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Regenwasser für den Gartenteich

Mai 2018 Gartenteich-Besitzer kennen das Problem: Im Sommer ist das Wasser oft trüb, die Verdunstungsrate hoch und jeder Topfen kostbar. Ist es da ratsam, vorhandenes Regenwasser nicht nur zur Gartenbewässerung, sondern auch für den Teich zu verwenden? Gartenberater Hans-Willi Heitzer erklärt, worauf Sie achten sollten, um das sensible biologische Gleichgewicht im Teich nicht zu stören.


Teich mit natürlichem Filterbecken.
© Heitzer/Verband Wohneigentum
Teich mit natürlichem Filterbecken.
Regenwasser entsteht durch Verdunstung. Beim Auf- und anschließendem Abstieg passiert das Regenwasser die Erdatmosphäre. Dabei nehmen die Regentropfen Schmutz, Ruß, und organisches Material wie Pollen auf. Auch ist Regen im Vergleich zu Leitungswasser sauer und enthält wenig Calcium- und Magnesium-Ionen. Diese Mineralien sind jedoch für die wasserklärenden Mikroorganismen im Teich bzw. Teichfilter sehr wichtig. Starke Schwankungen des pH-Werts führen zu mehr Algenwachstum und so zu einer Wassertrübung.

nach obenWasser vom Dach?

Üblicherweise sammelt sich Regenwasser auf Dächern und wird über Dachrinnen in die Kanalisation geleitet. Da unsere kommunalen Abwassersysteme durch die stetige Versiegelung der Landschaft und vermehrten Starkregenereignissen ohnehin überlastet sind, wäre es natürlich praktisch, Regen direkt von den Dächern in den Teich zu leiten. Doch leider ist dieses Wasser für Gartenteiche ungeeignet, denn metallische Dachbeschichtungen oder Bitumenabdichtungen scheiden ungewollte Stoffe ab. Zinkregenrinnen und Kupferrinnen sind als Zubringer bei empfindlichen Fischkulturen ebenfalls ungeeignet. Außerdem sammeln sich nach längeren Trockenperioden viel Staub und organische Substanzen wie Blätter und Pollen auf den Dächern an, die in den ersten 30 Regenminuten von den Dächern gespült werden.

nach obenFiltern ist wichtig!

Eine direkte und ungefilterte Einleitung des Regenwassers in den Teich ist also nicht sinnvoll. Sind Ihre Ansprüche an das Teichwasser gering, reicht das Sammeln in einer Regentonne aus. Achten Sie darauf, das Wasser ca. 15 cm unterhalb der Wasseroberfläche zu entnehmen. Die Schwebbestandteile sinken auf den Boden der Regentonne und gelangen dadurch nicht in den Teich.

Schema: Teich mit natürlichem Filterbecken.
© Heitzer/Verband Wohneigentum
Schema: Teich mit natürlichem Filterbecken.

Bei großen Regenwassermengen, vielen Fischen oder hohen Ansprüchen an die Wasserqualität ist eine mechanische oder biologische Filterung notwendig. Mechanische Filter reinigen das Wasser in verschiedenen Filterkammern. In den Kammern siedeln sich wasserreinigende Bakterien an, die auch in natürlichen Gewässern leben. Die besten Erfahrungen habe ich aber mit der Anlage eines natürlichen Filterbeckens gemacht: Das verunreinigte Wasser wird von oben in das Becken geleitet. Der Filterteich ist mit Sand und Kies in verschiedenen Korngrößen (2–32 mm) gefüllt. Dieser Filterkörper ist die „Heimat“ wassereinigender Bakterien. Bepflanzt wird das Klärbecken mit Schilf und klassischen Sumpfpflanzen wie Rohrkolben, Froschlöffel oder Sumpfiris.

Wichtig ist die Entnahme des gereinigten Wassers von unten. Dies stellt eine Zirkulation durch den Tröpfchenkörper sicher. Der Hauptteich kann nun mit dem vorgereinigten Wasser gefüllt werden. Ein Überlauf vom Teich zum Filterbecken dient der regelmäßigen Reinigung des Teichwassers. Ein Bachlauf als Ergänzung sorgt für zusätzlichen Sauerstoff (mehr dazu: Bachlauf selber bauen).

Mehr Tipps von den Gartenberatern des Verbands Wohn­eigentum finden Sie unter gartenberatung.de
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Schlagworte dieser Seite:

Abwassersystem, Bakterien, Filter, Gartenberater, Gartenteich, Regenwasser, Sauerstoff

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