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Schnitthilfen

Januar 2001 Nicht selten wachsen Obstbäume im Ertragsalter zu kräftig und blühen wenig, was sich negativ auf den Ertrag auswirkt. Für dieses Problem gibt es verschiedene Ursachen. Die wichtigsten sind:

  • ungünstiger Standort
  • zu starke Unterlagen-Sortenkombinationen oder
  • gestörte Befruchtung


Bei der Ringelung wird ein 1 cm breiter Ring aus der Rinde gelöst.
Bei der Ringelung wird ein 1 cm breiter Ring aus der Rinde gelöst.
Sind geeignete Pollenspender vorhanden, die Blüte fällt jedoch infolge zu starken Triebwachstums unbefriedigend aus, sollte man es mit dem Ringeln versuchen. Bei diesem Verfahren wird an kräftigen Ästen und Trieben die Rinde mit dem Veredlungsmesser in einer Breite von 1 cm bis auf den Holzkörper ringsum gelöst. Die entstandene Wunde muss direkt nach Beendigung des Arbeitsganges mit einem Wundverschlussmittel (Baumwachs) verstrichen werden, um das Einwandern von Schadpilzen zu unterbinden. Der Zeitpunkt der Ringelung ist Anfang bis Mitte April, dann löst sich die Rinde ohne Schwierigkeiten.

Durch die Ringelung wird der Abfluss der Assimilate (Zucker, Stärke) in Richtung Wurzeln ausgeschaltet. Sie verbleiben im oberen Kronenteil und veranlassen die Blütenbildung, weil das Triebwachstum aufgrund der Wurzelschwächung merklich gebremst wird. Die Drosselung des Wurzelwachstums reduziert die Versorgung mit Assimilaten, die nur von den Blättern gebildet werden können.

Die Ringelungswirkung hält nur so lange an, wie die Unterbrechung des Assimilateflusses besteht. Sollte nach einiger Zeit das Wachstum wieder zunehmen, kann die Ringelung wiederholt werden.

Um Kahlstellen am Baum zu vermeiden, wird es zuweilen notwendig, Knospen zum Austrieb anzuregen, die unter normalen Bedingungen nicht treiben würden, da sie von der Spitze zu weit entfernt liegen und durch die Polarität (Spitzenförderung) außer Betrieb gesetzt werden. Durch Anbringen eines sichelförmigen Einschnittes, direkt über dem Auge, ebenfalls im April, wird der Austrieb erreicht. Grund: Durch den Einschnitt wird die Versorgung der betreffenden Knospe mit Assimilaten gehemmt, das Nährstoffangebot aus den Wurzeln bleibt erhalten, da es durch den Holzkörper in die Knospe gelangt.

Soll der Knospenaustrieb eingeschränkt bzw. verhindert werden (z. B. Entstehung von Konkurrenztrieben unterbinden), muss der sichelförmige Schnitt unter dem Auge angebracht werden. Dadurch erfolgt eine bevorzugte Versorgung der Knospen mit Assimilaten und der Austrieb wird, falls er überhaupt erfolgt, nur schwach.

In manchen Obstbaulehrbüchern wird bei zu starkwüchsigen Obstbäumen das Umstechen empfohlen, um das Wurzelwachstum zeitweise auszuschalten. Auch durch diese Maßnahme kann die Förderung der Blütenknospenbildung angekurbelt werden. Allerdings ist die Gefahr groß, dass Wurzelrückstände eine Bodenmüdigkeit hervorrufen und dieses Risiko dürfte für den Freizeitgärtner zu hoch sein.

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