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Kräuter für späte Genüsse

August 2019 Mit dem Pflanzen bzw. Säen ist noch lange nicht Schluss: Jetzt kommen Herbst- und Winter-Vitamine an den Start. Entdecken Sie dabei fast vergessene Schätze!


nach obenKräftiger Geschmack: Barbarakraut

Ihres scharfen Geschmacks wegen heißt Barbarakraut auch Winterkresse.
© SB_Johnny/Wikimedia Commons, klein: AnRo0002/Wikimedia Commons
Ihres scharfen Geschmacks wegen heißt Barbarakraut auch Winterkresse.
Beim ersten Biss verrät sich das Barbarakraut (Barbarea vulgaris) als Zugehörige der Kreuzblütengewächse. Wie bei Kohl und Kresse bestimmen Senfölglykoside das scharfe, etwas bittere Aroma. Es schmeckt als Salat bzw. Salatgewürz, gedünstet als spinatartiges Gemüse.

Bis Ende Oktober können Sie das Vitamin-C-Füllhorn noch an sonnige bis halbschattige Stellen mit nährstoffreichen, feuchten Böden im Reihenabstand von 30 cm aussäen. Von den Sämlingen lassen Sie nur alle 20 cm den kräftigsten sehen. Wenn Sie die Blattrosetten im Winter mit Nadelreisig oder Gärtnervlies abdecken, können Sie bis zum Frühling ernten. Dann geht die zweijährige Art in die Blüte. Ernten Sie die Knospen und bereiten Sie diese wie Brokkoli zu!

nach obenSowohl Samen als auch Kraut: Kümmel

Multitalent Kümmel: Hübsch im Garten, lecker als Kraut und als Samen.
© H. Zell/Wikimedia Commons
Multitalent Kümmel: Hübsch im Garten, lecker als Kraut und als Samen.
Logisch, dass Kümmel (Carum carvi) im Juli/August noch gesät werden kann: Dann reifen die Samen der zweijährigen Art. Fallen sie auf feuchten Boden, keimen sie in ein bis drei Wochen aus und wachsen zu Pflanzen mit feinem Laub heran. Der Kältereiz des Winters löst die Bildung von Blütenknospen aus – und der Kreislauf kann von Neuem beginnen. Kümmel bevorzugt halbschattige bis schattige, windgeschützte Standorte mit tiefgründigen, nährstoff- und kalkhaltigen Böden.

Die Samen gelten als eines der ältesten Gewürze der Menschheit. Weniger bekannt ist, dass das im Geschmack an Petersilie und Dill erinnernde Laub ebenfalls gut zu verwerten ist. Versuchen Sie es als Suppenwürze oder, in kleinen Mengen, als Zutat von Herbst- bzw. Kartoffelsalaten.

nach obenEingewandert: Gewöhnliches Tellerkraut

Das an der Westküste Nordamerikas beheimatete Tellerkraut ist hierzulande auch als Winterportulak oder Postelein bekannt. Hohe Vitamin-C-, Magnesium-, Calcium- und Eisengehalte qualifizierten es schon vor Jahrhunderten als wichtige Gesundheitsquelle für Ureinwohner und Goldgräber.

Wenn Sie Tellerkraut jetzt aussäen, kommt es noch mit den letzten Tomätchen des Jahres auf den Tisch.
© wiesdie/123rf.com
Wenn Sie Tellerkraut jetzt aussäen, kommt es noch mit den letzten Tomätchen des Jahres auf den Tisch.
Das mild schmeckende Tellerkraut ist auch zur Blütezeit essbar.
© wiesdie/123rf.com, klein: avoferten/123rf.com
Das mild schmeckende Tellerkraut ist auch zur Blütezeit essbar.

Von September bis Oktober können Sie das Tellerkraut noch ins Freiland bzw. in den Balkonkasten säen. Danach geht die Kultur bis zum Februar einfach auf der Fensterbank weiter. Schneiden Sie die Stängel dicht oberhalb der Grundblätter ab, dann wächst das Kraut zwei- bis dreimal nach. Die milden Blätter essen Sie wie Salat bzw. gedünstet wie Spinat.

nach obenUralte Kulturpflanze: Löffelkraut

An die kräftige Würze des Löffelkrauts muss sich mancher Gaumen erst gewöhnen. Probieren Sie es als „Salatblatt“ in einem Käsesandwich: Es verleiht ihm eine senfartige Note, ohne stark hervorzuschmecken.
© Jutta234/Wikimedia Commons
An die kräftige Würze des Löffelkrauts muss sich mancher Gaumen erst gewöhnen. Probieren Sie es als „Salatblatt“ in einem Käsesandwich: Es verleiht ihm eine senfartige Note, ohne stark hervorzuschmecken.
In Uromas Garten häufig, heute fast vergessen: Das Löffelkraut (Cochlearia officinalis) enthält viel Vitamin C und war daher früher vor allem gegen Winterende wichtig zur Vorbeugung gegen die Mangelkrankheit Skorbut. Die Pflanze stammt von den Salzwiesen der Atlantikküsten, kommt jedoch auf normalen Gartenböden gut zurecht. Die Aussaatzeit reicht von März bis Mai und von August bis September in Reihen mit 25 cm Abstand. Lassen Sie nach dem Keimen nur alle 25 cm einen kräftigen Keimling in der Reihe stehen. Ernten können Sie fast ganzjährig, bis auf die Blütezeit im März bzw. Juni: Dann schmecken die Blätter nicht. Das gilt genauso bei Trockenheit. Gießen Sie die Pflanzen daher stets ausreichend. Die löffelartigen, nach Kresse schmeckenden Blätter eignen sich für Salate, Kräuterquark, Kräuterbutter und für grüne Soßen.

nach obenHervorgelockt: Petersilie

Glatte Petersilie sieht man heute wieder häufiger. Sie ähnelt der giftigen Hundspetersilie – einem früher häufigen Gartenunkraut. Um Verwechslungen vorzubeugen, züchtete man schließlich krause Sorten.
© makunin/Pixabay.com
Glatte Petersilie sieht man heute wieder häufiger. Sie ähnelt der giftigen Hundspetersilie – einem früher häufigen Gartenunkraut. Um Verwechslungen vorzubeugen, züchtete man schließlich krause Sorten.
Unser Kräuterklassiker liefert im Winter frisches Grün. Sie können Petersilie noch bis Ende September aussäen. Da sie sich mit dem Keimen oft bis zu drei Wochen Zeit lässt, schlagen wir Ihnen zwei Alternativen vor. Entweder Sie kaufen Jungpflanzen vom Gärtner, die Sie in der ersten Augusthälfte ins Freiland bzw. in den Topf stecken. Oder Sie graben im Garten Petersilie im Oktober/November aus und topfen sie in Gefäße mit 12 bis 16 cm Durch­messer. In der Küche treibt sie bald neue Blättchen. 

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Schlagworte dieser Seite:

Barbarakraut, Kräuter, Kümmel, Löffelkraut, Petersilie, Tellerkraut, Vitamin C

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