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Gärtnern auf dem Hügelbeet

September 2019 Wohin nur mit den ganzen Gartenabfällen? Unser Vorschlag: Stapeln Sie das meiste zu einem Hügel auf und bepflanzen Sie ihn mit einem Gemüsemix. Als Dank gibt es reichen Ertrag auf wenig Raum! Wir zeigen, wie's geht!


Hügelbeete bringen reichen Ertrag auf wenig Raum.
© Stein
Hügelbeete bringen reichen Ertrag auf wenig Raum.
Die Beete entsprechen einem großen Komposthaufen, auf dem es munter wächst. Das Prinzip: Auf biologische Weise verwandeln Hügelbeete Äste, Zweige, Laub und Rasensoden in ein kribbelndes, aktives Paradies für Tausendfüßler, Asseln, Mikroben, Pilze und Kompostwürmer. Diese bauen mit ihrer Tätigkeit die Gartenabfälle in fruchtbaren Humus und Nährstoffe um.

Anfänglich erfordern Hügelbeete zwar Arbeit, doch schon bald wird der Gärtner für mehrere Jahre mit wuchsfreudigen Gemüsen belohnt. Sie gedeihen schnell und bringen eine reiche Ausbeute. Probieren Sie es aus!

nach obenFrühe Ernten

Beim Umsetzen der organischen Substanz im Hügelbeet entstehen sowohl Nährstoffe als auch Wärme. Die ­besondere Beetfüllung und -form „befeuern“ die Wärmebildung zusätzlich: Die Poren im Hügelbeet, durch die das Regenwasser in die Erde rieselt, füllen sich anschließend mit warmer Luft. Außerdem treffen auf die vergrößerte Bodenoberfläche mehr Sonnenstrahlen. Diese natürlichen „Heizungen“ von innen und außen bringen vor allem im Frühjahr das Pflanzenwachstum sehr schnell in Gang – und Sie können mit einer frühen Ernte rechnen.

Durch den Einfluss der Wärme startet zeitgleich die segensreiche Tätigkeit der Bodenlebewesen. Humus entsteht, freigesetzter Stickstoff und Kohlendioxid werden nutzbar. Somit steht den Pflanzen ein nährstoffreicher, lockerer und belebter Boden zur Verfügung, worin sie offensichtlich prächtig gedeihen. So erklären sich die spektakulären Erfolge und die hohen Erträge der fruchtbaren Hügel. Ein weiterer Pluspunkt: Hügelbeete sind bequem! Denn wie bei einem Hochbeet fällt das Arbeiten auf hüfthohem Niveau viel leichter. Sie pflanzen die Gemüse, zupfen unerwünschte Kräuter oder ernten ohne tiefes Bücken. Hügelbeete sind auf allen schweren, nassen Böden von großem Vorteil. Nur auf sandigen, sehr leichten Böden gibt es einen Nachteil: Das Wasser läuft schnell in tiefere Schichten ab. Durch Gießen (siehe dazu „Tipps zum Bewässern“) wirken Sie dem entgegen.

nach obenGeschickt Abfall stapeln

Hügelbeete können Sie das ganze Jahr über anlegen. Der Herbst ist dafür jedoch am besten geeignet: Schließlich fallen dann große Mengen an Schnittgut und Gartenabfällen an. Suchen Sie einen sonnigen Platz im Garten aus. Idealer­weise sollte er groß genug für ein Beet von etwa 2 m Breite und 4 m Länge sein. Natürlich können Sie in der Größe variieren. Tragen Sie nun den Boden an der vorgesehenen Fläche etwa spatentief ab.

Aufbau eines Hügelbeetes 1 verzinkter Hasendraht 2 grob zerkleinerte Äste, Stämme oder Zweige 3 Rasensoden, Stauden­reste, Grasschnitt, Laub oder Stroh 4 halbverrotteter ­Frisch­kompost 5 reifer Kompost und ­Gartenerde
© Stein
Aufbau eines Hügelbeetes
1 verzinkter Hasendraht
2 grob zerkleinerte Äste, Stämme oder Zweige
3 Rasensoden, Stauden­reste, Grasschnitt, Laub oder Stroh
4 halbverrotteter ­Frisch­kompost
5 reifer Kompost und ­Gartenerde

Da es in den meisten Gärten Probleme mit Wühlmäusen gibt, legen Sie den Untergrund vorbeugend mit einem verzinkten Hasendraht (Maschenweite maximal 13 mm) aus. Das verhindert die Attacken der gefräßigen Nager. Nun folgt das Stapeln. Beginnen Sie mit einem Kern aus grob zerkleinerten Ästen, Stämmen oder Zweigen, die Sie etwa 40 cm hoch dicht aufeinanderschichten. Decken Sie ihn bis zu einer Höhe von etwa 80 cm mit Rasensoden, Staudenresten, Grasschnitt, Laub oder Stroh ab. Fast alles, was an organischen Abfällen im Garten anfällt, passt hier gut hinein. Nicht ins Hügelbeet gehören dagegen samentragende Wildkräuter, denn sonst säen sich diese auf dem Beet munter aus und erschweren die Kultur der Gemüse. Ebenso tabu sind tierische Abfälle, Asche und bedrucktes Papier.

Die nächste 10 bis 15 cm hohe Schicht besteht aus halbverrottetem Frischkompost, den Sie zum Beispiel Ihrem Komposthaufen entnehmen. Den krönenden Abschluss bildet eine 15 bis 25 cm dicke Schicht aus reifem Kompost und Gartenerde. Reichern Sie diese Mischung mit organischem Dünger an, zum Beispiel Hornspänen. Dann startet das Gemüse auf dem Hügel von Anfang an durch. Wichtig: Klopfen Sie jeweils alle Schichten mit einem Spaten oder einer Schaufel gut fest! Dadurch sackt das Ganze etwas zusammen, und das Hochbeet ist etwa 1 m hoch.

nach obenTipps zum Bewässern

Gestalten Sie den Hügel leicht terrassenförmig, damit das Wasser nicht zu schnell und ungenutzt bergab fließt. Formen Sie außerdem auf dem Scheitel des Hügelbeets eine leichte Rinne. Darin hält sich das Wasser einige Zeit und vermag so den gesamten Wall langsam zu durchdringen. Zusätzlich können Sie auch einen Sprühschlauch oder eine Tröpfchenbewässerung auf dem Beet installieren. So bleibt es immer schön feucht und trocknet nicht aus. Das gilt besonders auf sandigen Böden.

Mulchen Sie zwischen den Gemüsen mit frischem Rasenschnitt oder anderen Mulchmaterialien, zum Beispiel feinem Holzschredder. Das verhindert, dass der Boden schnell austrocknet. Die Feuchtigkeit bleibt den Pflanzen länger erhalten, zudem vermeiden Sie die Erosion bei stärkerem Regen.

nach obenIdeal für Mischkulturen

Nun geht es ans Pflanzen! Hügelbeete bieten sich allein schon wegen ihres begrenzten Platzes für die Mischkultur an. Das bedeutet, dass man einen Mix aus verschiedenen Gemüse­arten nebeneinander kultiviert. So nutzen Sie das Hügelbeet optimal und steigern den Ertrag. Dabei gibt es Arten, die gut miteinander können, und andere, die sich als Nachbarn gar nicht vertragen. Salate harmonieren zum Beispiel mit Bohnen, Erbsen, Dill und Möhren, aber weniger mit Sellerie, Petersilie und Kohl. Welche Pflanzen Sie getrost nebeneinandersetzen dürfen und welche Kombinationen Sie besser meiden, finden Sie unter dem Stichwort „Mischkulturtabelle“ im Internet (zum Beispiel https://bit.ly/2OiDm8k).

Das Hügelbeet ist rund ums Jahr für die Gemüsekultur nutzbar. Im zeitigen Frühjahr lohnen schnelle Gemüse wie Salat, Radieschen, Spinat oder Kohlrabi. Ab April dann Rettich, Rote und Gelbe Bete, Zwiebeln, Knoblauch und Kohl bis hin zu Lauch, Pak Choi, Chinakohl, Feldsalat, Sellerie und Endivien für die Ernte im Herbst oder Winter.

Wärmeliebende Kulturen wie Tomaten, Paprika, Gurken, Melonen und weitere Kürbisgewächse gedeihen auf Hügelbeeten besonders gut. Damit die Ernte bei Tomaten nicht unbequem wird, bevorzugen Sie niedrige oder buschig wachsende Sorten (zum Beispiel 'Balkonstar', 'Totem F1', 'Vilma' oder 'Strongboy').

Eine Umrandung aus Gartenkresse, Salatrauke, Feldsalat oder Kräutern wie Basilikum oder Majoran und Bohnenkraut sowie Blumen oder Zierkräutern werten Hügelbeete optisch auf. Vor allem die Sammetblume (Tagetes tenuifolia) mit ihrem herben Zitronenduft und die üppig wachsende Kapuzinerkresse (nichtrankende Sorten bevorzugen) bieten sich als willkommene Mischkulturpartner an. Beide sind essbar, bewahren ihre Umgebung vor Schädlingen, verschönern den Anblick und können gleichzeitig für Sträußchen gepflückt werden.

nach obenRechtzeitig an ein neues Hügelbeet denken

Schon bald beginnt durch die biologische Aktivität der Mikro­ben die Umsetzung der organischen Materialien. Dadurch sackt das Beet nach und nach zusammen, bis es sich nach drei bis vier Jahren der Umgebung angeglichen hat. Versäumen Sie also nicht, etwa im Herbst des dritten Jahres ein neues Hügelbeet anzulegen.

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Schlagworte dieser Seite:

Bewässern, Gartenkresse, Hügelbeet, Komposthaufen, Kompostwürmer, Mikroben, Niveau, Nährstoffe, Tomaten

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