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Ein Garten für Bienen

Mai 2019 Wild- und Honigbienen haben es schwer. Die Anzahl der Pollensammler nimmt aufgrund zahlreicher Umweltveränderungen weltweit erschreckend ab. Unterstützen Sie die nützlichen Tiere mit einem insektenfreundlichen ­Garten!


Wenn Bienen beim Pollen sammeln von Blüte zu Blüte fliegen, bestäuben sie die Pflanzen.
© Stein
Wenn Bienen beim Pollen sammeln von Blüte zu Blüte fliegen, bestäuben sie die Pflanzen.

Wussten Sie, dass rund 80 Prozent der heimischen Kultur- und Wildpflanzen von der Bestäubung durch Bienen abhängig sind? Das betrifft rund ein Drittel unserer Obst- und Gemüsearten. Gärten, Felder und Obstwiesen sähen ohne die Arbeit der fleißigen Bestäuber ganz schön leer aus. Leckere Erdbeeren, Äpfel oder Kirschen beispielsweise, Gemüse wie Kürbisse, Zucchini oder Paprika, dazu natürlich eine Vielzahl an Blumen und Kräutern entwickeln ihre Samen bzw. Früchte nur, weil Bienen sowie andere nützliche Insekten den männlichen Pollen zu den weiblichen Blüten tragen, und sie damit befruchten.

Die Anzahl der Bienen nahm in den vergangenen Jahren jedoch stark ab. Schuld daran sind Umweltveränderungen wie etwa die zunehmende Urbanisierung, der Einsatz von Spritzmitteln oder Monokulturen in der Landwirtschaft. Die Pollen- und Nektarsammler finden in unseren stark bebauten, oft großflächig strukturarmen Landschaften einfach zu wenige Blüten. Helfen Sie ihnen, indem Sie Ihren Garten bienenfreundlich mit geeigneten Blumen und Sträuchern gestalten!

nach obenWertvoll: Blütensträucher

Pflanzen Sie Gehölze in Ihren Garten, die den Bienen zwischen April und Oktober hochwertigen Nektar und Pollen bieten. Zuckerreichen Nektar nutzen die Bienen als „Treibstoff“ beim kräftezehrenden Sammelflug, den eiweißreichen Pollen dagegen lagern sie für die Aufzucht der Brut ein.

Auf Bacopa, Balkonsalbei und den Schmetterlingsstrauch fliegen nützliche Insekten:
Bacopa
© Stein
Bacopa
Balkonsalbei
© Volmary GmbH
Balkonsalbei
Schmetterlingsstrauch
© Stein
Schmetterlingsstrauch

Ideal ist eine gute Mischung aus Arten, die im Frühling, im Sommer und/oder im Herbst blühen. So finden die Bienen während der gesamten Saison genügend Nahrung. Den Frühlings-Auftakt geben zum Beispiel Kornelkirschen, Zierkirschen, Johannisbeeren, Weißdorn, Schlehen oder die Felsenbirne. In etwas größeren Gärten fühlt sich die Sal-Weide (Salix caprea) wohl. Sie braucht mit ihren bis zu zehn Meter Höhe und einer Kronenbreite von bis zu sieben Metern viel Raum. Dafür liefern die Blütenstände, auch Weidenkätzchen genannt, schon früh im Jahr ersten Nektar, der zeitig fliegende Schmetterlingsarten anlockt.

Im Sommer öffnen Liguster, Schneebeere und Robinie ihre Blüten. Reichlich Nektar spenden zudem von Juni bis August die hübschen, weißen oder violetten Blütenrispen des Schmetterlingsstrauches (Buddleja davidii). Als „Bienenbaum“ bezeichnet man den Tausendblütenstrauch (Tetradium daniellii var. hupehensis). Seine großen, grünlich-weißen Schirmrispen erscheinen von Juli bis August üppig am ganzen Strauch. Sie strotzen vor Nektar, was an sonnigen Tagen unter den Insekten zu einem regelrechten Gedränge um den besten Platz führt.

Selbst im Herbst gibt es noch blühende Gehölze, die viel Pollen bilden. Zum Beispiel der bis zu 130 cm hohe und ebenso breite Fingerstrauch. Seine offenschaligen Blüten, die je nach Sorte in Gelb, Orange, Rot oder Weiß daherkommen, dienen noch bis zum Oktober als gern genutzter Versammlungsort. Selbst die unscheinbaren, grünlich-gelben Blütenbälle des Efeus von September bis Oktober gelten als wertvolle, späte Nektarquellen.

Tipp: Viele Gehölze wie Johannisbeeren, kleinwüchsige Weiden oder der Schmetterlingsstrauch gedeihen gut in Töpfen und eigen sich somit selbst für kleinere Stadtgärten.

nach obenOffene Blüten

Damit Bienen überhaupt Pollen sammeln können, brauchen sie offenschalige Blüten. Aus vielen Ziersorten wählen Züchter jedoch gefüllte Blüten aus, deren Staubblätter unzugänglich geworden oder gar zu Blütenblättern umgebildet sind. Das sieht zwar üppig aus und zeigt viel Farbe, doch Pollen gibt es keinen mehr. Nutzlos für Bienen! Achten Sie daher auf Sorten mit offenen Blüten. Bei Rosen wächst das Sortiment ungefüllter Sorten aktuell wieder, zum Beispiel mit den Kollektionen „Nektargarten“ (Kordes) oder „Bienenweide“ (Tantau). Vor allem bei Beet- und Balkonblumen lohnt sich der Blütencheck, denn hier gibt es eine Menge gefüllter Sorten. Doch etliche Züchter bieten mittlerweile spezielle bienenfreundliche Sortimente an, zum Beispiel „Gut für uns“ (Kientzler) oder „Bee Tractive“ (Volmary). Als besonders attraktiv für Bienen erscheinen blau blühende und herrlich süß duftende Vanilleblumen (Heliotropium arborescens), weiße oder gelbe Margeriten, die Schneeflockenblume (Sutera cordata, auch unter Bacopa bekannt) oder der gelbe Zweizahn (Bidens ferulifolia). Auf Salbei jeder Art, wie den blau- oder weißblütigen Mehligen Salbei, fliegen die kleinen Bienchen ebenfalls. Dem honigsüßen Aroma des Duftsteinrichs (Lobularia maritima) können sie genauso wenig widerstehen.

Ideale Landeplätze: Einfachblühende Rosen, wie die Sorte ‘Topolina’ und die Blütenrispen des Blut-Weiderichs:
Idealer Landeplatz: Einfachblühende Rose, Sorte "Topolina“.
© Kordes Rosen
Einfachblühende Rose
Blut-Weiderichs
© Stein
Blut-Weiderichs

nach obenWildblumen

Der Mix macht's: Bienen brauchen ein vielfältiges Angebot an verschiedenen Nahrungspflanzen. Vor allem Wildblumen lieben sie, denn an heimische, wilde Arten haben sie sich bereits seit vielen Jahrhunderten angepasst. Empfehlenswert für eine langfristige Bepflanzung Ihres Gartens sind daher Wildstauden, die Sie in regionalen Wildstauden-Gärtnereien bzw. im Online-Pflanzenversandhandel bekommen, zum Beispiel gaertnerei-strickler.de, hof-berggarten.de, kraeuter-und-duftpflanzen.de oder pflanzenversand-gaissmayer.de. Zu den Bienenpflanzen unter den Wildstauden zählen Ziestgewächse wie Echter Ziest (Stachys officinalis), Woll-Ziest (St. byzanthina) oder Aufrechter Ziest (St. recta), Taubnesseln und Schwarznesseln (Ballota nigra) oder Distel-Arten. Letztere finden zwar wegen ihrer piksigen Pflanzenteile nur wenige Freunde, dafür präsentieren sie vom Frühsommer bis in den Herbst hinein ausdrucksvolle, edel geformte Blütenstände, die selbst im Winter mit Raureif überzogen aparte Blickfänge ergeben.

Tipp: Planen Sie für Disteln angemessen viel Platz ein, am besten im hinteren Beetbereich. So kommen Sie mit den Dornen wenig in Berührung. Im Uferbereich von Gartenteichen fühlt sich Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) wohl. Die hoch aufragenden, violett-roten Blütenrispen sehen nicht nur toll aus, sie halten zur Freude von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen bis in den Herbst eine üppige Nektarbar bereit.

In Töpfen, Balkonkästen, Rabatten oder sogar an wilden Gartenecken können Sie einjährige Wildblumen aussäen. Diese zaubern innerhalb weniger Wochen einen farbenfrohen Blütenteppich herbei und liefern außerdem ausreichend Nahrung für nützliche Insekten. Viele Saatgutanbieter halten dafür speziell zusammengestellte Wildblumen-Mischungen bereit mit Pflanzen, die von Bienen gern angeflogen werden, zum Beispiel 'Bunte Schwärmerei' (Neudorff), 'Mein Blütenfestival' (Kiepenkerl), 'Sperli's Bienenmix' oder 'Bienenweide' (Bingenheimer Saatgut).

Sorgen Sie zusätzlich für Nisthilfen, Baumaterial und Überwinterungsmöglichkeiten, damit Wildbienen in Ihrem Garten langjährig einen Unterschlupf finden.

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Schlagworte dieser Seite:

Balkonkästen, Bestäubung, Biene, Blütensträucher, Johannisbeeren, Monokulturen, Schmetterlingsstrauch, Spritzmitteln, Tausendblütenstrauch, Wildblumen, Wildpflanzen

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