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Kleiner Frostspanner: Jetzt an die Leimringe denken

September 2019 Es ist einer der bekanntesten, wenn nicht der bekannteste ­schädliche Falter, dessen Raupen alle Obstgehölze (außer Pfirsich) und viele Zierlaubgehölze wie Eiche, Ahorn und Linde schädigen können.


Entwicklung des Kleinen Frostspanners und mögliche Gegenmaßnahmen
© Margarete Griegel aus dem Buch „Mein gesunder Obstgarten“
Entwicklung des Kleinen Frostspanners und mögliche Gegenmaßnahmen

nach obenSchaderreger und Schadbild

Im Frühjahr, schon während des Austriebs, sind auf den Knospen am Anfang graue, später grün werdende, sehr gefräßige Räupchen zu finden. Sie machen bei ihrer Fortbewegung den für diesen Schädling typischen „Katzenbuckel“ 2. Da die Raupen meist in großer Zahl auftreten, sind die Schäden infolge des frühen Fraßbeginns sehr hoch. Knospen, Blüten und junge Blätter werden aufgefressen 3, sodass es oft zum Kahlfraß kommt und an den Zweigen nur zusammengesponnene Mittelrippen der Blätter übrig bleiben. Auch junge Früchte, besonders Kirschen, werden von außen wie mit einem Kochlöffel ausgehöhlt 4.

nach obenEntwicklung des Schädlings

Die etwa mohnkorngroßen, dunkelroten Eier überwintern in Rindenritzen und auf den Zweigspitzen 1. Nach dem Ausschlüpfen, etwa während des Knospenaufbruchs, wachsen die immer hungrigen Raupen auf bis zu 2,5 cm Länge. Anfang Juni „seilen“ sich die Raupen an einem Spinnfaden zu Boden und verpuppen sich 5. Nach den ersten Nachtfrösten, etwa Mitte bis Ende Oktober, treten geflügelte Männchen mit ca. 3 cm Flügelspannweite 6 und ungeflügelte Weibchen mit kurzen Flügelstummeln 7 in Erscheinung. Die Weibchen klettern am Stamm bis in den Kronenbereich hoch und legen dort nach der Begattung einzeln oder zu mehreren ihre 200–300 am Anfang hellgrünen, nach einigen Tagen rot werdenden Eier ab 8.

nach obenVorbeugung und Bekämpfung

Die Bekämpfung des Frostspanners ist an drei Stellen des Entwicklungszyklus möglich. Die am Stamm hochkriechenden Weibchen können durch die ab Anfang Oktober an Stämmen und Stützpfählen angebrachten Raupenleimringe abgefangen werden (der gelbe Balken). Die in der Baumkrone überwinternden Eier oder frisch ausgeschlüpften Larven können bis zum „Mausohr-Stadium“ durch eine Austriebspritzung stark dezimiert werden (der linke rote Balken).

Eine direkte, besonders eine biologische (der grüne Balken), aber auch eine chemische (der rote Balken) Bekämpfung der Raupen schützt vor einem größeren Schaden nur dann, wenn sie am Anfang der Fraßtätigkeit durchgeführt wird.

Für eine biologische Bekämpfung eignen sich Bacillus-thuringiensis-haltige Produkte wie Universal-­Raupenfrei Lizetan von Protect Garden oder Raupen-Frei Dipel ES (Dr. Stähler). Für eine chemische Bekämpfung im Garten steht zur Zeit kein Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Wenn ein Raupenleimring rechtzeitig angelegt wurde und seine Klebfähigkeit den ganzen Winter lang und darüber hinaus etwa drei Wochen nach dem Austrieb anhält, erübrigen sich erfahrungsgemäß weitere Schutzmaßnahmen. Die Bekämpfung des Großen Frostspanners ist identisch.

nach obenBuch-Tipp

Weitere Informationen finden Sie in dem Buch "Mein gesunder Obstgarten: Großer Krankheits- und Schädlingskalender" von Adalbert Griegel.

Adalbert Griegel
Mein gesunder Obstgarten: Großer Krankheits- und Schädlingskalender
232 Seiten
Preis: 19,90 Euro
ISBN: 3-930384-14-0
Verlag: Griegel

Erhältlich im Buchhandel oder bei Amazon.de.

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Schlagworte dieser Seite:

Bekämpfung, Buch-Tipp, Frostspanner, Leimringe, Rindenritzen, Schadbild, Schaderreger, Schädling

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