, da der Einsatz von Fungiziden (pilzbekämpfenden Präparaten) keinen Erfolg brachte. Eine Bodendämpfung wirkte prompt und hob die nachteiligen Folgen der Bodenmüdigkeit auf, was auf biologische Verursacher schließen lässt. Nach dem jetzigen Erkenntnisstand kommen Bakterien und die mit ihnen verwandten Strahlenpilze in Betracht.

Um sicherzugehen, ob es sich um Bodenmüdigkeit handelt, wird an den Versuchsanstalten ein Test durchgeführt, der wie folgt gegliedert ist: Ein Drittel des zu untersuchenden Bodens bleibt unbehandelt, ein weiteres Drittel wird mit einem Nematodenmittel entseucht, das letzte Drittel eine halbe Stunde bei 70 bis 90 °C gedämpft. Anschließend werden Wachstumsteste mit jungen Sämlingen (der Obstart die nachgepflanzt werden soll) durchgeführt.

nach obenGegenmaßnahmen

Wer die geschilderten Symptome an seinen Gehölzen festgestellt hat, kann wie folgt gegensteuern: Soll unbedingt ein Baum mit derselben Obstart an der gleichen Stelle nachgepflanzt werden, muss der Pflanzlochboden restlos ausgetauscht und mit Torf angereichert werden, da im sauren Milieu, wie oben bemerkt, die Bodenmüdigkeit schlechter fortkommt. Zur weiteren Sicherheit sollte der neu zu setzende Baum auf einer stärker wachsenden Unterlage stehen, z. B. beim Apfel statt vorher M9 nun M26. Genaue Informationen beim Fachberater einholen. Die beste Methode ist ein Wechsel der Obstarten, das heißt, auf Kernobst lässt man Steinobst folgen oder umgekehrt, so dass die Bodenmüdigkeit vermieden wird.

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An die gleiche Stelle sollte nicht erneut ein Obstgehölze und auch keine Ziergehölze gepflanzt werden.
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